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Arbeitsmarkt

Wie entwickeln sich die Arbeitslosenzahlen der schwerbehinderten Menschen durch die Pandemie? Könnte Corona auch positive Effekte auf die Beschäftigung haben? Welche Auswirkungen hat COVID-19 auf die Werkstätten für behinderte Menschen? Wie wirkt sich Corona auf die Inklusionsbetriebe aus? Und welche allgemeinen Informationen gibt es zur Ausbildung und zum Handwerk? Und wie geht es den Beschäftigten psychisch?

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) arbeitslos gemeldeten schwerbehinderten Menschen ist von 157.523 im März auf 174.918 im September 2020 angewachsen. Das waren 21.380 (13,9 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat (September 2019) und 6,0 Prozent aller in Deutschland arbeitslos gemeldeten Menschen.

Allerdings ist die Zahl der registrierten Arbeitslosen insgesamt im September 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat um 613.118 oder 27,4 Prozent auf 2.847.148 gestiegen. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen war im Vergleich zum Anstieg bei allen arbeitslosen Menschen also erfreulicherweise prozentual geringer. 

Digitalisierung

Eine Folge der Corona-Pandemie ist die beschleunigte Digitalisierung der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft. Für Menschen mit Behinderungen könnte das die Chancen auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt erhöhen.

Werkstätten für behinderte Menschen

Die Corona-Krise hat auch Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) hart getroffen. In den meisten Bundesländern galt ein Betretungs- und Beschäftigungsverbot für die WfbM-Beschäftigten. Mittlerweile sind die Verbote aufgehoben worden, aber eine vollständige Wiederinbetriebnahme ist derzeit nicht möglich. Die Umsätze der Werkstätten werden also nicht so schnell das Niveau der Zeit vor der Corona-Krise erreichen. Der Bundesrat hat im Juli 2020 deshalb einer Änderung der Schwerbehinderten-Ausgleichsabgabeverordnung zugestimmt und eine Regelung zur Sicherung der Werkstattentgelte aufgenommen.

Aufgrund der Corona-Krise gibt es einen neuen Paragrafen in der Werkstätten-Mitwirkungs-Verordnung (§ 40a WMVO), der nun auch dem Werkstattrat erlaubt, Versammlungen und Sitzungen per Video- und Telefonkonferenz abzuhalten. Diese sind dann auch beschlussfähig. Der Paragraf tritt rückwirkend zum 1. März 2020 in Kraft. Er wird am 1.1.2021 wieder aufgehoben.

Inklusionsbetriebe

Inklusionsbetriebe oder Inklusionsfirmen bieten für Menschen mit Behinderungen Arbeitsplätze mit tariflicher oder ortsüblicher Bezahlung und ermöglichen den Einstieg in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Der Anteil schwerbehinderter Beschäftigter liegt in Inklusionsbetrieben zwischen 30 und 50 Prozent und ist damit höher als in anderen Unternehmen.

Inklusionsbetriebe als Brücke zum ersten Arbeitsmarkt sind stark betroffen von Umsatzeinbrüchen, unterbrochenen Lieferketten und verunsicherten Belegschaften. Wir weisen auf Informationen zur Lage der Inklusionsbetriebe hin.

Allgemeine Informationen zum Arbeitsmarkt in der Corona-Pandemie

Deutschland erlebt als Folge des temporären Corona-Lockdowns den größten Einbruch der wirtschaftlichen Aktivität in seiner Geschichte.  Wie gehen Unternehmen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter damit um? Laufende Ausbildungen sind gefährdet durch die Unterbrechung von Berufsschulen, den Wegfall begleitender und stützender Maßnahmen und unklare Perspektiven des Ausbildungsbetriebs. Auch hier werden wir die Lage beobachten und dokumentieren und wenn möglich hilfreiche Links veröffentlichen.