Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

IMBA Novartis

Hintergrund
Best practice der Betrieblichen Eingliederung leistungsgewandelter Mitarbeiter ist bereits 2001 bei den Ford-Werken in Köln zu finden - siehe Adenauer 2004. In einem gemeinsamen Projekt zwischen Ford und iqpr wurden leistungsgewandelte Mitarbeiter - in der Regel ältere, gewerbliche Mitarbeiter mit alters- und/oder krankheitsbedingt eingeschränkter Leistungsfähigkeit, soweit wie möglich, in produktive Arbeitsplätze zurückgeführt. Zur Unterstützung dieser Wiedereingliederungsprozesse, insbesondere der Entscheidung über die Platzierung in passende Jobs (i.e. Matching) wurden IMBA-Fähigkeitsprofile von den ca. 500 leistungsgewandelten Personen und IMBA-Anforderungsprofile von allen in Frage kommenden Arbeitsplätzen erstellt. Die entsprechenden Profilvergleiche stellten die objektive Basis für die Entscheidungen der Integrationsteams dar. Im Ergebnis konnte die Mehrheit der Mitarbeiter in der Produktion, mehr als ein Viertel in andere Arbeitsplätze (Kaiser 2004) und weitere 60 Mitarbeiter auf 50%-Arbeitsplätzen integriert werden. In den Folgejahren haben die Ford Werke in Köln und Saarlouis nicht nur die Maßnahmen zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (§ 84 SGB IX), sondern fast sämtliche innerbetrieblichen Umsetzungsprozesse auf IMBA-Profilvergleiche gestützt. Damit ist dort ein System verankert, von dem die Entwicklung demografietauglicher Personalstrategien erheblich profitieren kann.
Auch gegenwärtig ist das iqpr mit IMBA-Implementierungen zur Unterstützung des BEM befasst - etwa bei K+S oder bei Deutsche Bahn.

Die Eingliederung von Mitarbeitern mit Multiple Sklerose bei Novartis AG, Basel
Außerhalb von Deutschland, d. h. unter anderen rechtlichen Rahmenbedingungen des Betrieblichen Eingliederungsmanagements, unterstützt das iqpr seit März 2011 die Implementierung von IMBA bei der Novartis Pharma AG in Basel. Dieses Pilotprojekt ist dort dem größeren Initiativprogramm ‚Be Healthy' und darin dem Teilbereich zur Unterstützung von ‚employees with disabilities or illnesses' zugeordnet. Ziel des Pilotprojektes ist es, Mitarbeiter mit Multiple Sklerose im Unternehmen zu reintegrieren oder deren Arbeitsfähigkeit zu erhalten. Das Casemanagement wird überwiegend von der Schweizer MS Gesellschaft durchgeführt. Die arbeitsmedizinische Unterstützung erfolgt durch den werksärztlichen Dienst (International SOS). Der Erhalt der Arbeitsfähigkeit, möglichst am gleichen Arbeitsplatz, ist das erklärte Ziel. Zu diesem Zweck werden anhand von IMBA-Profilvergleichen vorliegende Überforderungen identifiziert und Anpassungen der arbeitsbezogenen Anforderungen vorgenommen. Im Zuge der Leistungswandlung und der Tätigkeitsanpassungen werden Fähigkeits- und Anforderungsprofile laufend aktualisiert. Die jeweiligen Profilvergleiche sind - zusammen mit weiteren Informationen - Grundlage für die Entscheidungen des Integrationsteams. Erst wenn die Möglichkeiten der Anpassung ausgeschöpft sind, soll mit Hilfe des IMBA-Profilvergleichs eine innerbetriebliche Umsetzung erfolgen. Im Rahmen des Pilotprojekts wurde außerdem bereits damit begonnen die Anwendung des Instrumentariums auf andere Zielgruppe auszuweiten.



Beginn:

01.03.2011


Abschluss:

31.08.2012


Art:

Gefördertes Projekt / Modellprojekt / Transnationales Projekt


Kostenträger:


Novartis Pharma AG, Basel



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125351


Informationsstand: 05.02.2020