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Grad der Behinderung (GdB)

Der Grad der Behinderung (GdB) gilt als Maß für die Beeinträchtigungen körperlicher, geistiger oder seelischer Funktionen mit Fokus auf deren Auswirkungen auf die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. (Alterstypische Beeinträchtigungen werden bei der Beurteilung nicht berücksichtigt). Der GdB sagt jedoch nichts aus über die Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz und ist unabhängig vom ausgeübten oder angestrebten Beruf.

Menschen mit chronischen Erkrankungen* und Behinderungen können bei der zuständigen Versorgungsverwaltung einen GdB-Antrag stellen (Antrag auf Feststellung und Anerkennung einer Behinderung nach dem Schwerbehindertenrecht).

Die Versorgungsverwaltung prüft die eingegangenen Unterlagen, fordert gegebenenfalls weitere Gutachten der behandelnden Ärztinnen und Ärzte an und erlässt abschließend einen Feststellungsbescheid.

Je nach Ausmaß der festgestellten Beeinträchtigungen wird der GdB (auf einer zehnstufigen Skala) zwischen 20 und 100 festgesetzt. Beträgt der GdB 50 und mehr, liegt eine Schwerbehinderung vor. In diesem Fall stellt die Versorgungsverwaltung einen Schwerbehindertenausweis und Merkzeichen aus.

*Chronische Erkrankungen können als Behinderung anerkannt werden, beispielsweise Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Rheuma, Diabetes, Multiple Sklerose, schmerzhafte Rückenleiden oder Krebserkrankungen.

Bemessen wurde der GdB früher nach den sogenannten bundesweit geltenden „Anhaltspunkten für die ärztliche Gutachtertätigkeit (AHP)“. Diese wurden 2009 durch die Versorgungsmedizinischen Grundsätze (VMG) (Anlage zu § 2 der Versorgungsmedizin-Verordnung) ersetzt.

Einige Nummern der AHP sind im Zuge der Reform entfallen, die meisten Nummern haben aber auch nach Inkrafttreten der Versorgungsmedizin-Verordnung ihre Gültigkeit behalten.

Einzelne Erkrankungen werden nicht addiert, sondern in ihrer Gesamtheit als Gesamt-GdB bewertet. Zum Beispiel führt Erkrankung A zu einem GdB von 50, Erkrankung B zu einem GdB von 30. Insgesamt wird aber kein GdB von 80, sondern beispielsweise ein GdB von 60 festgestellt. Bei Anerkennung der Behinderung wird der Gesamt-GdB im Bescheid mitgeteilt.

(ml) 2021