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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

Angehörige krebskranker Menschen in der stationären und ambulanten Rehabilitation

Hintergrund:

Rolle, Leistungen und Hilfebedarf von Angehörigen sind in der Rehabilitation bislang kaum systematisch untersucht; dies gilt z. B. für ihren Einfluss auf Entscheidungen, für ihre Unterstützung des Kranken, für ihre spezifischen Belastungen und für ihren eigenen Unterstützungsbedarf.

Ziele und Fragestellungen:

Im Mittelpunkt stehen das Hilfesuchverhalten, die Bewältigungsstrategien, die soziale Unterstützung, die Belastungen der Angehörigen, die Leistungen der Angehörigen für ihre krebskranken Partner sowie der Hilfebedarf der Angehörigen. Ziel ist die Entwicklung von Anforderungen für eine passgenaue Unterstützung der Angehörigen in Rehabilitationseinrichtungen.

Studiendesign:

An je fünf Rehabilitationskliniken und Nachsorgeeinrichtungen wurden 157 Angehörige während der Rehabilitation und sechs Monate später mit einem Fragebogen zur sozialen Einbindung, der Bewältigung, der Selbstsorge, der Belastungen, der Zufriedenheit mit der Rehabilitation usw. sowie mit standardisierten Skalen (GBB, FLZ) befragt. Zusätzlich wurden 12 Fallstudien zur differenzierten Erfassung der Bewältigung des Lebens mit dem kranken Partner mit Hilfe narrativer und leitfadengesteuerter Interviews durchgeführt. Eine leitfadengesteuerte Befragung der verschiedenen Professionsgruppen in den Kliniken diente der Erfassung der Rolle der Angehörigen in der Sicht der Fachkräfte.

Ergebnisse:

1. Angehörige werden in der Rehabilitation überwiegend funktional und selten in ihrer spezifischen Belastungssituation oder ihrer Eigenkompetenz wahrgenommen. Trotz überwiegend positiver Bewertung der stationären Rehabilitation vermissen Angehörige spezifische Informationen und Verhaltensregeln im Umgang mit dem Erkrankten.
2. Angehörige bleiben in für sie zentralen Fragen der Bewältigung (Sinn der Krankheit, Angst vor der Zukunft) und einer phasenweise starken emotionalen Belastung auf sich gestellt. Die Bewältigung ist überwiegend Gefühlsarbeit, vorwiegend nach innen gerichtet und dient vor allem der Neubalancierung der familiären Beziehungsstrukturen zur gemeinsamen Bewältigung der Krankheit. Instrumentelle Belastungen spielen nur eine geringe Rolle.
3. Angehörige sind die treibende Kraft bei der Motivation der erkrankten Partner und spielen eine zentrale Rolle bei der Steuerung der Inanspruchnahme von Angeboten, bei Entscheidungen zur Therapie, bei der Lebensstiländerung und der Befolgung ärztlicher Ratschläge.
4. Angehörige wollen von den Fachkräften anerkannt werden und benötigen Hinweise auf den sozialen und psychischen Umgang mit den Erkrankten.

Forschungsverbund BBS



Beginn:

01.08.1998


Abschluss:

30.10.2000


Art:

Verbundprojekt / Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Abstract

The situation and role of the partners of cancer-patients in clinical and non-clinical rehabilitation settings

Objectives of the study: Characterization of stress-profiles, coping-strategies, help-seeking behaviour, and supportive behaviour in the partners of cancer-patients in the rehabilitation-process. On the basis of the empirical results a need-assessment for partners and relatives of cancer-patients will be developed. This assessment should help to outline a schedule of demands and needs for adequate counseling and supporting of patients' partners and relatives and to develop a training program for rehabilitation professionals. Methods of the study: The two-year pilot-study implies qualitative methods (interviews with rehabilitation professionals; interviews with partners; case-studies, diaries) and standardized quantifiable measures (questionnaire; check-lists). The latter will be applied twice: during the rehabilitation process in stationary or out-patient rehabilitation settings and six months after leaving the rehabilitation program.


Referenznummer:

R/FOFVB2C1


Informationsstand: 13.06.2018