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Dokumentart(en): Zeitschriftenbeitrag Forschungsergebnis Online-Publikation
Titel der Veröffentlichung: Muskuloskeletale Beschwerden bei Friseur:innen

Eine Querschnittsstudie zur Zwölf-Monate-Prävalenz in Deutschland

Bibliographische Angaben

Autor/in:

Wolff, Michaela; Kitzig, Dania; Freitag, Sonja [u. a.]

Herausgeber/in:

k. A.

Quelle:

Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie, 2022, Band 72 (Heft 1), Seite 13-19, Heidelberg: Haefner, ISSN: 0944-2502 (Print); 2198-0713 (Online)

Jahr:

2022

Der Text ist von:
Wolff, Michaela; Kitzig, Dania; Freitag, Sonja [u. a.]

Der Text steht in der Zeitschrift:
Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie, Band 72 (Heft 1), Seite 13-19

Den Text gibt es seit:
2022

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Inhaltliche Angaben

Beschreibung:

Das steht in dem Text:

Hintergrund:

Friseur:innen arbeiten häufig in strukturbelastenden Körperhaltungen und haben ein erhöhtes Risiko für arbeitsbedingte Muskel-Skelett-Beschwerden (MSB). MSB verursachen in Deutschland circa ein Fünftel der Arbeitsunfähigkeitstage im Friseurhandwerk. Um das Ausmaß der Verbreitung von MSB bei Friseur:innen in Deutschland zu bestimmen, wurde eine Prävalenzstudie durchgeführt.

Methode:

Die Studie war eine bundesweite Befragung im Querschnittsdesign, woran 889 Friseur:innen teilnahmen (Rücklauf 41 Prozent). Die 12-Monate-Prävalenz von MSB wurde mit dem Standardised Nordic Questionnaire erfasst. Die Analyse der erhobenen Daten erfolgte deskriptiv und interferenzstatistisch.

Ergebnisse:

Insgesamt 91 Prozent der Befragten hatten in mindestens einer Körperregion MSB. Die am häufigsten von MSB bzw. schweren MSB (mind. 30 Tage/Jahr und beruflich beeinträchtigt) betroffenen Körperregionen sind Nacken (70 Prozent; 25 Prozent), unterer Rücken (65 Prozent; 25 Prozent), Schultern (61 Prozent; 23 Prozent) und oberer Rücken (58 Prozent; 22 Prozent). Beschwerden in diesen Bereichen führten auch am häufigsten zu beruflichen Beeinträchtigungen. Faktoren wie das weibliche Geschlecht, ein hohes Alter, Adipositas, viele Berufsjahre und Selbstständigkeit sind mit schweren MSB assoziiert.

Schlussfolgerung:

Diese Studie liefert erste Daten für die Prävalenz von MSB in verschiedenen Körperregionen bei Friseur:innen in Deutschland. Die Ergebnisse weisen auf eine hohe Belastung des Muskel-Skelett-Systems bei Friseur:innen hin. Daraus resultiert ein hoher Bedarf an Prävention von arbeitsbedingten MSB im Friseurhandwerk.

Fazit für die Praxis:

- Die Studienergebnisse zeigen eine hohe Beanspruchung der Friseur:innen, da ein Großteil der Friseur:innen in mindestens einer Körperregion MSB angibt.
- Aus der beruflichen Beeinträchtigung bei knapp der Hälfte der Friseur:innen resultiert ein hoher Bedarf an effektiven Präventionsmaßnahmen.
- Die hohe Prävalenz von MSB bei Beschäftigten mit vielen Berufsjahren erfordert eine adäquate arbeitsmedizinische Versorgung und Rehabilitation, um die Arbeitsfähigkeit zu erhalten.
- Bei Präventions- und Rehabilitationsmaßnahmen sollte ein besonderes Augenmerk auf die Bereiche der Wirbelsäule und der Schultern gelegt werden, da diese am häufigsten von MSB betroffenen sind und dort MSB häufig in mehreren Bereichen gleichzeitig auftreten.

Wo bekommen Sie den Text?

Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie
https://link.springer.com/journal/40664

Weitere Informationen zur Veröffentlichung

Zentralblatt für Arbeitsmedizin, Arbeitsschutz und Ergonomie
https://link.springer.com/journal/40664

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.

Musculoskeletal symptoms in hairdressers

A cross-sectional study on 12-month prevalence in Germany
Background:
Hairdressers often work in postures that are structurally stressful and have an increased risk of work-related musculoskeletal symptoms (MSS). In Germany, MSS cause about one fifth of the days of incapacity to work in the hairdressing trade. In order to determine the extent of the prevalence of MSS among hairdressers in Germany, a prevalence study was conducted.

Method:
The study was a nationwide survey with a cross-sectional design, in which 889 hairdressers participated (response rate 41percent). The 12-month prevalence of MSS was assessed with the Standardized Nordic Questionnaire. The collected data were analyzed descriptively and interferentially.

Results:
Of the respondents 91 percent had MSS in at least 1 body region. The body regions most frequently affected by MSS or severe MSS (at least 30 days/year and occupationally impaired) were the neck (70 percent; 25 percent), lower back (65 percent; 25 percent), shoulders (61 percent; 23 percent) and upper back (58 percent; 22 percent). Complaints in these areas also most frequently led to occupational impairment. Factors such as female gender, advanced age, obesity, many years of work and self-employment are associated with severe MSS.

Conclusion:
This study provides the first data on the prevalence of MSS in various body regions among hairdressers in Germany. The results indicate a high burden on the musculoskeletal system among hairdressers. This results in a high need for prevention of work-related MSS in the hairdressing sector.

Referenznummer:

R/ZS0064/0211

Informationsstand: 27.06.2022