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Dokumentart(en): Zeitschriftenbeitrag Forschungsergebnis
Titel der Veröffentlichung: Weniger Erwerbsminderungsrenten nach der kardiologischen Rehabilitation durch intensivierte Nachsorge?

Eine gepoolte Re-Analyse von drei randomisierten kontrollierten Studien

Bibliographische Angaben

Autor/in:

Schröer, Sarah; Mayer-Berger, Wolfgang; Pieper, Claudia

Herausgeber/in:

k. A.

Quelle:

Die Rehabilitation, 2021, 60. Jahrgang (Heft 4), Seite 273-280, Stuttgart: Thieme, ISSN: 0034-3536

Jahr:

2021

Der Text ist von:
Schröer, Sarah; Mayer-Berger, Wolfgang; Pieper, Claudia

Der Text steht in der Zeitschrift:
Die Rehabilitation, 60. Jahrgang (Heft 4), Seite 273-280

Den Text gibt es seit:
2021

Inhaltliche Angaben

Beschreibung:

Das steht in dem Text:

Ziel:

Ziel war es die Daten aus drei randomisierten kontrollierten Studien, in denen Nachsorgekonzepte im Rahmen der kardiologischen Rehabilitation evaluiert wurden, in Form einer Pooling-Studie zusammenzufassen, um stärker belastbare Erkenntnisse über den nachsorgeassoziierten weiteren Verlauf der Patienten und Patientinnen im Anschluss an die Rehabilitation zu gewinnen. Nachfolgend werden die Auswirkungen von poststationärer Nachsorge auf das Erwerbsminderungsrisiko kardiologischer Rehabilitanden und Rehabilitandinnen vorgestellt.

Methodik:

Aus drei randomisierten kontrollierten Primärstudien (SeKoNa, Sinko, OptiHyp), in denen als Intervention jeweils ein intensiviertes (telefongestütztes) poststationäres Nachsorgekonzept mit einer unbehandelten Kontrollgruppe verglichen wurde, stehen umfangreiche Daten zu soziodemografischen, klinischen und diagnostischen Charakteristika auf Individualebene zur Verfügung. Mittels einer im August 2019 durchgeführten Sekundärdatenanalyse von Routinedaten der Deutschen Rentenversicherung Rheinland wurden als primäre Outcomeparameter Mortalität (alle Ursachen), bewilligte Erwerbsminderungsrenten sowie bewilligte Anträge auf eine erneute kardiologische Rehabilitation zum individuellen Stichtag drei Jahre nach Rehabilitationsende als Endpunkte erhoben.

Die Daten wurden als Meta-Analyse für individuelle Patientendaten (Individual Patient Data Meta-Analysis IPD-MA) unter Verwendung klassischer meta-analytischer Techniken (One-Stage Approach mittels gemischter Modelle und Two-Stage Approach mit inverser Varianzschätzung als Fixed Effects Modell) gepoolt und über Risiko-Odds-Ratios vergleichend ausgewertet.

Ergebnisse:

Das Gesamtkollektiv besteht aus insgesamt 1058 kardiologischen Rehabilitanden und Rehabilitandinnen, die im Zeitraum zwischen 2004 und 2015 stationäre rehabilitative Leistungen der Deutschen Rentenversicherung Rheinland in der kardiologischen Rehabilitationseinrichtung Klinik Roderbirken in Leichlingen in Anspruch genommen haben. Die gepoolte Interventionsgruppe (poststationäre Nachsorge) und die gepoolte Kontrollgruppe (Standardbehandlung) unterschieden sich zum Ausgangspunkt (Entlassung nach 3-wöchiger Rehabilitation) nicht. Hinweise auf statistische Heterogenität liegt nicht vor. Drei Jahre nach Rehabilitationsende betrug die inzidente Erwerbsminderungsrentenquote 11,8 Prozent der Gesamtstichprobe. Bei Teilnahme an einem poststationären Nachsorgekonzept war das Erwerbsminderungsrisiko gegenüber der Kontrollgruppe um rund 60 Prozent reduziert (OR: 0,43; 95 Prozent CI: 0,36–0,51).

Schlussfolgerung:

Rehabilitation und Wiedereingliederung gewinnen weiter an Bedeutung, um die Gefahr von gesundheitlich bedingten vorzeitigen Erwerbsausstiegen mit erheblichen sozioökonomischen Folgen für Betroffene und das Sozialversicherungssystem zu vermeiden. Nachsorgeaktivitäten, die Rehabilitationserfolge über Dauer einer mehrwöchigen Rehabilitation hinaus erhalten, unterstützen die Prävention von gesundheitlich bedingten vorzeitigen Erwerbsminderungsrenten effektiv und nachhaltig und sollten das bestehende Rehabilitationsangebot komplettieren. Aus unseren Ergebnissen folgern wir, dass Nachsorge lange genug (mindestens ein Jahr) und im persönlichen Kontakt erfolgen muss.

Wo bekommen Sie den Text?

Die Rehabilitation - Zeitschrift für Praxis und Forschung in der Rehabilitation
https://www.thieme.de/de/rehabilitation/profil-1887.htm

Weitere Informationen zur Veröffentlichung

Die Rehabilitation - Zeitschrift für Praxis und Forschung in der Rehabilitation
https://www.thieme.de/de/rehabilitation/profil-1887.htm

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.

Are Intensified Secondary Prevention Programmes Effective Interventions to Reduce Disability-Related Early Retirement After Cardiac Rehabilitation?

An Individual-Patient Data Meta-Analysis of three Randomized Trials
Purpose:
We aimed to combine follow-up data from 3 randomized controlled studies to evaluate the effectiveness of intensified (telephone-based) secondary prevention programmes on disability-related early retirement.

Methods:
Each trial (SeKoNa, Sinko and OptiHyp) compared an intensified (telephone-based) secondary prevention concept as an intervention to an untreated control group (standard management). We extracted extensive baseline data on sociodemographic, clinical and diagnostic characteristics on an individual patient level from the original trial data sets. Follow-up analysis is based on routine data of the German Pension Insurance Rhineland (obtained in August 2019). The primary outcome parameters are mortality (all causes), recurrent cardiac events, and employment status three years after rehabilitation. Here we report results regarding disability-related early retirement. Outcome data were pooled with via meta-analysis for individual patient data (Individual Patient Data Meta-Analysis IPD-MA) using classical meta-analytical techniques (one-stage approach using mixed models and 2-stage approach with inverse variance estimation as fixed effects model).

Results:
A total of 1058 cardiac rehabilitation patients were included in the analyses. There were no differences between the pooled intervention group (n=499) and the pooled control group (n=559) regarding any baseline parameter at discharge after 3-week cardiac rehabilitation. There are no indications of statistical heterogeneity. In the total sample incident disability-related early retirement rate was 11.8 % at 3-year follow-up. Participation in an intensified secondary prevention programme reduced the risk by about 60% compared to the control group (OR: 0.43; 95 % CI: 0.36–0.51).

Conclusion:
The need for effective rehabilitation programmes is rapidly growing due to the current demographic trend with an increase in ageing working populations. Secondary prevention programmes following 3-week inpatient rehabilitation are an effective tool to sustainably support the prevention of health-related premature reduction in earning capacity pensions and therefore should complement the existing rehabilitation offer. Based on our results we conclude that secondary prevention should be provided long enough (at least one year) and in personal contact.

Referenznummer:

R/ZS0063/0585

Informationsstand: 16.11.2021