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Endometriose im Arbeitsleben

Endometriose ist die zweithäufigste gynäkologische Erkrankung. Betroffen sind insbesondere Menschen mit einer Gebärmutter. Die Symptome und Auswirkungen dieser Erkrankungen können die Arbeitsfähigkeit mitunter stark einschränken.

Krankheitsbild

Die Endometriosevereinigung Deutschland e.V. beschreibt Endometriose folgenderweise: 

Endometriose ist eine gutartige, jedoch chronisch verlaufende Erkrankung. Bei Endometriose wächst Gewebe, welches der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter. Dieses Gewebe siedelt sich beispielsweise an den Eierstöcken, im Bauch- und Beckenraum, am Darm oder Bauchfell an. Endometriose-Gewebe verfügt über die Eigenschaft, prinzipiell an jeder Stelle des Körpers wachsen zu können. In einigen Fällen kann es auch außerhalb des Bauchraumes, zum Beispiel in der Lunge, vorkommen.

Eine Diagnose wird durch die Vielfältigkeit der Symptome oft erschwert und dauert im Durschnitt siebeneinhalb Jahre. 

Beschwerden und Symptome, die von vielen Betroffenen beschrieben werden, sind unter anderem starke, krampfartige Schmerzen vor und während der Menstruation, (periodenunabhängige) Schmerzen im Unterbauch, im Rücken, nach oder bei vaginaler Penetration, bei gynäkologischen Untersuchungen, beim Stuhlgang und Urinieren, Zwischenblutungen und starke Menstruation sowie zyklische Blutungen aus Darm und/oder Blase, Übelkeit und Erbrechen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung und ein unerfüllter Kinderwunsch. 

Im Zusammenhang mit Endometriose werden daneben auch Müdigkeit, Erschöpfung, Fatigue, Allergien und anderen Autoimmunerkrankungen sowie erhöhte Infektanfälligkeit während der Menstruation genannt.

Endometriose und Grad der Behinderung (GdB)

Wenn die Symptome der Endometriose im Alltag einschränken, die soziale Teilhabe beeinträchtigen, eine Arbeitsunfähigkeit oder ein unerfüllter Kinderwunsch vorliegt, kann ein Grad der Behinderung (GdB) beantragt werden. In den Versorgungsmedizinischen Grundsätzen ist der Grad der Behinderung bei Endometriose in Punkt 14.5 geregelt. Je nach Schwere und Ausdehnung der Endometriose kann ein GdB von 10 bis 60 festgestellt werden. 

Wichtige Punkte für die Beantragung des GdB

  • Den behandelnden Arzt oder die behandelnde Ärztin über das Vorhaben, einen GdB zu beantragen, informieren. Wenn Nachfragen kommen, können sie gezielter Auskunft geben.
  • Alle wichtigen Dokumente sammeln (beispielsweise Belege der Arztbesuche und aktuelle Arztberichte sowie Schmerztagebücher, die die Einschränkungen deutlich machen).
  • Den richtigen Antrag wählen: Je nach Bundesland können die Antragsformulare variieren. Das zuständige Versorgungsamt oder Bürgerbüro der Stadt, eine unabhängige Beratungsstelle (EUTB-Beratungsstelle) oder Schwerbehindertenvertretungen in Betrieben können darüber Auskunft geben.

Vereinbarkeit von Endometriose und Beruf

Eine Befragung der Endometriose Vereinigung e. V. hat ergeben, dass für viele Betroffene die Erwerbstätigkeit ein Trigger für die Endometriose Beschwerden sein kann. 70 Prozent der Befragten geben an auf Grund der Endometriose krankgeschrieben worden zu sein. 40 Prozent sprechen von einer arbeitsbezogenen Einschränkung durch die Endometriose. Das hätte Auswirkungen auf die finanzielle Sicherheit der Betroffenen. 

Arbeitgebende können Betroffene unterstützen, den Arbeitsalltag an die Erkrankung anzupassen, sodass sich Symptome verringern und die Mitarbeiter:innen arbeitsfähig bleiben. Als hilfreich werden flexible Arbeitsbedingungen wie Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten bewertet. Auch ein offener Umgang mit der Krankheit gegenüber Kolleginnen und Kollegen kann die Einschränkungen verringern. Trotz Verständnis treffen viele Betroffene auch auf Unwissenheit. An dieser Stelle nimmt die Aufklärung über die Krankheit ein bedeutende Rolle ein. Zudem sind ergonomische Arbeitsplätze und Stehtische für Betroffene hilfreich, da sie die Lockerung der häufig verspannten Beckenmuskulatur fördern. 

(ak) 2024