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Inklusionsvereinbarung
Gesamt- / Integrationsvereinbarung für einen Versorgungskonzern zur beruflichen Integration von Menschen mit Behinderung

Daten

Branche:

Sonstige Dienstleistungen

Unternehmensgröße:

Großunternehmen 250 und mehr Mitarbeiter

Art:

Gesamtvereinbarung

Zwischen der XXX AG, XXX und dem Betriebsrat der XXX AG sowie der Schwerbehindertenvertretung der XXX AG wird eine Integrationsvereinbarung gemäß SGB IX Teil II abgeschlossen.

Präambel

Das Sozialgesetzbuch (SGB IX) sieht die Integrationsvereinbarung als Instrument vor, das die berufliche Integration von Menschen mit Behinderung angesichts des Wandels der Arbeitswelt planvoll regeln soll.
Die Parteien stimmen überein, dass das Erreichen der festgelegten Integrationsziele und eine dauerhafte berufliche Integration von schwerbehinderten Menschen nur durch eine offene, vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Beteiligten möglich ist.
Dies vorausgeschickt vereinbaren die Parteien Folgendes:

§1 Geltungsbereich

Diese Vereinbarung gilt für alle Schwerbehinderten im Sinne von §§ 2, 68 SGB IX, soweit sie nicht leitende Mitarbeiter gem. § 5 BetrVG sind.

§2 Eingliederung schwerbehinderter Menschen

Die Parteien sind sich einig, dass die gesetzlich geforderte Beschäftigungsquote erfüllt werden soll. Dabei ist ein angemessener Anteil von Frauen anzustreben.

§3 Einstellungs- und Auswahlverfahren

(1) Das Unternehmen unterrichtet die Schwerbehindertenvertretung frühzeitig und umfassend zu einer geplanten Einstellung bzw. innerbetrieblichen Arbeitsplatzbesetzung und der Art der Beschäftigung.
(2) Mit dem Schalten einer Anzeige erhalten das Arbeitsagentur, die Schwerbehindertenvertretung und der Betriebsrat je eine Durchschrift der Stellenanzeige.
(3) Unmittelbar nach Eingang der Bewerbungen von Schwerbehinderten werden diese unverzüglich der Schwerbehindertenvertretung mit einer Stellungnahme zur Eignung für die ausgeschriebene Position zugeleitet.
(4) Die Einstellung eines Bewerbers wird unter Beteiligung der Schwerbehindertenvertretung und Wahrung der Rechte des Betriebsrates vorgenommen.
(5) Gegebenenfalls kann während des Einstellungsverfahrens das Arbeitsagentur bzw. dessen Fachdienst zur Unterstützung und Beratungshilfe eingeschaltet werden. Mit dem Arbeitsagentur können dann auch Möglichkeiten der Arbeit auf Probe von Bewerbern mit Behinderung erörtert werden.
(6) Die Parteien sind sich einig, dass nach der Einstellung eines schwerbehinderten Menschen dieser in seiner Arbeitsaufnahme und Stabilisierung seiner Arbeitsleistung unterstützend begleitet werden soll. Als Ansprechpartner stehen der Beauftragte des Arbeitgebers, die Schwerbehindertenvertretung und der Betriebsrat unterstützend und begleitend zur Verfügung.

§4 Interne Stellenbesetzung

Bei Bewerbungen von Schwerbehinderten im Sinne von §§ 2, 68 SGB IX auf innerbetriebliche Arbeitsplätze gelten die gleichen Kriterien wie sie in § 3.1, 3.3 und 3.4 dieser Vereinbarung festgelegt sind.
Die Versetzung, Abordnung oder Umsetzung von Schwerbehinderten im Sinne von §§ 2, 68 SGB IX erfolgt nur, wenn ihnen hierbei gleichwertige und geeignete Arbeitsbedingungen sowie Entwicklungsmöglichkeiten angeboten werden können.

§5 Förderung der beruflichen Weiterbildung

Die Förderung der beruflichen Weiterbildung Schwerbehinderter im Sinne von §§ 2, 68 SGB IX ist unter Berücksichtigung der persönlichen Umstände sowie der betrieblichen Belange sicherzustellen.
Vorgesetzte, in deren Verantwortungsbereich schwerbehinderte Menschen beschäftigt sind, werden im Hinblick auf den Umgang mit diesen Arbeitnehmern geschult. Schwerpunkte dieser Schulung sind Fragen zum behinderungsgerechten Arbeitseinsatz, die behinderungsbedingten Leistungsprobleme, die Arbeitsgestaltung und das erforderliche Konfliktmanagement.

§6 Arbeitsplatzgestaltung

Grundsätzlich sind bei Neuplanung und bei Umbau von bestehenden Arbeitsplätzen unter Rücksprache mit den Betroffenen und der Schwerbehindertenvertretung die Anforderungen an einen behinderungsgerechten Arbeitsplatz zu berücksichtigen.
Das Unternehmen verpflichtet sich, in Abstimmung mit seinen Beauftragten gemäß § 98 SGB IX die Arbeitsplätze von schwerbehinderten Menschen in regelmäßigen Abständen dahin gehend zu überprüfen, ob technische Verbesserungsmöglichkeiten hinsichtlich der aktuellen Arbeitsplatzsituation oder im Hinblick auf zukünftige Veränderungen der Arbeitsanforderungen bestehen. Die evtl. Vergabe von Parkplätzen an Schwerbehinderte erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeberbeauftragten und der Schwerbehindertenvertretung.
Besondere Maßnahmen für die Unterstützung der behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Notfallsituationen sind zu treffen.

§7 Arbeitszeit

Die besonderen Bedürfnisse schwerbehinderter Menschen sind bei der Arbeitszeit zu berücksichtigen.
Z. B. wird Diabetikern die Gelegenheit gegeben, Zwischennahrung aufzunehmen. Wenn Art oder Schwere der Behinderung es notwendig erscheinen lassen, wird die Möglichkeit einer Teilzeitbeschäftigung geprüft.

§8 Kündigungsvermeidung

Soweit ein schwerbehinderter Mensch wie auch immer geartete Probleme am Arbeitsplatz hat, verpflichtet sich das Unternehmen, die Schwerbehindertenvertretung und den Betriebsrat frühzeitig zu informieren und Maßnahmen zu erörtern, die eine Beschäftigung sichern.

§9 Integrationsteam

Es wird ein Integrationsteam gebildet. Dieses Team setzt sich zusammen aus:
- Schwerbehindertenvertretung,
- stellvertretende Schwerbehindertenvertretung,
- Vertreter Betriebsrat,
- Beauftragter des Arbeitgebers gern. § 98 SGB IX.
Bei Bedarf können der Betriebsarzt und außerbetriebliche Berater hinzugezogen werden.

Sprecher dieses Teams ist die Schwerbehindertenvertretung. Das Team hat die Aufgabe:
- die Umsetzung der Integrationsvereinbarung zu überwachen,
- den Arbeitgeber bezüglich der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen zu beraten,
- Konzepte für die Integration zu erstellen,
- die einzelnen Maßnahmen zu koordinieren,
- die Maßnahmen zu begleiten,
- die Ziele laufend zu überprüfen.
Das Integrationsteam ist von der Planung und Festlegung des zukünftigen Personalbedarfs zu unterrichten.
Die Schwerbehindertenvertretung berichtet in regelmäßigen Abständen dem Betriebsrat, der Schwerbehindertenversammlung und der Betriebsversammlung, ob und in welchem Umfang die in der Integrationsvereinbarung vereinbarten Ziele erreicht wurden. Ebenfalls wird das Unternehmen regelmäßig die Entwicklung der Arbeitssituation überprüfen.

§ 10 lnkrafttreten

Die Integrationsvereinbarung tritt mit ihrer Unterzeichnung in Kraft.

§ 11 Schlussbestimmungen

Die Integrationsvereinbarung ist mit einer Frist von drei Monaten zum Ende eines Kalenderjahres schriftlich durch jede Partei kündbar. Im Falle der Kündigung wirkt sie nicht nach.
Jede Seite hat das Recht, Änderungen und Ergänzungen - insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung im Betrieb und die Rechtsprechung - vorzuschlagen, die dann bei Einigung mit aufgenommen werden.

XXX, XXX
Ort, Datum

XXX
Unterschriften

Weiterführende Informationen zur Inklusionsvereinbarung

Mit Inkraftreten des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) wurde u. a. die Bezeichnung von Integrationsvereinbarung zu Inklusionsvereinbarung geändert. Die bereits abgeschlossenen Integrationsvereinbarungen behalten weiter ihre Gültigkeit. Entsprechend finden Sie auch noch Integrationsvereinbarungen hier im Portal.

Sollten Sie eine interessante Vereinbarung finden, die aber noch vom Status her als Integrationsvereinbarung abgeschlossen wurde, so können Sie über den folgenden Link die gesetzlichen Änderungen durch das BTHG abrufen.

Gegenüberstellung SGB IX neu / alt anzeigen (PDF)

Referenznummer:

IV/0143


Informationsstand: 26.07.2021