Sprungnavigation Tastaturkurzbefehle

Suche und Service

Inhalt

Inklusionsvereinbarung
Integrationsvereinbarung für ein Ministerium auf Landesebene zur gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben

Daten

Branche:

Verwaltung

Unternehmensgröße:

Großunternehmen 250 und mehr Mitarbeiter

Art:

Gesamtvereinbarung

Integrationsvereinbarung

zur gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben XXX

gemäß § 83 Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX)

Inhalt

1 Ziele der Integrationsvereinbarung
2 Rechtliche Rahmenbedingungen
3 Geltungsbereich
4 Handlungsfelder
4.1 Beschäftigungsquote
4.2 Einstellung, Stellenbesetzung
4.3 Arbeitsbedingungen
4.4 Teilzeit
4.5 Dienstliche Qualifizierung
4.6 Barrierefreiheit
4.7 Dienstliche Beurteilung
4.8 Abordnung, Versetzung, Umsetzung
4.9 Prävention
4.10 Fortbildung der Führungskräfte
5 Bericht des Arbeitgebers
6 Schlussbestimmungen
6.1 Gleichstellungsbestimmung
6.2 Bekanntmachung
6.3. Inkrafttreten, Außerkrafttreten

1 Ziele der Integrationsvereinbarung

Mit Inkrafttreten des Übereinkommens der Vereinten Nationen Ober die Rechte von Menschen mit Behinderungen vom 13. Dezember 2006 (UN-Behindertenrechtskonvention BRK) wurde ein Paradigmenwechsel von dem bis dahin geltenden Fürsorgegrundsatz hin zur gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung eingeleitet. Die UN-Behindertenrechtskonvention verbietet die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen. Sie garantiert ihnen die bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte. Den XXX trifft als Dienstherrn und Arbeitgeber eine besondere Verantwortung, den lnklusionsgedanken für Menschen mit Behinderung zu verwirklichen. Dabei kommt insbesondere dem XXX als dem für die Belange von Menschen mit Behinderung zuständigen Ressort eine Vorbildfunktion zu. Die Inklusion von Menschen mit Behinderung in Ausbildung und Beruf ist wesentlicher Ausdruck und gleichzeitig Voraussetzung für eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Ziel dieser Integrationsvereinbarung ist es, die gleichberechtigte Teilhabe schwerbehinderter Menschen im XXX aktiv zu unterstützen und weiter voranzubringen (vgl. Personalentwicklungskonzept, Stand: 1. April 2014, V 7., S. 16). Die hierfür notwendigen Regelungen werden zwischen der Dienststelle, dem Personalrat und der Schwerbehindertenvertretung (nachfolgend Beteiligte genannt) verbindlich vereinbart.

2 Rechtliche Rahmenbedingungen

Das Verbot der Benachteiligung von Menschen mit Behinderung ist im Grundgesetz und in der Verfassung des XXX verankert. Darüber hinaus richtet die Verfassung des XXX an den Staat den Auftrag, die gleichwertige Teilnahme von Menschen mit Behinderung am Leben in der Gemeinschaft zu fordern. Die durch Ratifizierung am 26. Marz 2009 in der Bundesrepublik Deutschland in Kraft getretene UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet die Vertragsstaaten, die volle Verwirklichung aller Menschenrechte und Grundfreiheiten für alle Menschen mit Behinderung, ohne jede Diskriminierung aufgrund von Behinderung zu gewährleisten und zu fordern. Der Dienstherr / Arbeitgeber hat die Pflicht, die schwerbehinderten Beschäftigten bei der Verwirklichung der Teilhabe am Arbeitsleben gemäß § 45 BeamtStG bzw. nach den allgemeinen arbeitsrechtlichen Grundsätzen aktiv zu unterstutzen.
Diese Pflicht erstreckt sich nicht nur auf die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen entsprechend ihren Fähigkeiten und Kenntnissen, sondern auch darauf, Initiativen zu ergreifen, die schwerbehinderten Menschen beim XXX berufliche Perspektiven zu eröffnen. Dabei sollen die persönlichen Potentiale der behinderten Menschen im Vordergrund stehen (vgl. Personalentwicklungskonzept, Stand: 1. April 2014, VI 10., S. 27).

Diese Grundsätze werden in folgenden Gesetzen konkretisiert. Sie sind bei der Auslegung der vorliegenden Integrationsvereinbarung heranzuziehen:

- Neuntes Buch Sozialgesetzbuch - Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen (SGB IX) vom 19. Juni 2001 (BGBI. I S. 1046) in der jeweils geltenden Fassung,
- Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) vom 14. August 2006 (BGBI. I S. 1897) in der jeweils geltenden Fassung,
- Thüringer Gesetz zur Gleichstellung und Verbesserung der Integration von Menschen mit Behinderungen (ThürGIG) vom 16. Dezember 2005 (GVBI. S. 383) in der jeweils geltenden Fassung,
- Verordnung zur Ausführung des Thüringer Gesetzes zur Gleichstellung und Verbesserung der Integration von Menschen mit Behinderungen (ThürGIGAVO) vom 4. Mai 2007 (GVBI. S. 69) in der jeweils geltenden Fassung.

3 Geltungsbereich

Die Integrationsvereinbarung gilt für die Dienststelle des XXX. Sie trifft Regelungen im Sinne des § 83 SGB IX und ist auf folgende Personen anwendbar:

1. schwerbehinderte Menschen gemäß § 2 Abs. 2 SGB IX, d. h. Personen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50,
2. gleichgestellte behinderte Menschen im Sinne des § 2 Abs. 3 SGB IX mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50, aber mindestens 30.

Für behinderte Menschen mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50, aber mindestens 30, die nicht gleichgestellt im Sinne des § 2 Abs. 3 SGB IX sind, ist im Einzelfall zu prüfen, ob besondere, der Behinderung angemessene Maßnahmen nach dieser Integrationsvereinbarung in Betracht kommen.

4 Handlungsfelder

Bei der Verwirklichung der Inklusion von Menschen mit Behinderung im Arbeitsleben wirken die Dienststellenleitung, die für Personal und Organisation Verantwortlichen, der Beauftragte nach § 98 SGB IX, die Schwerbehindertenvertretung sowie der Personalrat mit. Die nachstehend aufgeführten Regelungen dienen der Verwirklichung der gleichberechtigten Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben. Die Beteiligten weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei den Maßnahmen zur Förderung schwerbehinderter Menschen nicht um Privilegien handelt, sondern um notwendige Hilfen zur Vermeidung von Benachteiligungen sowie zur Herstellung von Chancengleichheit (Nachteilsausgleich).

4.1Beschaftigungsquote
Nach § 71 Abs. 1 Satz 1 SGB IX haben öffentliche Arbeitgeber mindestens fünf Prozent der Arbeitsplatze mit schwerbehinderten Menschen zu besetzen. In Anerkennung der besonderen Vorbildfunktion und der sozialpolitischen Bedeutung der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen strebt das XXX an, Ober die gesetzliche Beschäftigungsquote hinaus dauerhaft eine höhere Beschäftigungsquote zu erreichen. Dabei sollen schwerbehinderte Frauen besonders berücksichtigt werden.

Zur Erreichung einer höheren als der gesetzlichen Beschäftigungsquote sind geeignete Maßnahmen zu ergreifen, z. B. eine Anfrage bei der Zentrale für Auslands- und Fachvermittlung (ZAV - Arbeitgeberservice schwerbehinderte Akademiker) in Bonn (Tel.: 0228/7131313; E-Mail: zav@arbeitsagentur.de).

4.2 Einstellung, Stellenbesetzung
Jede freie Stelle wird daraufhin überprüft, ob und inwieweit sie mit einem schwerbehinderten Menschen besetzt werden kann (§ 81 Abs. 1 SGB IX). Dabei ist davon auszugehen, dass grundsätzlich alle Arbeitsplätze zur Besetzung mit einem schwerbehinderten Menschen geeignet sind, soweit nicht in einzelnen Tätigkeitsbereichen besondere gesundheitliche Anforderungen an die Mitarbeiter gestellt werden müssen. Im Rahmen der Prüfung ist die Schwerbehindertenvertretung unter umfassender und unverzüglicher Unterrichtung zu hören.

Die Entscheidung der Dienststelle, die der Schwerbehindertenvertretung unverzüglich mitzuteilen 1st, ist bei Bedenken der Schwerbehindertenvertretung mit dieser unter Darlegung der Gründe zu erörtern.

In Stellenausschreibungen ist zu vermerken, dass schwerbehinderte Bewerber bei ansonsten gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt eingestellt werden.

Die Dienststelle nimmt frühzeitig Kontakt mit der Agentur für Arbeit auf und meldet dieser möglichst zeitgleich mit einer etwaigen Stellenausschreibung frei werdende und neu zu besetzende sowie neue Arbeitsplatze (§ 82 Satz 1 SGB IX).

Die Schwerbehindertenvertretung und der Personalrat sind Ober die Bewerbungen von schwerbehinderten Menschen unmittelbar nach deren Eingang zu unterrichten (§ 81 Abs. 1 Satz 4 SGB IX). Die Schwerbehindertenvertretung hat das Recht auf Einsicht in die entscheidungserheblichen Teile der Bewerbungsunterlagen aller schwerbehinderten Menschen sowie die entscheidungserheblichen Teile der Unterlagen der nichtbehinderten Bewerber, die in die engere Wahl kommen.

Schwerbehinderte Bewerber, die sich auf einen Arbeitsplatz beworben haben (externe und interne Bewerber), sind zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen (§ 82 Satz 2 SGB IX). Nach § 82 Satz 3 SGB IX ist die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch nur dann entbehrlich, wenn die fachliche Eignung offensichtlich fehlt. In Anwendung dieser Regelung ist von dem Vorstellungsgespräch nur dann abzusehen, wenn zwischen Dienststelle und der Schwerbehindertenvertretung Einvernehmen darüber besteht, dass die Bewerber für den freien Arbeitsplatz nicht in Betracht kommen. Die Schwerbehindertenvertretung hat bei Vorliegen von Bewerbungen schwerbehinderter Menschen nach § 95 Abs. 2 Satz 3 SGB IX das Recht, an allen Vorstellungsgesprächen im Zusammenhang mit der Stellenbesetzung teilzunehmen und Einsicht in alle entscheidungserheblichen Teile der Bewerbungsunterlagen der zum Vorstellungsgespräch geladenen (behinderten und nichtbehinderten) Bewerber zu nehmen. Die schwerbehinderten (nicht jedoch die nichtbehinderten) Bewerber können die Teilnahme der Schwerbehindertenvertretung gemäß § 81 Abs. 1 Satz 10 SGB IX ablehnen.

Erfolgt die Auswahlentscheidung auf der Grundlage eines Assessment-Centers oder eines anderen Auswahlverfahrens, welches einer Prüfung ähnelt, sind schwerbehinderten Bewerbern zur Vermeidung von Wettbewerbsnachteilen die infolge ihrer Behinderung erforderlichen Nachteilsausgleiche zu gewahren (vgl. § 4 Abs. 3 Satz 1 ThürLaufbG).

Die schwerbehinderten Bewerber sind vor der Durchführung des Assessment-Centers bzw. eines sonstigen Auswahlverfahrens auf die Möglichkeit des Nachteilsausgleichs hinzuweisen. Die fachlichen Anforderungen dürfen jedoch nicht geringer bemessen werden (vgl. § 4 Abs. 3 Satz 2 ThürLaufbG).

Ist die Schwerbehindertenvertretung oder der Personarat mit der Auswahlentscheidung der Dienststelle nicht einverstanden, ist die Entscheidung mit diesen unter Darlegung der Gründe zu erörtern. Alle Beteiligten sind von der Dienststelle Ober die getroffene Entscheidung unter Darlegung der Gründe unverzüglich zu unterrichten.

Im Zusammenhang mit der Begründung eines Beamtenverhältnisses ist zu beachten, dass von schwerbehinderten Menschen nur das Mindestmaß an körperlicher Eignung verlangt werden darf (§ 4 Abs. 2 Satz 1 ThürLaufbG). Die personalbearbeitende Stelle weist die für die Untersuchung primär zuständige Stelle auf diese Bestimmung hin.

Bei der internen Besetzung von Stellen bzw. Dienstposten ist die Schwerbehindertenvertretung wie bei Einstellungsverfahren zu beteiligen, sofern Bewerbungen von schwerbehinderten Menschen vorliegen (§ 81 i. V. m. § 95 Abs. 2 SGB IX).

4.3 Arbeitsbedingungen
Schwerbehinderte Bedienstete erfüllen ihre Dienstpflichten wie andere nichtbehinderte Bedienstete. Zur Erbringung gleichwertiger Leistungen müssen sie häufig einen größeren Einsatz an Energie, Kraft und Engagement als nichtbehinderte Mitarbeiter erbringen. Sie sind daher durch Vorgesetzte und Kollegen zu unterstützen. Auf behinderungsbedingte Besonderheiten ist in der Zusammenarbeit mit schwerbehinderten Bediensteten insbesondere in Bezug auf die Ausgestaltung der Arbeitsorganisation und des Arbeitsumfeldes Rücksicht zu nehmen (§ 81 Abs. 4 Satz 1 Nr. 4 SGB IX).

Die Arbeitsplätze schwerbehinderter Bediensteter sind so auszugestalten, dass ihre behinderungsbedingten Beeinträchtigungen möglichst ausgeglichen werden. Zur Arbeitserleichterung und zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit sind die nach Art und Ausmaß der Behinderung erforderlichen Hilfsmittel bereitzustellen (§ 81 Abs. 4 Satz 1 Nr. 4 und 5 SGB IX). Dabei sind die fachlichen und finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten des Integrationsamtes und der Integrationsfachdienste in Anspruch zu nehmen.

Auf Wunsch von schwerbehinderten Mitarbeitern soll eine Arbeitsplatzbegehung durch die Schwerbehindertenvertretung und einen Vertreter der Dienststelle erfolgen. Dabei sind die behindertengerechte Ausstattung und die Möglichkeit einer Verbesserung der individuellen Arbeitssituation zu prüfen.

4.4 Teilzeit
Schwerbehinderte Bedienstete haben einen gesetzlichen Anspruch auf Tellzeitbeschäftigung, wenn die kürzere Arbeitszeit wegen Art und Schwere der Behinderung notwendig ist (§ 81 Abs. 5 SGB IX). Darüber hinaus soll schwerbehinderten Teilzeitbeschäftigten vorbehaltlich der stellenplanmäßigen Voraussetzungen eine problemlose und möglichst kurzfristige Erhöhung der reduzierten Arbeitszeit bis hin zur Vollbeschäftigung genehmigt werden, sofern dienstliche Belange nicht entgegenstehen.

4.5 Dienstliche Qualifizierung
Besonderer Wert ist auf die dienstliche Qualifizierung der schwerbehinderten Bediensteten zu legen. Ihnen ist Gelegenheit zu geben, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zu erhalten und zu erweitern. Sie haben Anspruch auf bevorzugte Berücksichtigung bei Maßnahmen zur dienstlichen Qualifizierung im Sinne der Nummern 1 und 2 des § 48 Abs. 1 Satz 2 ThürLaufbG (§ 81 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 SGB IX). Darüber hinaus haben sie im zumutbaren Umfang Anspruch auf Erleichterungen der Teilnahme an entsprechenden außerdienstlichen Mailnahmen (§ 81 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 SGB IX).

4.6 Barrierefreiheit
Bei baulichen Veränderungen ist die Schwerbehindertenvertretung so frühzeitig einzubeziehen, dass sie entsprechende Vorschläge für barrierefreie Maßnahmen (insbesondere hinsichtlich der barrierefreien Ausgestaltung des Gebäudezugangs, der Parkmöglichkeiten, der Sanitär- und Sozialraume) in die Planung einbringen kann. Die einschlägigen Vorschriften der Arbeitsstättenverordnung vom 12. August 2004 (BGBI. I S. 2179) in der jeweils geltenden Fassung insbesondere zur barrierefreien Gestaltung (§ 3a Abs. 2 ArbStättV) sind zu beachten (§ 81 Abs. 4 Satz 1 Nr. 4 SGB IX).
Die eingesetzte Hard- und Software soll für alle Bediensteten vom Beginn des Einsatzes an barrierefrei nutzbar sein.

Dies ist bereits bei der Planung und Ausschreibung zu berücksichtigen. Entsprechendes gilt für den Einsatz von Telekommunikationssystemen, Zeiterfassungsgeraten u. Ä.

4.7 Dienstliche Beurteilung
Schwerbehinderte Beamte dürfen bei der dienstlichen Beurteilung nicht benachteiligt werden. Bei der Beurteilung der Leistung schwerbehinderter Beamter ist eine etwaige Minderung der Arbeits- und Verwendungsfähigkeit durch ihre Behinderung zu berücksichtigen (§ 4 Abs. 4 ThürLaufbG). Hat die Behinderung Auswirkungen auf die Arbeits- und Verwendungsfähigkeit, ist ihnen das Gesamturteil zuzuerkennen, das sie erhalten würden, wenn ihre Arbeits- und Verwendungsfähigkeit nicht durch die Behinderung gemindert wäre.

Haben sich die Leistungen in einem Beurteilungszeitraum gegenüber einer früheren Beurteilung wesentlich verschlechtert, so ist in der Beurteilung zu vermerken, ob und inwieweit die nachlassende Arbeits- bzw. Verwendungsfähigkeit gegebenenfalls auf die Behinderung zurückzuführen ist.

Vor der Erstellung einer Beurteilung werden die schwerbehinderten Beamten durch die Dienststelle schriftlich auf die Möglichkeit der Mitwirkung der Schwerbehindertenvertretung am Beurteilungsverfahren hingewiesen. Die schwerbehinderten Beamten können innerhalb einer Frist von zwei Wochen nach dem schriftlichen Hinweis gegenüber der Dienststelle erklären, ob sie die Mitwirkung der Schwerbehindertenvertretung wünschen. Sofern ein schwerbehinderter Beamter die Mitwirkung wünscht, ist die Schwerbehindertenvertretung Ober die beabsichtigte Beurteilung zu unterrichten. Die Schwerbehindertenvertretung soll Beurteilende Ober Wesen und Ausmaß der Behinderung informieren. Sie soll darauf hinweisen, welche Auswirkungen die Behinderung aus ihrer Sicht auf die für die Beurteilung wesentlichen Tatsachen hat. Das Mitwirkungsrecht der. Schwerbehindertenvertretung ist nicht mit einem Anspruch auf Einsichtnahme in die Beurteilungsunterlagen verbunden.

Erheben schwerbehinderte Beamte Einwendungen gegen die Beurteilung, und hat die Schwerbehindertenvertretung eine Stellungnahme abgegeben oder hat sie zu den Einwendungen Stellung genommen, ist diese Stellungnahme bei der Entscheidung Ober die Einwendungen zu berücksichtigen.

Die vorgenannten Grundsatze gelten sinngemäß auch für die Beurteilung schwerbehinderter Arbeitnehmer.

4.8 Abordnung, Versetzung, Umsetzung
Bei Abordnung, Versetzung oder Umsetzung von schwerbehinderten Menschen ist dem in § 81 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 SGB IX normierten Anspruch auf eine Beschäftigung, bei der sie ihre Fähigkeiten und Kenntnisse möglichst voll verwerten und weiterentwickeln können, Rechnung zu tragen. Daher soll bei Abordnung, Versetzung und Umsetzung schwerbehinderter Bediensteter besonderer Wert darauf gelegt werden, dass sie entsprechend ihren Fähigkeiten und Kenntnissen eingesetzt und ihnen Entwicklungsmöglichkeiten geboten werden. Von der Abordnung, Versetzung oder Umsetzung eines schwerbehinderten Bediensteten ist abzusehen, wenn dem Betroffenen hierdurch ein behinderungsbedingter Nachteil entstehen würde. Dies gilt nicht Mr Maßnahmen, die durch das Verhalten eines schwerbehinderten Bediensteten erforderlich werden.

Sofern ein Wechsel der Verwendung zur Erweiterung der Fähigkeiten und Kenntnisse (Rotation, § 47 Abs. 2 Satz 2 Nr. 4 ThürLaufbG) als Voraussetzung von Beförderungen verlangt wird, kann in begründeten Einzelfallen zugunsten der schwerbehinderten Beamten hiervon abgesehen werden. Auf diese Weise können insbesondere behinderungsbedingte Beeinträchtigungen (z. B. in Bezug auf Mobilität) berücksichtigt werden (vgl. Personalentwicklungskonzept, Stand: 1. April 2014, V 3., S. 12).

4.9 Prävention
Treten im Zusammenhang mit dem Dienst- oder Arbeitsverhältnis eines schwerbehinderten Bediensteten Schwierigkeiten auf, ist die Schwerbehindertenvertretung möglichst frühzeitig einzuschalten. Mit ihr sollen alle zur Verfügung stehenden Hilfen zur Beratung sowie erforderliche Arbeitshilfen und begleitende Hilfen der Integrationsämter, der Integrationsfachdienste und anderer Rehabilitationsträger erörtert werden, mit denen die Schwierigkeiten beseitigt werden können und das Dienst- oder Arbeitsverhältnis möglichst dauerhaft und störungsfrei fortgesetzt werden kann (§ 84 Abs. 1 SGB IX).

4.10 Fortbildung der Führungskräfte
Führungskräfte sollen für die Belange schwerbehinderter Mitarbeiter sensibilisiert und Ober die zur Verfügung stehenden Beratungs- und Unterstützungsangebote informiert werden.

Die Beteiligten setzen sich dafür ein, lass entsprechende Schulungs- und/oder Informationsveranstaltungen angeboten werden.

5 Bericht des Arbeitgebers

Die Dienststelle berichtet alle zwei Jahre gemäß § 83 Abs. 3 SGB IX in der Versammlung schwerbehinderter Bediensteter Ober alle Angelegenheiten im Zusammenhang mit der Eingliederung schwerbehinderter Menschen in der Dienststelle.

6 Schlussbestimmungen

6.1 Gleichstellungsbestimmung
Status- und Funktionsbezeichnungen in dieser Vereinbarung gelten jeweils in männlicher und weiblicher Form.

6.2 Bekanntgabe
Die Integrationsvereinbarung wird im XXX Staatsanzeiger veröffentlicht. Darüber hinaus wird sie an den üblichen Stellen im XXX bekannt gemacht und steht auch im Datennetz zur Verfügung. Die Agentur für Arbeit und das Integrationsamt erhalten jeweils eine Kopie der Vereinbarung.

6.3 Inkrafttreten, Außerkrafttreten
Die Integrationsvereinbarung tritt mit ihrer Unterzeichnung am24 Dezember 2015 in Kraft.

Gleichzeitig tritt die Integrationsvereinbarung zur gleichberechtigten Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben im XXX vom 20. September 2004, die am 14. September 2006 geändert wurde, außer Kraft.

Ort, Datum: XXX

Unterschriften: XXX

Weiterführende Informationen zur Inklusionsvereinbarung

Mit Inkraftreten des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) wurde u. a. die Bezeichnung von Integrationsvereinbarung zu Inklusionsvereinbarung geändert. Die bereits abgeschlossenen Integrationsvereinbarungen behalten weiter ihre Gültigkeit. Entsprechend finden Sie auch noch Integrationsvereinbarungen hier im Portal.

Sollten Sie eine interessante Vereinbarung finden, die aber noch vom Status her als Integrationsvereinbarung abgeschlossen wurde, so können Sie über den folgenden Link die gesetzlichen Änderungen durch das BTHG abrufen.

Gegenüberstellung SGB IX neu / alt anzeigen (PDF)

Referenznummer:

IV/0130


Informationsstand: 07.06.2021