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Obenauf statt Down: Interview zu Arbeiten mit Down-Syndrom

In der neunten Episode von „Teilhabe & Inklusion“ spricht Rufus Witt mit seiner Kollegin Britta Bauchmüller und seinem Kollegen Frank Tomaszewski darüber wie Menschen mit Down-Syndrom auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten können. 

Menschen mit Down- Syndrom stoßen im Arbeitsleben noch immer auf zahlreiche Barrieren, Vorurteile und fehlendes Verständnis. Sie sind überdurchschnittlich häufig von Arbeitslosigkeit bedroht oder unterhalb ihrer individuellen Fähigkeiten in einer Werkstatt für behinderte Menschen beschäftigt.

Britta und Frank berichten über die Erkenntnisse aus ihrer REHADAT-Wissen Ausgabe zu Down-Syndrom und machen Mut.

Episode 09

Obenauf statt Down: Interview zu Arbeiten mit Down-Syndrom

Veröffentlichungsdatum: 20.03.2026
Dauer: 18:03 Minuten

Podcast: Episode 09

Transkription

Intro

Gemeinsam Barrieren abbauen. Hallo und willkommen zur neuen Ausgabe von „Teilhabe und Inklusion“ – der REHADAT-Podcast. Mein Name ist Rufus Witt und ich spreche mit Betroffenen, Beratungsstellen und Arbeitgebenden über die Barrieren des täglichen Lebens.

Begrüßung

Rufus Witt

Hallo. Und willkommen zu einer neuen Folge von Teilhabe und Inklusion, dem REHADAT Podcast. Ich begrüße diesmal zwei Menschen aus meinem REHADAT-Team als Besuch.

Ich bin gespannt darauf, was Sie uns aus Ihrer Arbeit zum Thema Inklusion von Menschen mit Down-Syndrom auf dem Arbeitsmarkt berichten werden. Einmal Britta Bauchmüller

Hallo Britta.

Britta Bauchmüller

Hallo Rufus.

Rufus Witt

Und Frank. Hallo, Frank.

Frank Tomaszeweski

Hallo Rufus.

Rufus Witt

Herzlich willkommen hier im Podcast. Ihr beiden. Ich freue mich sehr, dass ihr da seid. Stellt euch doch gern mal kurz vor, wenn ihr möchtet.

Britta Bauchmüller

Hallo, ich bin Britta und ich bin wissenschaftliche Referentin bei REHADAT.

Frank Tomaszeweski

Ja, ich bin Frank. Ich arbeite schon einige Jahre bei REHADAT und die Aufgabenschwerpunkte haben sich im Lauf der Zeit immer wieder verändert. Und im Moment schreibe ich Texte rund um das Thema Menschen mit Behinderungen und Arbeitsleben sowie die Wissensreihe.

REHADAT-Wissen

Rufus Witt

Ja, ein gutes Stichwort. Ihr habt eben diese Ausgabe zum Thema Menschen mit Downsyndrom geschrieben. Für „REHADAT  Wissen“, das ist eines unserer Infoangebote. Was ist das überhaupt?

Frank Tomaszeweski

Also bei „REHADAT  Wissen“ versuchen wir zu bestimmten chronischen Erkrankungen oder Behinderungen über Lösungen am Arbeitsplatz zu informieren..

Rufus Witt

Okay. Ja, danke. Eure Ausgabe trägt den Titel: „Obenauf statt Down Wie sich die berufliche Teilhabe von Menschen mit Down-Syndrom gestalten lässt

Wie schwer war es denn für euch, in das Thema euch reinzuarbeiten?

Britta Bauchmüller

Es war auffällig. Auf jeden Fall, dass es gar nicht so viele Fälle gibt von Menschen mit Downsyndrom, die wirklich auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten. Und also es gibt welche, aber das war dann oft irgendwie über persönliche Kontakte oder ein Glücksfall.

Frank Tomaszeweski

Also am Anfang war auf jeden Fall Recherche notwendig, um sich überhaupt ein Bild machen zu können. Was für Besonderheiten ein Leben mit dem Downsyndrom für die Betroffenen und deren Arbeitgeber bedeuten kann. Und der Kontakt mit den Interviewpartnern hat dem Ganzen dann Leben eingehaucht. Da ging es viel darum, welche Auswirkungen sich auf das Arbeitsleben ergeben können und welche Lösungsstrategien hilfreich sein können.

Rufus Witt

Gut. Und jetzt, nach viel getaner Arbeit. Wie konkret kann eure Ausgabe die Menschen unterstützen? Habt ihr Leute im Blick gehabt? Betroffene, Fachkräfte oder Angehörige?

Britta Bauchmüller

ja, alle davon. die Betroffenen selber. Können durch unsere Ausgabe Mut schöpfen. Also ich denke da vor allen Dingen an unsere Interviews und Beispiele von ihren Peers, also von Menschen mit Down-Syndrom, die selber im Arbeitsleben stehen. Das kann auch noch mal motivieren, sich selbst mehr zuzutrauen. Dann gibt es für  Angehörige auf jeden Fall die Möglichkeit,

Die können sich inspirieren lassen, welche Möglichkeiten es alles gibt. Denn ich glaube, da herrscht noch sehr viel Unwissenheit über die verschiedenen Fördermöglichkeiten. Und genau für Fachkräfte sind vor allen Dingen unsere Lösungsansätze interessant. Also wie Menschen mit Down-Syndrom im Arbeitsleben unterstützt werden können.

Rufus Witt

Danke. Gab es denn beim Erstellen so einen Augenblick, wo ihr vielleicht sehr überrascht oder wo Euch  irgendwas sehr berührt hat? So bestimmte typische Aha Momente, die dann vielleicht sogar dazu führen, dass man neue Erkenntnisse entwickelt und dann sich sagt:  Oh, das muss, habe ich jetzt neu gelernt. Das müssen aber auch alle anderen,  die Öffentlichkeit muss  es auch unbedingt erfahren.

Frank Tomaszeweski

Also ich hatte ein Interview mit dem Betreiber eines Cafés und einem Mitarbeiter mit Down-Syndrom und mich hat der Umgang der beiden beeindruckt. Also der Betreiber war sehr natürlich, ohne eine Sonderstellung des Mitarbeiters zu betonen. Zwar schon mit klaren Ansagen und teilweise auch Grenzen, aber sehr menschlich. Auf der anderen Seite schien der Mitarbeiter sich wohlzufühlen und war sichtlich motiviert für seine Arbeit.

Da hatte ich das Gefühl: ja, so kann Inklusion gelingen.

Britta Bauchmüller

Also, mich hat erstaunt in einem Doppelinterview, da hat die Kollegin erzählt,  

dass der Mensch mit Down-Syndrom ganz viele Stärken hat in Sachen, die sie gar nicht kann. Zum Beispiel in der Öffentlichkeit sprechen also gerne Führung macht oder Reden hält, was sie selber sich gar nicht zugetraut hat. Und das haben wir auch öfter gehört, dass es gerade auch so Rampensäue unter den Menschen mit Down-Syndrom gibt, die so was total gerne machen.

Thema Down-Syndrom

Rufus Witt

Das ist dann ja auch eine Freude für die Menschen selber, dass dann so beim Arbeiten erleben zu können, Freude für alle Seiten sozusagen.

Ich bin ja geburtsblind und weiß aus eigener Erfahrung, aus meinem persönlichen Leben, dass es lange Zeit sehr schwer war, auf dem ersten Arbeitsmarkt für behinderte Menschen Fuß zu fassen, früher sogar quasi unmöglich. Wie sieht es da bei Menschen mit Down-Syndrom aus?

Britta Bauchmüller

Genau das haben wir auch gemerkt. Also vielen Menschen mit Down-Syndrom und ihren Angehörigen ist gar nicht bewusst, dass es mehrere Optionen gibt, nach der Schule nicht automatisch in eine Werkstatt, eine WFBM, in eine Werkstatt für behinderte Menschen zu kommen, sondern dass es verschiedene Förderungen auch gibt. eine Studie von dem deutschen Down-Syndrom Info Center hat das auch belegt. Die haben über 500 Menschen mit Syndrom, die in Werkstätten arbeiten oder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Und da war ganz klar zu sehen, dass der Weg oft vorprogrammiert ist. Also dass es von einer Fördergrundschule dann ziemlich direkt auf eine Förderschule und von da auf quasi automatisch in eine WfbM geht.

Frank Tomaszeweski

Wir haben aber auch auf der anderen Seite positive Beispiele gehabt. Es gibt viele Möglichkeiten, Alternativwege zu unterstützen. Ein Punkt dabei ist beispielsweise die Aufklärung, das heißt die Sensibilisierung dafür, welche Herausforderungen es gibt, Menschen mit Down-Syndrom einzustellen, aber auch, welche Potenziale darin stecken. Und wir hoffen natürlich, dass die Broschüre dazu einen Beitrag leisten kann.

Rufus Witt

Super. Was mir auch immer als Behinderter natürlich auffällt, immer so im Bewusstsein mitschwingt:  Einerseits hat man hoffentlich gewisse Begabungen, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sein können, aber es gibt auch immer wieder so behindertenbedingte Einschränkungen durch ganz individuelle Grenzen. Wie sieht es denn damit bei Menschen mit Down-Syndrom aus? Kann man dazu irgendwas sagen?

Frank Tomaszewski

Also Grenzen gibt es sicherlich, die hängen aber immer vom Einzelfall ab. Weil Down-Syndrom ist nicht gleich Down-Syndrom. Und auch dabei ist es ganz wichtig, genau hinzuschauen, welche Fähigkeiten und Einschränkungen eine Person mitbringt.

Britta Bauchmüller

Genau. Und das ist ganz wichtig. Also es ist immer unterschiedlich, aber es gibt manche Faktoren unter denen Menschen mit Down-Syndrom nicht gut arbeiten können. Dazu gehört hoher Zeitdruck, zum Beispiel wenn um sie herum viel Hektik, Stress herrscht und oder eine hohe Flexibilität gefordert ist. Also Spontanität, Dass man von gefassten Plänen kurzfristig absehen muss.

Rufus Witt

Gibt es auch Eigenschaften, die für Unternehmen eindeutig ein Gewinn sein können?

Britta Bauchmüller

Ja, auf jeden Fall. Uns wurde ganz oft gesagt, dass es sehr loyale Menschen sind, sehr ehrliche, direkte, offene Menschen. Dass sie sich gerne an Routinen halten und feste Abläufe, Regeln befolgen. Also das sind alles Sachen, glaube ich, die Arbeitgeber sehr gerne hören. Vor allen Dingen loyal und ehrlich, glaube ich.

Rufus Witt

Mir ist auch beim Durchlesen aufgefallen: diese starke Kontaktfreude und kommunikative Art, dass sie sich sehr für ihr Umfeld auch interessieren, auch wirklich von sich aus auf andere Menschen gerne zuzugehen. Dass viele Betroffene also Beziehungen selber aufbauen, auch gestalten möchten. Ich frage mal so ein bisschen provokativ:

Kann so eine Gestaltung von Beziehungen oder Leben von Beziehungen… kann das eine Schlüsselqualifikation sein? Oder ist es eher ein unterstützender Soft Skill? oder beides?

Britta Bauchmüller

Also, es ist auf jeden Fall bei allen Tätigkeiten im Servicebereich von Vorteil. Also Ihre freundliche Art und herzliche Art ist da sehr oft willkommen. Frank, möchtest du noch was sagen?

Frank Tomaszeweski

Kann ich nur unterstützen. Aber generell gibt es auch andere Bereiche, wo Menschen mit Down-Syndrom gut hineinpassen können. Es ist nicht nur auf den Servicebereich beschränkt.

Wege auf den allgemeinen Arbeitsmarkt

Rufus Witt

Wenn Menschen mit Down-Syndrom gerne arbeiten möchten, an wen können sie sich wenden? Wie kann man so einen Erstkontakt überhaupt aufbauen? Schaffen Sie das alleine? Wie seht ihr das?

Britta Bauchmüller

Ah, du meinst gute Beratungsstellen?

Da haben wir neben der Arbeitsagentur und dem IFD, also dem Integrationsfachdienst, vor allen Dingen die EAA und die EUTB. Mir fällt gerade auf, es sind sehr viele Abkürzungen. Vielleicht erklären wir das noch mal.

Frank Tomaszeweski

Ja, ich habe auch noch eine Ergänzung, weil ich habe mitbekommen, dass eine ganz zentrale Rolle feste Ansprechpersonen im Unternehmen und insbesondere das Jobcoaching, Spielen. Jobcoaches, nur ganz kurz, kommen für eine gewisse Zeit in den Betrieb und haben da dann eine Schlüsselposition. Sie unterstützen die Betroffenen selbst, leiten an und arbeiten mit. Sie sind aber auch Vermittler zwischen Betroffenen Team und Führungsebene.

Rufus Witt

Wenn es da um die Kosten geht, muss der Arbeitgeber die Kosten für den Jobcoach zum Beispiel übernehmen.

Britta Bauchmüller

Das ist eine Förderleistung, die vom jeweiligen Kostenträger übernommen wird. Das verlinken wir noch in den Shownotes.

Rufus Witt

 Wenn jetzt ein Arbeitswunsch aufgekommen ist, bei einem Menschen mit Down-Syndrom, gibt es irgendwelche Hilfestellung oder Hilfen, dass Sie ein bisschen mehr Klarheit reinkriegen? Welcher Wunsch ist überhaupt realistisch, und was ist machbar?

Aber trotzdem, dass es Ihnen trotzdem Spaß macht und Ihren Bedürfnissen gerecht wird?

Frank Tomaszewski

Ja, was wichtig ist, ist eine Arbeitserprobung, beispielsweise durch ein Langzeitpraktikum. Und uns ist immer widergespiegelt worden, dass es wichtig ist, da eine möglichst lange Dauer durchzuführen. Erstens, um sich einen Überblick zu verschaffen, ob der jeweilige Job generell etwas ist und zweitens natürlich auch, um sich kennenzulernen.

Britta Bauchmüller

Da haben wir noch manche Programme rausgefunden. Zum Beispiel gibt es den Bundesfreiwilligendienst für alle. Das wollen wir auch noch in den Shownotes ergänzen.

Rufus Witt

Danke. Und jetzt ist vielleicht ein Arbeitgeber da, der ist ganz neu, der hat noch nie damit zu tun gehabt. Aber er hat Interesse: Welche Vorbereitung braucht dieser Arbeitgeber?

Britta Bauchmüller

Es ist sehr wichtig, dass das ganze Team mit ins Boot geholt wird, also dass alle Mitarbeiter über Down-Syndrom an sich informiert werden, aber auch über die spezifischen Lernwege. Und ein Jobcoaching zum Beispiel ist auch schon ab Tag eins möglich. Das muss natürlich organisiert werden, wenn das genutzt werden möchte.

Und darüber wäre es zum Beispiel auch möglich, einen Teamworkshop zu veranstalten. Und wie Frank eben sagt, dass es sehr wichtig oder förderlich, dass es eine feste Bezugsperson gibt für den Menschen mit Down-Syndrom, und das sollte auch möglichst vorher schon festgelegt werden. Dass er einen Ansprechpartner am ersten Tag hat.

Frank Tomaszewski

Ja, ich würde noch ergänzen, dass Menschen mit Down-Syndrom feste Regeln und Strukturen brauchen und deswegen können schriftliche Pläne sehr hilfreich sein. Wenn jemand anhand einer Liste genau sehen kann, was getan werden muss und die erledigten Punkte selbstständig abhaken kann, dann kann das motivieren und Sicherheit geben.

Ja, was mir noch einfällt: Menschen mit Down-Syndrom können sehr emotional reagieren, insbesondere wenn sie Situationen anders einschätzen beispielsweise wenn ein heftig geführtes Gespräch für einen Streit gehalten wird. Das kann Angst auslösen.

Rufus Witt

Ich fand es zum Beispiel interessant, dass auch für diese Pläne sogenannte Symbolgrafiken verwendet werden. Also gar nicht nur so Checklisten, sondern gerne auch mit viel Bebilderung, sehr grafiklastig. Das scheint ja sehr zu helfen. Das fand ich irgendwie interessant, dass dies auch ganz essenziell zu sein scheint.

Britta Bauchmüller

Ja, genau. Wir haben da zwei Beispiele, die beiden durften wir auch besuchen. Wirklich an ihrem Arbeitsplatz. Das war so mein Highlight persönlich. Genau. Und dann haben wir gesehen: Eigentlich hat jeder so eine Art Aufgabenplan, und die sind ganz unterschiedlich gestaltet. Bei einer Arbeitnehmerin war das zum Beispiel viel mit Symbolen, und bei einem anderen war das mit so einer Art Ampelsystem, damit der direkt Feedback bekommt – auch von seiner Kollegin.

Rufus Witt

Was mir dann noch aufgefallen war, das fand ich sehr spannend zu lesen in einem Fall von einem in dem Fall eines Interviews, dass es hieß:  Es ist ganz wichtig, dass Arbeitsanweisungen und auch Feedback nur von zwei bestimmten Bezugspersonen kommt. In dem Fall war es, glaube ich, eine Kollegin und ein Vorgesetzter. Und das ist ja auch interessant. Für Uns wäre das ja völlig normal. Wir hätten das gar nicht auf dem Schirm: jeder, der Feedback geben kann, wenn es gebraucht wird, dann erhält man eben von irgendjemand Feedback, mit dem man irgendwie ein bisschen oder enger zusammenarbeitet und genauso mit Arbeitsanweisungen.

Aber das ist hier ganz wichtig, wirklich nur zwei Personen, damit der Ablauf nicht durcheinander gebracht wird, oder?

Britta Bauchmüller

Ja, genau. Da geht es einmal darum, dass es wirklich so eine feste Bezugsperson gibt und die auch die wichtigen Sachen wie Feedback gibt. Und auf der anderen Seite widersprechen sich natürlich auch Leute. Das weiß jeder von uns, dass irgendwie der eine Kollege sagt es dir so, aber der andere macht das anders und deswegen ist es wichtig, dass er klare Anweisung bekommt.

Rufus Witt

Da ist dann das Vertrauensverhältnis entstanden. Das hilft eben den Leuten, denen ich am meisten vertraue, von denen erwarte ich dann auch das beste Feedback und die klarsten Anweisungen. Das ergänzt sich dann wahrscheinlich. Schon sehr spannend.

Habt ihr denn besonders gute Best Practice Beispiele, eines oder mehrere, gefunden, wo man genau weiß oder wo man im Langzeiterfolg sagen kann, da sind wirklich beide Seiten Dauerhaft zufrieden?

Britta Bauchmüller

Genau. Wenn du jetzt auf eine Person das gerne wissen möchtest, Da hatten wir ein Interview mit Leonard Ley. Der ist mittlerweile schon seit über zehn Jahren tatsächlich auf seinem Arbeitsplatz: immer in sehr verschiedenen Modellen, über Budget für Arbeit, BiAP

Genau. Und wenn du auf ein Modell abspielst, da haben wir wirklich Jobcoaching Also als sehr gute Möglichkeit gesehen, die bei vielen zu Erfolg geführt hat. Noch relativ neu, aber wahrscheinlich sehr interessant Für Arbeitgeber ist das Budget für Ausbildung bzw. danach das Budget für Arbeit.

Zusammenfassung

Rufus Witt

Gibt es denn etwas Wichtiges für euch, was Arbeitgeber aus dieser Folge mitnehmen sollten?

Frank Tomaszewski

Also ich glaube, die Voraussetzung, eine behinderte Person einzustellen, sind in Deutschland recht günstig. Es gibt diverse Unterstützungsmöglichkeiten für Unternehmen, es sind aber auch natürlich viele Herausforderungen zu meistern. Eine davon ist, die Barrieren, die im Kopf möglicherweise vorhanden sind, zu verkleinern. Wir hoffen, die Broschüre kann einen kleinen Teil dazu beitragen.

Britta Bauchmüller

ich würde gerne noch ergänzen, was Leonard Lee in seinem Interview gesagt hat. Also sein Tipp für andere Menschen mit Down-Syndrom war, dass sie sich mehr zutrauen sollen. Und das gilt nicht nur für diese Menschen selbst, dass sie sich selbst mehr zutrauen sollen, sondern das gilt auch für unsere Gesellschaft. Ich glaube, es wird oft den Menschen  nicht das zugetraut, was sie leisten können.

Rufus Witt

Ja. Schönes Schlusswort. Vielen Dank, dass ihr da wart. Die Beispiele, die ihr hier gebracht habt, zeigen ganz klar, dass Teilhabe von Menschen mit Down-Syndrom am Arbeitsleben möglich ist.

Vielleicht kann diese Podcast-Folge und auch natürlich Eure Ausgabe für REHADAT-Wissen auch Leute ermutigen, mal einen ganz neuen Weg auszuprobieren. Die Hilfssysteme dafür sind jedenfalls vorhanden und lassen sich bei Bedarf nutzen oder anzapfen.

Für alle, die ins Thema noch tiefer einsteigen möchten, packen wir den Link zur Ausgabe und alle weiteren wichtigen Infos in die Shownotes.

Shownotes

Gute Beratungsstellen

  • Einheitliche Ansprechstellen für Arbeitgeber (EAA)
  • Agentur für Arbeit
  • Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB)
  • Integrationsämter/​Inklusionsämter
  • Integrationsfachdienste (IFD)
  • Inklusionsberatung der Kammern
  • Ansprechstellen der Rehabilitationsträger
  • Betriebsnahe Beratungsstellen

Mehr dazu, was die Beratungsstellen konkret leisten: Jetzt nachlesen in der Ausgabe REHADAT Wissen zu Down-Syndrom.

Jobcoaching

Speziell für Jobcoaching können die Kosten von den Trägern der beruflichen Rehabilitation übernommen werden. Wenn eine Schwerbehinderung vorliegt, kann auch das Integrationsamt bzw. das Inklusionsamt zuständig sein. Wird Jobcoaching im Rahmen eines Persönlichen Budgets beauftragt, können mehrere Träger zuständig sein. In manchen Fällen übernimmt das Unternehmen selbst die Kosten.

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) allgemein

Leistungsträger der Rehabilitation sind beispielsweise die Rentenversicherung oder Unfallversicherungsträger. Sofern kein anderer Träger zuständig ist, ist nachrangig die Agentur für Arbeit zuständig. Für Menschen mit Behinderungen kommen nachrangig Eingliederungshilfen in Frage. Die Zuständigkeit ergibt sich aus den jeweiligen Leistungsvoraussetzungen (vgl. § 6 SGB IX).

Förderungen

Für Menschen mit Behinderungen und ihre Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber gibt es verschiedene Förderleistungen, um berufliche Teilhabe zu ermöglichen oder ein Beschäftigungsverhältnis zu sichern. Dabei handelt es sich sowohl um finanzielle Hilfen und Zuschüsse als auch um Beratungsleistungen oder Bildungs- und Unterstützungsmaßnahmen.

Welche Förderungen genau es gibt, erklären wir in REHADAT Wissen.

Übergang Schule-Beruf

Erprobung im Job:

  • Langzeitpraktika (auch „Einstiegsqualifizierung“)
  • Freiwilligendienst für alle
  • Individuelle betriebliche Qualifizierung (InbeQ)

Ausbildungsmodelle und Fördermittel

  • betriebsintegrierte Außenarbeitsplätze (BiAP)
  • Außerbetriebliche Ausbildung (BaE)
  • Ausbildung in einem Inklusionsbetrieb
  • Budget für Ausbildung / Budget für Arbeit
  • Jobcoaching in der Ausbildung
  • Assistierte Ausbildung (AsA)
  • Teilzeitausbildung
  • Fachpraktiker-Ausbildung

Mehr dazu erfahren, wie junge Menschen mit Down-Syndrom den Start ins Berufsleben schaffen: Jetzt nachlesen in der Ausgabe REHADAT Wissen zu Down-Syndrom.

Beispiel: Leonards Weg ins Arbeitsleben

Leonhard Ley hat mithilfe eines persönlichen Budgets einen betrieblichen Berufsbildungsbereich beim Fachdienst „Access – Inklusion im Arbeitsleben“ absolviert. Beinahe die gesamte Zeit – immerhin fast zwei Jahre – wurde er im Rundfunkmuseum qualifiziert. Begleitet wurde er dabei von den Jobcoaches von Access. Der Fachdienst im Großraum Nürnberg vermittelt Menschen mit Behinderungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Er begleitet und berät auch das Museumsteam. Leonhard bekommt für neue Aufgaben Jobcoachings und bei Bedarf bietet Access Team-Workshops an. 

Auch nach dem Praktikum fand sich ein Weg, wie er im Rundfunkmuseum bleiben konnte: Er wechselte auf einen Werkstatt-Außenarbeitsplatz im Museum (BiAP). Inzwischen ist daraus eine Festanstellung geworden, ermöglicht durch das Budget für Arbeit. Damit erhält sein Arbeitgeber einen Lohnkostenzuschuss und er selbst personelle Unterstützung für die Begleitung und Weiterbildung am Arbeitsplatz. 

Das volle Interview mit Leonhard Ley lesen in REHADAT Wissen.