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Dokumentart(en): Zeitschriftenbeitrag Forschungsergebnis Online-Publikation
Titel der Veröffentlichung: Das beruflich bedingte Harnblasenkarzinom

Die BK 1301-Matrix als Algorithmus und Entscheidungshilfe für eine Zusammenhangsbegutachtung

Bibliographische Angaben

Autor/in:

Weistenhöfer, Wobbeke; Golka, Klaus; Bolm-Audorff, Ulrich [u. a.]

Herausgeber/in:

k. A.

Quelle:

ASU, 2022, 57. Jahrgang (Heft 3), Seite 177-189, Stuttgart: Gentner, ISSN: 0944-6052

Jahr:

2022

Der Text ist von:
Weistenhöfer, Wobbeke; Golka, Klaus; Bolm-Audorff, Ulrich [u. a.]

Der Text steht in der Zeitschrift:
ASU, 57. Jahrgang (Heft 3), Seite 177-189

Den Text gibt es seit:
2022

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Inhaltliche Angaben

Beschreibung:

Das steht in dem Text:

Das Risiko, an einem Harnblasenkarzinom zu erkranken, kann durch verschiedene berufliche und außerberufliche Risikofaktoren beeinflusst werden. Diese sind im Rahmen der Zusammenhangsbegutachtung einer Berufskrankheit nach Nummer 1301 (BK 1301: Schleimhautveränderungen, Krebs und andere Neubildungen der ableitenden Harnwege (im Folgenden als "Harnblasenkarzinom" bezeichnet) durch aromatische Amine) der Anlage zur Berufskrankheiten-Verordnung zu bewerten.

Die hier vorgestellte BK 1301- Matrix zur Beurteilung und Bewertung des Ursachenzusammenhangs bei Harnblasenkarzinomen nach arbeitstechnisch nachgewiesener und für die BK 1301 relevanter beruflicher Exposition gegenüber krebserzeugenden aromatischen Aminen wurde auf der Basis der Ergebnisse eines Workshops mit über 230 Teilnehmenden in einer Arbeitsgruppe als Konvention abgeleitet. Sie kann auch bei fehlender konkreter kumulativer Expositionsdosis angewendet werden.

Die Matrix soll auf dem Gebiet der BK 1301 arbeitsmedizinisch erfahrene Sachverständige im Feststellungsverfahren unterstützen. Sie gibt aber auch für Unfallversicherungsträger und Gerichte einen Überblick über relevante Aspekte des beruflich bedingten Harnblasenkarzinoms. Die BK 1301-Matrix beinhaltet unter anderem berufliche Indikatoren wie Expositionsdauer, Expositionshäufigkeit und Expositionsintensität, aber auch das Erkrankungsalter, die Latenzzeit sowie konkurrierende außerberufliche Risikofaktoren wie zum Beispiel das Rauchverhalten und wertet diese hinsichtlich der Beurteilung des Ursachenzusammenhangs in Bezug auf eine BK 1301.

Auf der Grundlage der BK 1301-Matrix können die relevanten Pro- und Kontra-Argumente für die Beurteilung des Ursachenzusammenhangs im Einzelfall eingehend arbeitsmedizinisch gewürdigt werden und münden in einer Empfehlung des Gutachters für oder gegen die Anerkennung der Erkrankung als Berufskrankheit. Die Entscheidung, ob eine Berufskrankheit vorliegt, ist letztlich aber ein Verwaltungsakt des zuständigen Unfallversicherungsträgers, der gegebenenfalls sozialgerichtlich überprüft wird.

Wo bekommen Sie den Text?

ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Weitere Informationen zur Veröffentlichung

ASU - Zeitschrift für medizinische Prävention
https://www.asu-arbeitsmedizin.com/

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.

Work-related bladder cancer

The BK 1301 matrix as an algorithm and decision aid in the context of an assessment of an occupational disease
The risk of developing bladder cancer can be influenced by various occupational and non-occupational risk factors. These need to be evaluated in the context of an assessment of an occupational disease according to no. 1301 (BK 1301: Mucosal changes, cancer and other neoplasms of the urinary tract (hereinafter referred to as "bladder cancer") caused by aromatic amines) of the Annex to the Ordinance on Occupational Diseases. The BK 1301 matrix presented here for the assessment of the causal relationship in urinary bladder cancers after proven and relevant occupational exposure to carcinogenic aromatic amines was derived as a convention by a working group, based on the results of a workshop with more than 230 participants. It can be applied even in the absence of an individual cumulative exposure dose. The decision matrix is intended to support experts experienced in occupational medicine in the field of BK 1301 in the assessment procedure. It also provides an overview of relevant aspects of work-related bladder cancer for the purposes of accident insurance institutions and courts. The BK 1301 matrix includes occupational indicators such as exposure duration, exposure frequency and exposure intensity, as well as the age of onset, the latency period and competing non-occupational risk factors such as smoking behaviour. Based on the BK 1301 matrix, the relevant arguments favouring or refuting a causal occupational relationship in the individual case can be evaluated in detail by the occupational physician, resulting in a recommendation for or against recognition of the bladder cancer as an occupational disease. This notwithstanding, the decision as to whether an occupational disease is indeed present is ultimately an administrative act of the responsible accident insurance institution, which may be subject to review by the social courts.

Referenznummer:

R/ZS0026/0512

Informationsstand: 08.06.2022