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REHADAT-Newsletter 1/2019

Köln, 30. Januar 2019

Portal REHADAT-Ausgleichsabgabe online

Unternehmen mit 20 und mehr Arbeitsplätzen müssen fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit schwerbehinderten oder ihnen gleichgestellten Personen besetzen. Tun sie dies nicht, wird eine sogenannte Schwerbehinderten-Ausgleichsabgabe fällig. Wer wissen möchte, wie die Abgabe berechnet und reduziert werden kann, welche Sonderregelungen für kleine Betriebe gelten und welche schwerbehinderten Beschäftigen bei der Berechnung der Quote doppelt zählen, findet alle Informationen gebündelt im neuen Portal www.rehadat-ausgleichsabgabe.de.

Dazu IW-Kompetenzfeldleiterin Petra Winkelmann: "Wir freuen uns, den betrieblichen Akteuren eine neue praktische Informationsquelle anzubieten, denn Unternehmen, die gut informiert sind, tun sich mit der Beschäftigung behinderter Menschen wesentlich leichter".

Gute Praxis: Kölner Brauerei begegnet Fachkräftemangel mit Inklusion

Die Kölner Brauerei Früh bildet gezielt Menschen mit Behinderung aus und beschäftigt sie in Produktion, Verwaltung, Gastronomie und im eigenen Hotel. Früh setzt z.B. Menschen mit Einschränkungen der Mobilität, chronischen Erkrankungen, Gehörlosigkeit, Lernbehinderung und Autismus ein. Ursprünglich als Maßnahme gegen den Fachkräftemangel eingesetzt, gehört die Teilhabe von Menschen mit Behinderung heute zur strategischen Personalpolitik des Unternehmens.

Lesen Sie bei REHADAT-Gute Praxis, wie Früh anfängliche Probleme – auch unkonventionell – meistern konnte, welche Kontakte und Maßnahmen besonders nützlich sind und wie Kollegen und Kolleginnen reagiert haben: www.rehadat-gutepraxis.de

Urteil: Schadensersatz wegen verweigerter stufenweiser Wiedereingliederung

Nachdem eine schwerbehinderte Lehrerin länger erkrankt war, beantragte sie bei ihrem Arbeitgeber zu ihrem Wiedereinstieg eine stufenweise Wiedereingliederung. Das beklagte Land lehnte diesen Antrag ab und genehmigte das "Hamburger Modell" erst später in einem zweiten Antrag. Daraufhin machte die Lehrerin Schadensersatzansprüche wegen der verspäteten Durchführung geltend und bekam in zweiter Instanz vor dem Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg recht.

Denn: ein schwerbehinderter Arbeitnehmer kann nach § 81 Abs. 4 S. 1 SGB IX a.F. (§ 164 Abs. 4 S. 1 SGB IX n. F.) eine anderweitige Tätigkeit auch im Rahmen einer Wiedereingliederung verlangen. Versäumt es der Arbeitgeber schuldhaft, die behinderungsgerechte Beschäftigung zu ermöglichen, hat der Arbeitnehmer einen Schadensersatzanspruch in Höhe der entgangenen Vergütung.

Das komplette Urteil finden Sie bei REHADAT-Recht mit dem Aktenzeichen 15 Sa 1700/17.

Tipp: Sie finden bei REHADAT-Recht 65 Urteile zum Thema „Stufenweise Wiedereingliederung“: www.rehadat-recht.de

Zehn Jahre UN-Behindertenrechtskonvention: REHADAT informiert

Das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung (kurz: UN-Behindertenrechtskonvention / UN-BRK) ist in Deutschland vor 10 Jahren in Kraft getreten. Die Konvention konkretisiert die bestehenden Menschenrechte für die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen mit dem Ziel, ihre Chancengleichheit in der Gesellschaft zu fördern. Sie deckt grundsätzlich alle Lebensbereiche ab – auch die Bereiche Bildung, Beschäftigung und Barrierefreiheit.

Sie wollen sich zur Konvention informieren? Im Portal REHADAT-Literatur finden Sie Grundlagentexte, Diskussionsbeiträge und Stellungnahmen zu den Begriffen und Umsetzungsstrategien der UN-BRK sowie die Aktionspläne zur Umsetzung der UN-BRK für Bund, Länder, Kommunen, Institutionen und Betriebe – darunter auch viele Aktionspläne in Leichter Sprache: www.rehadat-literatur.de.

Sonderförderung der beruflichen Teilhabe durch Bund und Länder

Neben der sogenannten Regelförderung, die u. a. in den Sozialgesetzbüchern (SGB) oder der Schwerbehinderten-Ausgleichsabgabeverordnung (SchwbAV) beschrieben wird, legen der Bund und die Länder regelmäßig zeitlich befristete Sonderförderprogramme zur Verbesserung der beruflichen Teilhabe schwerbehinderter Menschen auf. Diese Programme  können unterschiedliche Schwerpunkte haben, z. B. den Abbau der Arbeitslosigkeit oder die Sicherung bestehender Arbeitsverhältnisse.

Eine kürzlich aktualisierte Übersicht der vorhandenen Programme gibt es bei REHADAT: www.talentplus.de/foerderung/sonderfoerderprogramme.

Neue Förderleistungen: Sonderkondition für schwerbehinderte Langzeitarbeitslose

Mit dem Teilhabechancengesetz sind seit dem Jahresbeginn zwei neue Förderinstrumente für langzeitarbeitslose Personen eingeführt worden. Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen können über diese neuen Regelungen mit Lohnkostenzuschüssen gefördert werden, wenn sie sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse mit langzeitarbeitslosen Menschen einrichten. Die Förderdauer beträgt 24 Monate für neu eingestellte Menschen, die mindestens 2 Jahre arbeitslos sind und bis zu fünf Jahren für langzeitarbeitslose Personen, die seit sechs Jahren Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts beziehen. Schwerbehinderte und gleichgestellte langzeitarbeitslose Menschen gehören bereits nach fünf Jahren Arbeitslosigkeit zum förderungsfähigen Personenkreis. Neu ist bei beiden Förderinstrumenten, dass zusätzlich zum Lohnkostenzuschuss während der geförderten Beschäftigung eine intensive Betreuung durch die Arbeitsagentur oder einen von ihr beauftragten Dritten erfolgt.

Lesen Sie mehr zu diesen und anderen Eingliederungszuschüssen im REHADAT-Lexikon zur beruflichen Teilhabe: www.rehadat.de.

Neue Projekte und Studien

Im Portal REHADAT-Forschung finden Sie eine Übersicht mit neuen Projekten und Studien: Informieren Sie sich z. B. über das digitale Peer Support Netzwerk für schwerbehinderte Akademiker*innn IXNET, das multimediale Trainings- und Arbeitsassistenz-System miTAS oder das Projekt LernBAR, bei dem Menschen mit Behinderung durch den Einsatz digitaler Medien für den Arbeitsmarkt qualifiziert werden. Neue Projekte gibt es auch zu den Themen Epilepsie, Bildung für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf und Arbeit 4.0.

Hier finden Sie die Übersicht: www.rehadat.de

BIBB-Sammelband zu inklusiver Gestaltung beruflicher Bildung

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat einen neuen Sammelband zum Thema "Inklusion im Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf" veröffentlicht. Ziel dieser Publikation ist es, das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und sowohl Fach- als auch Praxiswissen für gelingende Inklusion im Übergang Schule – Beruf zur Verfügung zu stellen.

Hier können Sie die Veröffentlichung aufrufen: www.bibb.de

Befragung zum Thema barrierefreie IT-Arbeitsplätze

Die Barrierefreiheit von Arbeitsplätzen ist für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung häufig eine essentielle Voraussetzung. Vor diesem Hintergrund führt die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg jetzt eine wissenschaftliche Studie durch. Das Ziel der Studie ist es zu erfassen, inwiefern Unternehmen die Möglichkeiten der Förderung von barrierefreien IT-Arbeitsplätzen kennen und nutzen. Dazu führt die Hochschule jetzt eine Unternehmensbefragung durch.

Die Befragung dauert in etwa 10 Minuten. Bitte nutzen Sie folgenden Link: Befragung zu barrierefreien IT-Arbeitsplätzen

Leitfaden "Lehre barrierefrei gestalten"

Das Projekt Inklusive Hochschule in Mecklenburg-Vorpommern hat einen Leitfaden zur barrierefreien Gestaltung der Lehre entwickelt. Der Leitfaden erläutert grundlegende Merkmale einer inklusiven Lehre, gibt Tipps, wie Lehrende auf verschiedene Beeinträchtigungen eingehen können und erläutert, wie die Verfahren zum Nachteilsausgleich sind und welche im Einzelnen möglich sind. Das Projekt wird finanziell vom Land unterstützt.

Hier können Sie den Leitfaden direkt herunterladen: www.uni-rostock.de

Rechte von Menschen mit Behinderung in Leichter Sprache

Betroffene müssen ihre Rechte kennen und verstehen, um sie auch wahrnehmen zu können. Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) wird ausgewählte Regelungen für Menschen mit Behinderungen deshalb in Leichter Sprache erklären. Den Anfang macht ein Beitrag über die Rechte von Werkstattbeschäftigten, der ab sofort hier zu lesen ist: www.reha-recht.de.

AAATE 2019 "Global Challenges in Assistive Technology"

Vom 27. bis 29. August 2019 findet im italienischen Bologna die nächste AAATE-Konferenz mit dem Titel "Global Challenges in Assistive Technology" statt. AAATE steht für "Association for the Advancement of Assistive Technology in Europe".

Die Konferenz ist eine Plattform für alle Hilfsmittel-Interessierten:  Teilnehmer und Teilnehmerinnen können Wissen teilen, sich austauschen, diskutieren und netzwerken. Artikel können noch bis Ende Februar 2019 eingereicht werden.

Mehr Informationen gibt es hier: http://aaate2019.eu.

ICF-Anwenderkonferenz im März in Stendal

Die diesjährige ICF-Anwenderkonferenz findet vom 07.-08.03.2019 in Stendal statt und ist die maßgebliche Konferenz zur Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Thematische Schwerpunkte sind in diesem Jahr: Eingliederungshilfe, Sozialrecht, Kinder und Jugendliche sowie übergeordnete Fragestellungen zur ICF.

Erstmals werden Pre-Konferenz Workshops angeboten, welche den Einstieg in die ICF oder bestimmte Aspekte im Vorfeld intensiv abhandeln.

Mehr Informationen und die Anmeldung finden Sie hier: www.icf-anwenderkonferenz.de

REHADAT auf der Werkstätten:Messe in Nürnberg

Vom 27. - 30. März 2019 findet die Werkstätten:Messe in Nürnberg statt. Die Messe bietet alles rund um die Themen berufliche Rehabilitation, erfolgreiche Integration und Ausbildungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung. Außerdem präsentieren die Werkstätten für behinderte Menschen ihre Produkte und Dienstleistungen.

Alle Information zur Messe finden Sie hier: www.werkstaettenmesse.de.

Tipp: Auch REHADAT wird auf der Werkstätten:Messe mit einem eigenen Stand vertreten sein. Sie finden uns in Halle 12 mit der Standnummer 212. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und zeigen Ihnen gerne, welche nützlichen Informationen REHADAT für Sie bereithält.

Folgen Sie uns auf Twitter!

Sie wollen auf dem Laufenden bleiben, wenn es über REHADAT und zur beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung etwas Interessantes zu berichten gibt? Dann folgen Sie uns auf Twitter: twitter.com/rehadat. Themen sind beispielsweise Arbeitsgestaltung, Hilfsmittel oder Barrierefreiheit. Und es gibt jede Woche einen Auszug aus einer Statistik als „Zahl der Woche“ .

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Impressum

REHADAT - Informationen zur beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung
Institut der deutschen Wirtschaft Köln e. V.
Projektleitung: Petra Winkelmann
Redaktion: Anja Brockhagen, brockhagen@iwkoeln.de
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Besucheranschrift: Konrad-Adenauer-Ufer 21, 50668 Köln
Telefon: 0221 4981-845, Fax: 0221 4981-99845
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REHADAT wird gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und ist ein Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln.