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REHADAT-Newsletter 3 / 2018

Köln, 28. September 2018

REHADAT startet Umfrage "Mit Autismus im Job"

REHADAT möchte wissen, wie Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung ihren Arbeitsalltag erleben, welche Unterstützung sie im Beruf oder in der Ausbildung hilfreich finden und welche Hilfen sie sich vielleicht noch wünschen.

Auf Grundlage der Antworten möchten wir konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen, Beschäftigte mit Autismus sowie deren Begleitpersonen entwickeln. Ziel ist, die berufliche Teilhabe von Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu verbessern.

Wir freuen uns sehr über Ihre Teilnahme und sind auf Ihre Antworten gespannt! Hier geht es zur Befragung: http://rehadat.link/umfrage

Wir führen die Umfrage in Kooperation mit dem Bundesverband autismus Deutschland e. V. durch.

(Die Befragung erfolgt anonym, es werden keine personenbezogenen Daten gespeichert. Die Ergebnisse werden nach Beendigung der Umfrage von REHADAT ausgewertet und veröffentlicht.)

Grundsatzurteile des Bundessozialgerichts zur Genehmigungsfiktion

Das Bundessozialgericht (BSG) hat drei wichtige Urteile zur Genehmigungsfiktion nach § 13 Abs. 3a SGB V gesprochen. In den drei Urteilen ging es um die Versorgung mit verschiedenen Hilfsmitteln (Therapiedreirad, Elektrorollstuhl und Beinprothese) durch die Krankenkasse. Die Kläger hatten sich auf die verspätete Bescheidung der Leistungsanträger durch ihre Krankenkassen berufen.

Das BSG hat klargestellt, dass die Genehmigungsfiktion NICHT für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation gilt. Hierzu gehören Hilfsmittel zur Vorbeugung vor Behinderung und zum Behinderungsausgleich. Diese werden nicht in erster Linie mit dem Ziel eingesetzt, auf die Krankheit therapeutisch einzuwirken, sondern hauptsächlich mit dem Ziel, die damit verbundene Teilhabebeeinträchtigung eines Menschen mit Behinderung auszugleichen oder zu mildern. Für Leistungen zur medizinischen Rehabilitation gelten deshalb die eigenständigen Fristen- und Kostenerstattungsregelungen des Rehabilitations- und Teilhaberechts für Menschen mit Behinderung.

Bei REHADAT-Recht finden Sie alle drei Urteile mit den dazu gehörenden Gesetzesgrundlagen: www.rehadat-recht.de

Gute Praxis: Produktiv mit Pausen

Der Arbeitsplatz eines Programmierers bei SAP wurde so umgestaltet, dass der Mann trotz Multipler Sklerose weiter seiner Tätigkeit nachgehen kann.

Der Beschäftigte leidet an Gang- und Bewegungsstörungen sowie vermehrter Erschöpfung durch Arbeitsbelastung. Wechselhaftes Wetter und mangelnde Bewegung wirken sich ebenfalls negativ aus.

Der Arbeitgeber hat verschiedene Anpassungen vorgenommen: zum einen kann der Programmierer im Sitzen oder Stehen (mit Stehhilfe) an seinem Arbeitsplatz arbeiten. Außerdem wurde ein abgeschirmter Ruhebereich mit Liege im Büro eingerichtet, die der Beschäftigte für längere Erholungspausen während der Arbeitszeit nutzen kann. Dies ist aufgrund der Vertrauensarbeitszeit möglich. Außerdem arbeitet der Mann an mindestens einem Tag der Woche in Telearbeit - nach Absprache auch an mehr Tagen.

Mehr Details zum Praxisbeispiel und zu den eingesetzten Hilfsmitteln lesen Sie in REHADAT-Gute Praxis mit der Referenznummer Pb/111011.

Bei REHADAT-Gute Praxis finden Sie insgesamt 19 Praxisbeispiele für gelungene Arbeitsgestaltung bei Multipler Sklerose: www.rehadat-gutepraxis.de.

Tipp: REHADAT hat eine informative Wissensreihe zur beruflichen Teilhabe von Menschen mit Multipler Sklerose veröffentlicht. Den kostenlosen Download finden Sie hier: " Und manchmal kribbeln meine Beine" (PDF, 809 kb).

Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung – 470 Beratungsstellen neu gegründet

Durch die gesetzliche Einführung der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) seit 2018 wurden neue Beratungsstellen gegründet, die überwiegend nach dem Prinzip "Betroffene beraten Betroffene (Peer Counseling)" arbeiten. Der Bund fördert diese Beratungsform zunächst befristet für fünf Jahre.

Informationen zur EUTB und alle Adressen finden Sie hier:  www.rehadat-adressen.de

Leichte Sprache im Fokus

Es gibt immer mehr Dienstleister, die Angebote im Bereich Leichte Sprache machen. Das sind zum Beispiel Büros, die Texte schreiben,  redigieren oder übersetzen oder entsprechende Weiterbildungen durchführen. Adressen finden Sie hier:  www.rehadat-adressen.de.

Interessant ist auch das vierjährige Pilotprojekt zur Entwicklung einer Qualifizierungsmaßnahme für Menschen mit Lernschwierigkeiten zur "Fachkraft Leichte Sprache" - bei REHADAT-Forschung mit der  Referenznummer R/FO125817 zu finden.

Tipp: in REHADAT-Literatur gibt es knapp 350 (!) Literaturhinweise zu Veröffentlichungen in Leichter Sprache:  www.rehadat-literatur.de

Prävention und Reha vor Rente – diskutieren Sie mit!

Nach aktuellen Statistiken scheidet jeder zweite Erwerbstätige vorzeitig aus dem Arbeitsleben aus; jeder Siebte davon aufgrund von Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit oder Schwerbehinderung. Dabei gilt im Sozialrecht der Grundsatz „Prävention und Reha vor Rente“: Gesetzlich Versicherte sollen bei einer Krankheit oder (im Vorfeld) einer Behinderung Vorsorge- und Reha-Maßnahmen erhalten, damit sie länger erwerbsfähig bleiben können. Erst wenn solche Maßnahmen nicht mehr helfen, ist eine Frührente angezeigt. Wie sind die Erfahrungen damit?

Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation e. V. (DVfR) ruft Interessierte dazu auf, Fragen hierzu gemeinsam mit Expertinnen und Experten zu klären. Die Online-Diskussion läuft noch bis zum 10. Oktober: fma.reha-recht.de/

Sag ich’s? Chronisch krank im Job

Das Thema Arbeiten mit chronischer Erkrankung und Behinderung nimmt aufgrund des demographischen Wandels an Bedeutung zu. Viele Betroffene stehen im Laufe ihres Berufslebens daher vor der schwierigen Frage, ob und wie sie auf der Arbeit über ihre chronische Erkrankung sprechen sollen. Verschlechterungen der gesundheitlichen Situation, Fehlzeiten oder Veränderungen der Arbeitsaufgaben sind typische Anlässe Betroffener darüber nachzudenken, ob sie jemanden auf der Arbeit über ihre Erkrankung informieren sollen.

Prinzipiell kann der offene Umgang mit einer Erkrankung im Arbeitskontext zahlreiche Vorteile haben: Betroffene hoffen auf Unterstützung durch Kollegen und Vorgesetzte, auf die Anpassung ihres Arbeitsplatzes bzw. ihrer Arbeitsbedingungen oder darauf, ihre Erkrankung nicht mehr verstecken zu müssen. Demgegenüber stehen jedoch Befürchtungen insbesondere hinsichtlich möglicher Diskriminierung durch das Arbeitsumfeld.

Die Universität Köln entwickelt in diesem Zusammenhang eine webbasierte Reflexionshilfe, die Arbeitnehmer/innen bei der Frage unterstützt, ob sie ihre chronische Krankheit auf der Arbeit thematisieren wollen. Das Projekt wird unterstützt vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Mehr Informationen finden Sie hier: https://sag-ichs.uni-koeln.de

Inklusionspreis für die Wirtschaft 2019

Auch in diesem Jahr rufen die Bundesagentur für Arbeit (BA), die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, die Charta der Vielfalt und das UnternehmensForum dazu auf, sich um den Inklusionspreis für die Wirtschaft zu bewerben. Bewerben können sich Arbeitgeber mit beispielhaften Maßnahmen zur Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. Der Inklusionspreis für die Wirtschaft 2019 zeichnet Unternehmen verschiedener Größen aus, die auf innovative und vorbildliche Weise zeigen, wie Inklusion im Arbeitsleben gestaltet werden kann. Schirmherr ist Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales.

Die Bewerbungsfrist endet am 31. Oktober 2018. Infos unter: www.inklusionspreis.de/

Tipp: Bei REHADAT-Literatur finden Sie Broschüren über die prämierten Unternehmen der vergangenen Jahre mit der Referenznummer R/NV5350x*. In den Broschüren werden die guten Beispiele für gelungene Beschäftigung von Menschen mit Behinderung und das jeweilige Engagement der Unternehmen vorgestellt – darüber hinaus Serviceinformationen gegeben und Ansprechpersonen genannt.

Studieren mit Behinderung und chronischer Erkrankung

Vom 13. bis zum 15. November 2018 bietet der Bereich Behinderung und Studium (DoBuS) der Technischen Universität Dortmund ein dreitägiges Schnupperstudium an. Die Veranstaltung richtet sich an alle chronisch kranken und behinderten Studieninteressierten, für die der Studienort Dortmund in Frage kommt, sowie an Studienanfänger und -anfängerinnen an der TU Dortmund. Das Angebot ist kostenlos.

Weitere Informationen zur Anmeldung und zum Programm unter: www.tu-dortmund.de/schnupperstudium

1.000 Inklusionsarbeitsplätze für Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz hat eine von 2018 bis 2020 geplante Informationskampagne gestartet, um für die Gründung von Inklusionsfirmen zu werben. Derzeit sind in Rheinland-Pfalz in 70 Inklusionsfirmen über 900 Menschen mit Behinderungen beschäftigt. Ziel der Landesregierung ist es nun, diese Zahl bis zum Ende der Legislaturperiode auf 1.000 Inklusionsarbeitsplätze auszubauen. Mehr Informationen zur Kampagne finden Sie hier: https://msagd.rlp.de.

Tipp: Bei REHADAT finden Sie auch Beratungsstellen für die Gründung von Inklusionfirmen, z.B. bei den Kammern: www.rehadat-adressen.de

Lernen Sie REHADAT kennen!

Es sind noch Plätze frei für Kurzentschlossene im REHADAT-Kompaktseminar "Berufliche Teilhabe gestalten" am 10. Oktober in Köln.

Das Seminar richtet sich an Praktikerinnen und Praktiker, die einen Überblick über die Grundlagen der beruflichen Teilhabe behinderter Menschen erhalten wollen.

Inhalte sind:

Mehr Informationen (auch zu weiteren Terminen) und die Anmeldung finden Sie hier: www.rehadat.de/de/seminare.

Sie interessieren sich für das Seminar REHADAT-Hilfsmittel? Dann klicken Sie hier: www.rehadat-hilfsmittel.de.

Rund um den REHADAT-Newsletter

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Impressum

REHADAT - Informationen zur beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung
Institut der deutschen Wirtschaft Köln e. V.
Projektleitung: Petra Winkelmann
Redaktion: Anja Brockhagen, brockhagen@iwkoeln.de
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REHADAT wird gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und ist ein Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln.