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Arbeitsmarkt

Wie entwickeln sich die Arbeitslosenzahlen der schwerbehinderten Menschen durch die Pandemie? Könnte Corona auch positive Effekte auf die Beschäftigung haben? Welche Auswirkungen hat COVID-19 auf die Werkstätten für behinderte Menschen? Wie wirkt sich Corona auf die Inklusionsbetriebe aus? Und welche allgemeinen Informationen gibt es zur Ausbildung und zum Handwerk? Und wie geht es den Beschäftigten psychisch?

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) arbeitslos gemeldeten schwerbehinderten Menschen ist im März 2021 im Vergleich zum Vormonat auf 176.370 gefallen (Februar 2021: 178.815). Im Vergleich zum Vorjahresmonat März 2020 waren es allerdings 18.847 (12,0 %) mehr und 6,2 % aller in Deutschland arbeitslos gemeldeten Menschen.

Die Zahl der registrierten Arbeitslosen insgesamt ist im März 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat um 492.082 oder 21,1 Prozent auf 2.827.449  gestiegen. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen war im Vergleich zum Anstieg bei allen arbeitslosen Menschen also erfreulicherweise prozentual geringer.

Digitalisierung

Eine Folge der Corona-Pandemie ist die beschleunigte Digitalisierung der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft. Für Menschen mit Behinderungen könnte das die Chancen auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt erhöhen.

Werkstätten für behinderte Menschen

Die Corona-Krise hat auch Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) hart getroffen. In den meisten Bundesländern galt während des ersten Lockdowns ein Betretungs- und Beschäftigungsverbot für die WfbM-Beschäftigten. Nach dem Lockdown wurden die Verbote aufgehoben, aber eine vollständige Wiederinbetriebnahme ist derzeit nach wie vor nicht möglich. Die Umsätze der Werkstätten werden also nicht so schnell das Niveau der Zeit vor der Corona-Krise erreichen.

Der Bundesrat hat im Juli 2020 deshalb einer Änderung der Schwerbehinderten-Ausgleichsabgabeverordnung zugestimmt und eine Regelung zur Sicherung der Werkstattentgelte aufgenommen.

Der neue Dezember-Lockdown (16.12.2020) führt auch für die Werkstätten wieder zu neuen Einschränkungen. Werkstätten für behinderte Menschen sind oftmals in besonders betroffenen Branchen, wie der Gastronomie oder dem Einzelhandel, aktiv. Trotzdem bleiben bundesweite Betretungsverbote weitgehend aus. 

Inklusionsbetriebe

Inklusionsbetriebe oder Inklusionsfirmen bieten für Menschen mit Behinderungen Arbeitsplätze mit tariflicher oder ortsüblicher Bezahlung und ermöglichen den Einstieg in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Der Anteil schwerbehinderter Beschäftigter liegt in Inklusionsbetrieben zwischen 30 und 50 Prozent und ist damit höher als in anderen Unternehmen.

Inklusionsbetriebe als Brücke zum ersten Arbeitsmarkt sind stark betroffen von Umsatzeinbrüchen, unterbrochenen Lieferketten und verunsicherten Belegschaften.

Zur Unterstützung von Inklusionsbetrieben, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Sozialkaufhäusern und gemeinnützigen Sozialunternehmen hat der Deutsche Bundestag bereits im letzten Herbst einen 100-Millionen-Euro Hilfsfonds beschlossen. Die Programmrichtlinie, ein ausführlicher Katalog mit Fragen, Antworten und hilfreichen Hinweisen sowie Antragsformulare stehen auf der Webseite der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter zur Verfügung.

Die Hilfen können noch bis zum 31.03.2021 beim Integrationsamt des jeweiligen Bundeslandes für den Zeitraum September 2020 bis März 2021 beantragt werden.

Allgemeine Informationen zum Arbeitsmarkt in der Corona-Pandemie

Deutschland erlebt als Folge des temporären Corona-Lockdowns den größten Einbruch der wirtschaftlichen Aktivität in seiner Geschichte.  Wie gehen Unternehmen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter damit um? Laufende Ausbildungen sind gefährdet durch die Unterbrechung von Berufsschulen, den Wegfall begleitender und stützender Maßnahmen und unklare Perspektiven des Ausbildungsbetriebs. Auch hier werden wir die Lage beobachten und dokumentieren und wenn möglich hilfreiche Links veröffentlichen.