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Dokumentart(en): Zeitschriftenbeitrag
Titel der Veröffentlichung: Der Graubereich zwischen psychischer Gesundheit und psychischer Erkrankung - ein zu weites Feld?

Bibliographische Angaben

Autor/in:

Skuban-Eiseler, Tobias

Herausgeber/in:

k. A.

Quelle:

Ethik in der Medizin, 2021, Volume 13 (Issue 3), Seite 353-368, Berlin, Heidelberg: Springer Medizin, ISSN: 0935-7335 (Print); 1437-1618 (Online)

Jahr:

2021

Der Text ist von:
Skuban-Eiseler, Tobias

Der Text steht in der Zeitschrift:
Ethik in der Medizin, Volume 13 (Issue 3), Seite 353-368

Den Text gibt es seit:
2021

Inhaltliche Angaben

Abstract:

Das steht in dem Text:

Der Beitrag setzt sich mit den Begriffen "Normalität" und "psychische Erkrankung" auseinander. Es zeigt sich, dass beide zu einem erheblichen Maße unterbestimmt sind und beiden nicht nur ein deskriptiver, sondern ein nicht unerheblicher normativer Gehalt innewohnt, der sich der Reflexion nicht selten entzieht.

Problematisch ist die mitunter synonyme Verwendung von "Normalität" und "psychische Gesundheit" bzw. "Anormalität" und "psychische Krankheit", da damit nicht nur inhaltlich unterschiedlich gelagerte Begrifflichkeiten, sondern auch diskrepante Begriffslogiken vermischt werden.

Während in Bezug auf ausgeprägte psychische Störungen diese Tatsache weniger von Belang zu sein scheint, da hier die Zuschreibung einer psychischen Erkrankung allgemein zustimmungsfähig ist, wird die Begriffsvermischung im Graubereich zwischen psychischer Krankheit und Gesundheit deutlich relevanter. Hier scheint man sich unausgesprochen an Kriterien der Normalität zu orientieren, womit ein ausgeprägt normatives Moment zum Tragen kommt.

Dieser normative Sog hin zur statistischen Mitte kann auch als eine Form von Optimierung verstanden werden, die psychisches Leiden möglichst reduzieren möchte. Auch wenn dies auf den ersten Blick wünschenswert sein könnte, übersieht man dabei doch die nicht immer nur negativ zu interpretierende Bedeutung, die psychisches Leid für menschliches Leben haben kann.

Wo bekommen Sie den Text?

Ethik in der Medizin
https://www.springer.com/medicine/journal/481

Weitere Informationen zur Veröffentlichung

Ethik in der Medizin
https://www.springer.com/medicine/journal/481

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The grey area between mental health and mental illness - too broad a field?

Definition of the problem
The terms “mentally healthy” and “normal” respectively “mentally ill” and “abnormal” are all too often used synonymously. This article investigates whether the concepts to which these terms refer are compatible and which risks are associated with synonymous use.

Arguments
The term “mental illness” in the sense of functional deviation, suffering, disability and unsuccessful adaptation follows a completely different conceptual logic than “normality” in the sense of statistical frequency, indication of the need for special intervention, average or legitimisation of professional power. Therefore, synonymous use is invalid.

Since both terms are normatively loaded, synonymous use increases the normative content. While severe mental illnesses can be diagnosed beyond any doubt, the aforementioned confusion of terms unfolds its relevance in the grey area between mental illness and mental health. Synonymous use results in a normative pull towards mental health; this is associated with the risk of subtle and insufficiently reflected optimisation.

Conclusion
The terms analysed are referring to fields of concept rather than to a specifically explicable content. They should be used carefully in order to counteract a subtle tendency to optimisation and the risk of subliminal stigmatisation.

Referenznummer:

R/ZA0034/0005

Informationsstand: 01.09.2021