Geistige Beeinträchtigung
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Geistige Beeinträchtigung
Manche Menschen sagen:
Menschen mit geistiger Beeinträchtigung
Andere Menschen sagen dazu auch:
- Menschen mit geistiger Behinderung
- Menschen mit Lern-Schwierigkeiten
- Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung
- Menschen mit Unterstützungs-Bedarf
- Menschen mit Unterstützungs-Bedarf und kognitiver Beeinträchtigung
- Oder Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung
Eine Beeinträchtigung ist eine Einschränkung.
Manche Menschen sind zum Beispiel:
- taub
- blind
- Oder sie haben Lern-Schwierigkeiten
Man sagt deshalb:
Sie haben in diesem Bereich eine Beeinträchtigung.
Was ist eine geistige Beeinträchtigung?
Das ist nicht klar.
Es gibt keine genaue Erklärung.
Menschen mit geistiger Beeinträchtigung sind sehr verschieden.
Der Begriff ist eine Sammel-Bezeichnung.
Das heißt:
Es gibt verschiedene Arten von geistigen Beeinträchtigungen.
Die Welt-Gesundheits-Organisation sagt:
Manche Menschen mit geistiger Beeinträchtigung
- verstehen Sachen nicht so gut
- Oder sie brauchen mehr Zeit, damit sie etwas verstehen
- lernen langsamer als andere Menschen
- haben Probleme mit dem Sprechen
- können sich nicht so gut bewegen
- Oder können nicht so gut mit ihren Gefühlen umgehen
Wie stark die geistige Beeinträchtigung ist,
kann man mit einem Intelligenz-Test fest-stellen.
Man unterscheidet zwischen:
- leichten
- mittel-schweren
- schweren
- Und schwersten
geistigen Beeinträchtigungen.
Die meisten jungen Menschen haben eine leichte geistige Beeinträchtigung.
Diese Menschen können Unterstützung bekommen.
Dann können sie in der Schule lernen.
Und sie können einen Beruf lernen.
Sie können auch gut mit anderen Menschen zusammen sein.
Wie stark eine Behinderung ist,
sagt der Grad der Behinderung.
Der Grad der Behinderung ist eine Zahl.
Die kurze Wort ist: GdB
Die Zahl zeigt:
So schwer ist die Behinderung.
Der niedrigste GdB ist 20, der höchste GdB 100.
Es gibt Regeln für den GdB.
Die Regeln heißen: Versorgungs-medizinische Grund-Sätze.
Eine Person hat einen GdB von 30 bis 40?
Dann hat die Person eine anerkannte Behinderung.
Dann kann sie nach der Schule noch lernen.
Zum Beispiel:
- in einer Ausbildung
- Oder in einer Ausbildung für Menschen mit Behinderungen mit Sonder-Regeln
Vielleicht kann eine Person auch mit Sonder-Regeln nicht mehr lernen.
Dann kann man einen GdB von 50 bis 70 haben.
Das heißt: Die Person ist schwer-behindert.
Manche Personen haben schwere Intelligenz-Mängel.
Das heißt:
Die Personen haben sehr große Lern-Schwierigkeiten.
Dann ist der GdB 80 bis 100.
Diese Personen sind auch schwer-behindert.
Seit dem Jahr 2025 benutzt die Bundesvereinigung Lebenshilfe andere Wörter.
Früher sagte die Lebenshilfe oft:
Menschen mit geistiger Behinderung.
Heute sagt die Lebenshilfe lieber:
Menschen mit Unterstützungs-Bedarf
Oder:
Menschen mit Unterstützungs-Bedarf und kognitiver Beeinträchtigung.
Die Lebenshilfe möchte damit respektvolle Wörter benutzen.
Die neuen Wörter sollen besser zu den Menschen passen.
Die Sprache soll freundlich und wertschätzend sein.
Die Sprache soll auch zu unserer heutigen Zeit passen.
Hier werden Schwere Wörter erklärt:
Kognitiv
Kognitiv ist ein lateinisches Wort und bedeutet:
Wissen und Erkennen
Es meint alles,
was mit
- Lernen
- Denken
- Erinnern
- Und Wissen
zusammen-hängt.
Intellektuell
Intellektuell ist ein anderes Wort für: geistig
Versorgungs-medizinische Grund-Sätze
Menschen mit Behinderungen können beim Versorgungs-Amt
einen Schwer-Behinderten-Ausweis beantragen.
Das Versorgungs-Amt stellt fest:
Wie schwer die Behinderung bei einem Menschen ist.
Im Schwer-Behinderten-Ausweis
steht dann eine Zahl zwischen 20 und 100.
Das ist der Grad der Behinderung.
Die Abkürzung dafür ist: GdB.
Gutachter vom Versorgungs-Amt prüfen und bestimmen den GdB.
Es gibt feste Regeln für die Prüfung und Festlegung vom GdB.
Diese Regeln heißen
- Versorgungs-Medizin-Verordnung
- Oder Versorgungs-medizinische Grund-Sätze
Die Versorgungs-medizinischen Grund-Sätze sind eine Art Katalog.
Dort wird fest-gelegt,
welcher GdB für eine bestimmte Krankheit
Oder Behinderung vergeben wird.
Zum Beispiel:
Der Verlust von einem Arm (im oberen Bereich von dem Arm)
führt zu einem GdB von 70.
Welt-Gesundheits-Organisation
Die Welt-Gesundheits-Organisation
ist eine Organisation von den Vereinten Nationen.
In Englisch heißt die Welt-Gesundheits-Organisation:
World Health Organization
Das kurze Wort dafür ist WHO.
Die WHO will für alle Menschen auf der Welt mehr Gesundheit.
Sie kämpft gegen Krankheiten.
Der Haupt·Sitz der WHO ist in Genf.
Genf ist eine Stadt in der Schweiz.
Die WHO wurde im Jahr 1948 gegründet.
Eine eindeutige und allgemein akzeptierte Definition für „geistige Beeinträchtigung“ gibt es nicht, da Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen keine einheitliche Gruppe mit fest umschriebenen Eigenschaften bilden. Der Begriff dient als eine Art Sammelbezeichnung für vielfältige Erscheinungsformen und Ausprägungsgrade der Intelligenzentwicklung im Zusammenspiel mit den Alltagsfähigkeiten.
Laut Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden geistige Beeinträchtigungen in der Klassifikation ICD-11 als „Störungen der Intelligenzentwicklung“ bezeichnet. Dies sind neuroentwicklungsbedingte Beeinträchtigungen der intellektuellen Fähigkeiten des Denkens, Lernens und der Alltagsfähigkeiten, die bereits in der Kindheit beginnen.
Ausprägungen kognitiver Beeinträchtigungen
Eine geistige Beeinträchtigung macht sich bereits im Kindes- oder Jugendalter bemerkbar. (Wenn kognitive Fähigkeiten beim Erwachsenen oder im höheren Lebensalter verloren gehen, wird dies anders bezeichnet.) Geistige Beeinträchtigung können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Anhand der intellektuellen Fähigkeiten und des adaptiven Verhaltens wird zwischen leichter, mittelschwerer, schwerer und schwerster Beeinträchtigung unterschieden.
Etwa 85 Prozent sind der Gruppe mit leichter geistiger Beeinträchtigung zuzuordnen. Durch entsprechende Unterstützung und Förderung können junge Menschen mit leichteren Beeinträchtigungen schulische und berufliche Fähigkeiten erwerben und erfolgreich am sozialen Leben teilnehmen.
Geistige Beeinträchtigung und Grad der Behinderung (GdB)
In den Versorgungsmedizinischen Grundsätzen (VMG) werden bestimmte Kriterien für die Beurteilung des Grad der Behinderung (GdB) herangezogen unter der Überschrift 3.4 Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit im Kindes- und Jugendalter (Link siehe unter Rechtsgrundlagen: Versorgungsmedizinische Grundsätze (VMG) B3: Nevensystem und Psyche).
Die Lebenshilfe verwendet eine neue Bezeichnung
Der Diskurs zur diskriminierungssensiblen Bezeichnung des Personenkreises
Die Bundesvereinigung Lebenshilfe setzt sich seit 1958 als Selbsthilfe-, Eltern- und Fachverband für Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung sowie für ihre Familien ein. Seit Herbst 2025 verwendet die Bundesvereinigung Lebenshilfe statt des Begriffs „geistige Behinderung“ offiziell die Bezeichnung „Menschen mit Unterstützungsbedarf“ oder auch „Menschen mit Unterstützungsbedarf und kognitiver Beeinträchtigung“.
Die neue Bezeichnung wurde nach einer intensiven, einjährigen Diskussionsphase von der Mitgliederversammlung beschlossen. Die Änderung erfolgte, da der alte Begriff von vielen Betroffenen als abwertend, ausgrenzend und nicht mehr zeitgemäß empfunden wurde.
Weitere Details zum Diskussionsprozess finden Sie auf den Seiten der Bundesvereinigung Lebenshilfe (Link siehe unter Externe Links).
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