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Dokumentart(en): Buch/Monografie Forschungsergebnis Online-Publikation
Titel der Veröffentlichung: Psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt: Betriebliche Wiedereingliederung aus der Perspektive der Zurückkehrenden

Ausgewählte Ergebnisse der qualitativen Teilstudie F 2386 einer Mixed-Methods-Follow-Up-Studie zu Entstehensbedingungen von psychischen Krisen und der Rückkehr in den Betrieb

Bibliographische Angaben

Obertitel:

baua: Bericht, Band Projekt F 2386

Autor/in:

Stegmann, Ralf; Schulz, Inga L.; Schröder, Ute B.

Herausgeber/in:

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)

Quelle:

Dortmund, Berlin, Dresden: Eigenverlag, 2021, 1. Auflage, 70 Seiten: PDF

Jahr:

2021

Der Text ist von:
Stegmann, Ralf; Schulz, Inga L.; Schröder, Ute B.

Den Text gibt es seit:
2021

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Inhaltliche Angaben

Beschreibung:

Das steht in dem Text:

Diese Veröffentlichung ist der Abschlussbericht zum Projekt F 2386 "Psychische Erkrankungen in der Arbeitswelt und betriebliche Wiedereingliederung: Mixed-Methods Follow-Up-Studie zu Determinanten einer erfolgreichen Wiedereingliederung aus der Perspektive der Betroffenen. Projekt 2b Qualitative Teilstudie“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Das diesem Bericht zugrundeliegende Vorhaben wurde mit Mitteln der Deutschen Rentenversicherung Bund gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autorinnen/dem Autor.

Ausgewählte Ergebnisse der qualitativen Teilstudie F 2386, einer Mixed-Methods-Follow-Up-Studie zu Entstehensbedingungen von psychischen Krisen und der Rückkehr in den Betrieb.

Hintergrund:

Return to Work (RTW) nach einer psychischen Krise ist ein komplexer Prozess, der noch nicht hinlänglich erforscht ist. Aktuelle Studien deuten an, dass eine Kombination aus medizinisch-therapeutischen und arbeitsbezogenen Maßnahmen im RTW-Prozess erfolgversprechend scheint. Darüber hinaus sind individuelle, soziale und betriebliche Faktoren wichtig.

Ziel der Studie ist es, das Erleben, Verhalten und Handeln der zurückkehrenden Beschäftigten im RTW-Prozess von der Behandlung nach einer psychischen Krise bis zur Rückkehr in den Betrieb mit Blick auf eine erfolgreiche und nachhaltige Wiedereingliederung zu analysieren.

Methodik:

Die qualitative Teilstudie ist eingebettet in eine Mixed-Methods Längsschnittstudie. Aus dem Sample der quantitativen Studie (n=286) wurde ein qualitatives Subsample (n=32) ausgewählt. Mit den 32 zurückkehrenden Beschäftigten wurden narrativ fundierte Interviews zu drei Erhebungszeitpunkten geführt und mit der Dokumentarischen Methode der Interpretation nach R. Bohnsack ausgewertet.

Ergebnisse:

Als Entstehensbedingungen für eine psychische Krise beschrieben die interviewten Beschäftigten die Arbeit und ihre Einstellung dazu oder private, biographische Umstände, aber auch Kombinationen dieser Faktoren. Aus den Interviews lassen sich drei Risikomuster der Rückkehr ableiten sowie sechs Typen rekonstruieren, die für den Weg in die Krise stehen.

Zentrale Faktoren, die das Handeln der zurückkehrenden Beschäftigten bei der Wiedereingliederung positiv beeinflussen, sind:
(1) die Selbstwirksamkeit (SW) und
(2) ein prosoziales Coping der Zurückkehrenden,
(3) die soziale Unterstützung durch Vorgesetzte und Mitarbeitende,
(4) die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, sowie
(5) ein professionelles RTW-Coaching für Zurückkehrende mit besonderen Bedarfen.

Die Nachhaltigkeit der Rückkehr wird nach einem Jahr an
(a) einer positiven Einstellung gegenüber der Arbeit,
(b) einer verbesserten Leistungs- und Belastungsfähigkeit,
(c) einem souveränen Umgang mit der Erkrankung,
(d) einer stabilen SW,
(e) einem guten Klima im Arbeitsteam,
(f) einer guten Balance zwischen Arbeit und Privatleben und
(g) einem insgesamt positiven RTW-Verlauf festgemacht.

Schlussfolgerungen:

RTW kann insgesamt als kohärenter und kontinuierlicher Prozess verstanden werden. Gleichzeitig lässt sich eine erfolgreiche und nachhaltige Wiedereingliederung als ein ressourcen-orientierter Prozess beschreiben. Die Erkenntnisse der Studie können zukünftig für die Weiterentwicklung der Früherkennung von psychischen Krisen im betrieblichen Kontext genutzt werden.

[Aus: Information der Herausgeberin]

Wo bekommen Sie den Text?

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
https://www.baua.de

Weitere Informationen zur Veröffentlichung

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
https://www.baua.de

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.

Return to work after sickness absence due to common mental disorders from the employees' perspective

Findings of the qualitative study part F 2386 of a mixed-methods follow-up study regarding paths into crisis and return to work
Background:
Return to Work (RTW), especially after common mental disorders, is a complex process that has received little attention in German research so far. Quantitative studies indicate that a combination of medical-therapeutic and work-related measures might lead to a successful RTW. Qualitative studies conclude that individual, social and operational factors are important. Objective: The study aimed to analyse the experience, behaviour, and actions from the perspective of the returning employees in the RTW process with regard to its success and sustainability, starting with the treatment after a mental crisis up to the return to the workplace.

Methods:
The qualitative section of the study was part of a mixed-methods follow-up study. A qualitative sub-sample (n=32) was selected from the quantitative study sample (n=286). Narrative-based interviews were carried out at three measurement points. The digitally recorded interviews lasted around 45 minutes on average. They were transcribed and evaluated using the Documentary Method of Interpretation developed by Bohnsack.

Results:
The interviewees were predominantly highly motivated employees and just as motivated to return to work. They described various factors that contributed to the development of their mental crisis: the work itself and their attitude towards work, private and biographical circumstances as well as combinations of these factors. Three risk patterns can be derived from the interviews, which are relevant for the treatment process and RTW. Simultaneously, six types of orientations that reflect the employees' path into the crisis were reconstructed: the more complex the conditions are, the more difficult the RTW process becomes and requires different RTW strategies.

Central factors that positively influence the behaviour and actions of the returning employees were identified as follows:
(1) self-efficacy (SE) and
(2) prosocial coping of the employees,
(3) the social support of supervisors and colleagues,
(4) the employer's duty of care, as well as
(5) a professional RTW coaching for employees with special needs. After one year of return, the sustainability is determined by
(a) a positive attitude towards work,
(b) an improved performance and resilience,
(c) a confident handling of the disease,
(d) a stable SE,
(e) a good atmosphere in the work team,
(f) an adequate balance between work and private life and
(g) an overall positive RTW trajectory.

Conclusions:
Overall, RTW can be understood as a coherent and continuous process. At the same time, successful and sustainable RTW can be described as a resource-oriented process. In this study, SE appears to be a central resource during RTW. Returning employees use their SE in order to actively manage the crisis and help shape the return equally. They succeed if they actively seek help and adopt an open-minded attitude towards cooperation, by applying positive interaction (prosocial coping). Besides, the findings from this study can be used for the development of actions to promote early detection of mental crises in the workplace.

Referenznummer:

R/NV0003/0003x10B

Informationsstand: 17.08.2022