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REHADAT-Newsletter 5/2021

Köln, 1. Oktober 2021

Neues REHADAT-Erklärvideo zum Grad der Behinderung

Rund um das Thema GdB (Grad der Behinderung) erreichen REHADAT viele Anfragen – sowohl von Menschen mit Behinderungen als auch von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, die sich beispielsweise über Arbeitsplatzanpassungen und Fördermöglichkeiten informieren möchten. Dies haben wir zum Anlass genommen, ein Erklärvideo zu veröffentlichen, das zeigt, wie man sich bei REHADAT leicht, umfassend und aktuell über alles Wesentliche zum GdB informieren kann.

Am Beispiel von Frau Kaya, die an Diabetes mellitus erkrankt ist, zeigen wir, wie der GdB beantragt werden kann. Zum Beispiel, wo Interessierte die „Versorgungsmedizinischen Grundsätze“ finden, mit welchen Informationen aus den verschiedenen REHADAT-Portalen sie sich genauer über die Rechtsprechung, Literatur oder über den Ablauf der Antragstellung informieren können und wer dabei helfen kann. 

Der direkte Link zum Video: Erklärvideo GdB | REHADAT-Recht

Testen erwünscht für REHADAT-Hilfsmittelfinder

Ein geeignetes Hilfsmittel zu finden ist häufig gar nicht so einfach. Der neue REHADAT-Hilfsmittelfinder (www.hilfsmittelfinder.de) unterstützt Sie bei der Suche!

REHADATs digitale Suchassistentin Ariadne führt Sie mit nur wenigen Fragen zu einer zielgerichteten Produktliste. Durch die Auswahl verschiedener Aktivitäten oder Alltagssituationen erhalten auch Personen ohne Fachkenntnisse einen umfassenden Überblick und einen leichteren Einstieg in die Hilfsmittelsuche. Nutzen Sie den neuartigen Hilfsmittelfinder am Desktop oder bequem von unterwegs. Die Web-App ist auf jeder Bildschirmgröße verfügbar.

Mehr Informationen: Für den REHADAT-Hilfsmittelfinder | REHADAT-Hilfsmittel

Urteil: Anspruch auf teurere Hörgeräte bestätigt

Das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg hat den Versorgungsanspruch eines schwerhörigen Klägers mit Hörgeräten außerhalb der Festbetragsgruppe bestätigt.

Denn beim Ausgleich einer Schwerhörigkeit sei der Versorgungsanspruch nicht auf das möglichst störungsfreie Verstehen von Sprache beschränkt, so das Gericht. Zum Hören gehören auch das räumliche Erkennen von Geräuschen und ein möglichst unverzerrtes Klangbild. Biete das getestete Hörgerät relevante Gebrauchsvorteile gegenüber anderen getesteten Geräten, indem es ein besseres Hörverstehen in unterschiedlichen Hörsituationen ermögliche, so habe der Versicherte Anspruch auf Versorgung mit einem Hörgerät außerhalb der Festbetragsgruppe.

Welche Faktoren noch eine Rolle spielten, lesen Sie im kompletten Urteil mit dem Aktenzeichen L 1 KR 325/19: Suche | REHADAT-Recht

Weitere kürzlich eingestellte Urteile zum Thema Hörgeräte: Aktuelles | REHADAT-Recht

Kurz erklärt: Was ist ein DAISY-Player?

Oft sind kommerzielle Hörbücher für blinde und sehbehinderte Menschen wegen des Speicherns und Navigierens nicht zugänglich. Digitale Audiodateien im DAISY-Format sind barrierefrei. Sie können mit einem DAISY-Player abgespielt werden, nicht aber mit einem handelsüblichen Musik-CD-Player. DAISY ist die Abkürzung für "Digital Accessible Information System". Auf eine DAISY-CD passen bis zu 40 Stunden lange Hörbücher, in denen man wie in einem Buch blättern, Markierungen setzen oder die Lesegeschwindigkeit anpassen kann.

Hörbüchereien für blinde und sehbehinderte Menschen, die DAISY-Bücher anbieten: Angebote für blinde & sehbehinderte Menschen | REHADAT-Adressen

Beispiele für Daisy-Player: Geräte zur Tonaufnahme und Tonwiedergabe | REHADAT-Hilfsmittel

Sammlung Inklusionsvereinbarungen frisch aktualisiert

Wir haben unsere Sammlung der Inklusionsvereinbarungen aktualisiert. 129 Vereinbarungen von Unternehmen zeigen, wie die Beschäftigungssituation von Menschen mit Behinderungen verbessert werden kann: Inklusionsvereinbarungen | REHADAT-Gute Praxis

In Inklusionsvereinbarungen vereinbaren Arbeitgeber*In, Betriebsrat und Schwerbehindertenvertretung Ziele und Maßnahmen zur Verbesserung der Beschäftigungssituation schwerbehinderter Menschen. Sie enthält z. B. Regelungen zur Personalplanung, Arbeitsplatzgestaltung, Gestaltung des Arbeitsumfelds, Arbeitsorganisation oder Arbeitszeit.

Aktuelle Forschungsprojekte gefördert durch das BMAS

Neu dokumentiert bei REHADAT-Forschung finden Sie sechs aktuelle Projekte, die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert werden, z. B. BEMpsy, das Menschen mit psychischen Erkrankungen im Rahmen des betrieblichen Eingliederungsmanagement in den Blick nimmt oder das Projekt EMPLOY, das den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit hörsehbehinderter und taubblinder Menschen verfolgt.

Mehr Informationen: Aktuelle Projekte mit Förderung durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales | REHADAT-Forschung

Neue Broschüre Inklusionsbeauftragte

Inklusionsbeauftragte sind die persönlichen Ansprechpersonen des Arbeitgebers/der Dienststelle bei der Umsetzung der Inklusion im betrieblichen oder dienstlichen Alltag. Damit sind sie das Pendant zu den gewählten Interessenvertretungen, wie z. B. der Schwerbehindertenvertretung, wenn es um die Angelegenheiten der schwerbehinderten und gleichgestellten Menschen im Betrieb/in der Dienststelle geht.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter (BIH) hat erstmals einen ausführlichen Ratgeber zu Amt, Rechtsstellung, Rolle und Aufgaben der Inklusionsbeauftragten veröffentlicht.

Download (PDF, 6,25 MB): ZB-Ratgeber Inklusionsbeauftragte des Arbeitgebers | integrationsaemter.de

Kobot unterstützt schwerbehinderte Beschäftigte

Der Automobilhersteller Ford hat die Einrichtung eines kollaborierenden Roboters erfolgreich abgeschlossen. Nach rund einem Jahr Forschung, Entwicklung, Mitarbeiterschulung und Trockenläufen arbeitet der so genannte Kobot, ein Wortspiel aus kollaborierend (zusammenarbeitend) und Roboter, nun taktgebunden im Linienfluss im Kölner Motorenwerk des Automobilherstellers. 

Dort setzt er gemeinsam mit seinem menschlichen Partner VCT-Magnetspulen in einen Öler ein, nimmt die Magnetspulen anschließend auf und presst sie in den Stirndeckel des Motorblocks. Diese Arbeit erfordert große Eindruckkräfte, die selbst für gesunde Arbeitende auf Dauer belastend sein können, und die nun der Kobot für den Menschen übernimmt. Bei den menschlichen Partnern handelt es sich um Beschäftigte mit Schulter- und Handgelenkproblemen. So konnte ein Arbeitsplatz für zwei Beschäftigte mit Schwerbehinderung geschaffen werden.

Mehr Informationen: Kollaborierender Roboter „Kobot“ bei Ford schafft Jobs für Beschäftigte mit Schwerbehinderung | lvr.de

Benachteiligung verboten! 15 Jahre Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz

Vor 15 Jahren ist das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) in Kraft getreten. Das AGG regelt u.a., dass niemand aufgrund einer Behinderung im Sinne des SGB IX benachteiligt werden darf. 

Das AGG regelt den Schutz vor Diskriminierung in zwei Anwendungsbereichen: dem Arbeitsrecht (Beschäftigung und Beruf) und dem Zivilrecht (Alltagsgeschäfte wie Einkäufe, Gaststätten- oder Diskothekenbesuche, Wohnungssuche sowie Versicherungs- und Bankgeschäfte).

In REHADAT finden Sie: Literatur zum Gesetzestext des AGG, Kommentierungen, Leitfäden und Handlungsempfehlungen für die Praxis sowie die Besprechung wichtiger Urteile zum Diskriminierungsschutz: Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) | REHADAT-Literatur

Außerdem: Urteile zu Benachteiligungen aufgrund einer Behinderung im Beschäftigungs- bzw. Arbeitsverhältnis oder bei der Arbeitsplatzsuche: Urteile zu Benachteiligungsvorwürfen bzw. -vermutungen | REHADAT-Recht

Studie zum Studienabbruch mit Behinderung

Wieso brechen Studierende mit Behinderung oder chronischen Krankheiten häufiger ihr Studium ab? Welche Präventionsmaßnahmen greifen bereits? Und welche weiteren Maßnahmen und Nachteilsausgleiche könnten helfen? Eine neue Studie der Universität Kassel widmet sich diesen Fragen. Sie wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit ca. 583.000 Euro gefördert.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler analysieren die Wirksamkeit des Nachteilsausgleichs bei Prüfungen, von psychosozialer Beratung, Gesundheitsförderung, behinderungsbezogenen Sozialleistungen und sozialen Netzwerken von Studierenden auf den Studienerfolg bzw. Studienabbruch.

Mehr Informationen: Neue Studie über Studium mit Krankheit und Behinderung | uni-kassel.de

Informationen zur Unterstützung: Im Studium | REHADAT-Bildung

DVfR-Kongress zum Thema Hilfsmittel im November

Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) veranstaltet vom 8. bis 9. November 2021 einen Online-Kongress zum Thema Hilfsmittel mit dem Titel „Hilfsmittel sichern Teilhabe – Technik für Inklusion in Alltag und Beruf“.

Hilfsmittel bieten für Menschen mit Behinderungen vielerlei Chancen. Mobilitätshilfen, Kommunikationssysteme oder neue Softwareanwendungen verhelfen zu mehr Selbstbestimmung und Teilhabe in sämtlichen Lebensbereichen. Der Kongress beleuchtet neben technischen Entwicklungen und Einsatzmöglichkeiten auch die Probleme der Betroffenen, den Zugang zu Hilfsmitteln, Fragen der Verwaltungs- und Verordnungspraxis, ethische Fragen sowie mögliche Anwender- und Datensicherheitsrisiken.

Mehr Infos, Programm und Anmeldung: DVfR-Kongress 2021: Hilfsmittel sichern Teilhabe – Technik für Inklusion in Alltag und Beruf | DVfR

In eigener Sache: REHADAT-Kollegin Mareike Decker hält einen Impulsvortrag in Workshop 7 Assistive Technologien: Mensch und Digitalisierung am 09.11.21, 13:00-14:30 Uhr.

Tipp: REHADAT-Neuigkeiten in Leichter Sprache

Kennen Sie eigentlich auch die REHADAT-Neuigkeiten in Leichter Sprache? Sie erscheinen alle zwei Monate per E-Mail und richten sich an Menschen mit Behinderungen, an Menschen mit Lern-Schwierigkeiten und an Menschen, die nur wenig lesen und schreiben können.

Sie finden darin: Neuigkeiten bei REHADAT und allgemeine Neuigkeiten zur beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.

Mehr Informationen: Neuigkeiten in Leichter Sprache | REHADAT

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REHADAT - Informationen zur beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen
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Projektleitung: Andrea Kurtenacker
Redaktion: Anja Brockhagen, brockhagen@iwkoeln.de
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