Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

Detailansicht

Angaben zum Forschungsprojekt

Zeit für Arbeit!

Bei dem neuen Projekt steht die Frage im Mittelpunkt, wie Inklusion durch betriebliche Teilhabeangebote auch für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf verwirklicht werden kann. Für diese Personengruppe sind in weiten Teilen Deutschlands entsprechende ambulante, insbesondere betrieblich ausgerichtete Teilhabeangebote nach wie vor kaum vorhanden. Probleme entstehen vor allem für die Personen, die kein sogenanntes Mindestmaß an wirtschaftlich verwertbarer Arbeit erbringen können und daher keinen Anspruch auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben in einer WfbM haben (§ 136 Abs. 2 SGB IX).

Dieser Personenkreis ist die Zielgruppe des Projekts. Viele dieser Menschen erhalten nur unzureichend bedarfsgerechte, individuelle Unterstützung und Förderung: Sie wechseln oftmals direkt von der Schule in die Tagesförderstätte, ohne dass zuvor eine eingehende Kompetenzanalyse und Arbeitserprobung stattgefunden hätte, wie sie z. B. Bestandteil schulischer Berufsvorbereitung sowie des Eingangsverfahrens und des Berufsbildungsbereichs der WfbM ist. In dem Projekt geht es dabei nicht primär darum, dem Personenkreis den Einstieg in reguläre Erwerbsarbeit zu ermöglichen. Vielmehr geht es um die Organisation und Konzeptionierung von betrieblichen, niedrigschwelligen Teilhabeangeboten, die dem Leistungsvermögen und den Teilhabewünschen der Zielgruppe angemessen sind. Dabei werden insbesondere Konzepte und Methoden der Persönlichen Zukunftsplanung und der Sozialraumorientierung berücksichtigt werden.

Solche personenzentrierten, betrieblich ausgerichteten Teilhabeangebote für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf (Zielgruppe nach § 136 Abs. 2/3 SGB IX) sollen im Laufe des Projekts an fünf Standorten in verschiedenen Bundesländern entstehen und weiterentwickelt werden. Die Projektpartner sind Leben mit Behinderung Hamburg, die Lebenshilfe Gießen, der Arbeiter-Samariter-Bund Bremen, die Spastikerhilfe Berlin und die Lebenshilfe Worms. Die ambulanten Teilhabeangebote sollen die verschiedenen Lebensphasen der Menschen mit Behinderung berücksichtigen. Je nach Möglichkeiten der regionalen Projektpartner werden demnach Leistungen zur berufsbezogenen Teilhabeplanung, zur beruflichen Bildung und zur dauerhaften Arbeitstätigkeit in einem betrieblichen Umfeld entwickelt werden. Es wird also darum gehen, das Angebotsspektrum für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf an den fünf Standorten und damit die Wahlmöglichkeiten der Zielgruppen konkret zu erweitern. Durch die Vernetzung und gemeinsame Konzeptarbeit der Anbieter wird zudem eine hohe fachliche Qualität der Angebote gewährleistet.

Darüber hinaus ist es das Ziel des Projekts, durch Evaluation und Dokumentation der Projektergebnisse den Aufbau arbeitsweltorientierter, betrieblich ausgerichteter Teilhabeangebote für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf auch bundesweit zu unterstützen. Die Projektergebnisse, insbesondere die unterschiedlichen regionalen Erfahrungen während der praktischen Erprobung, werden dokumentiert und einer breiten Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht. Kernstück des Projektabschlusses wird ein überregional anwendbares Fachkonzept mit Qualitätskriterien und einer Vielzahl von best-practice-Beispielen sein, das die erforderlichen Schritte beim Aufbau arbeitsweltorientierter Teilhabeangebote für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf beinhaltet.



Beginn:

01.01.2015


Abschluss:

31.12.2017


Art:

Gefördertes Projekt / Modellprojekt


Kostenträger:


Aktion Mensch e. V.



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125667


Informationsstand: 10.01.2020