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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

Geschlechtsspezifische Unterschiede in der kardiologischen Rehabilitation

Hintergrund:

Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Inanspruchnahme und im Erfolg medizinischer Rehabilitationsleistungen wurden in den letzten Jahren häufig problematisiert. Es gibt empirische Hinweise, dass Frauen seltener an Rehabilitationsprogrammen teilnehmen und andere Zugangsbarrieren haben. In Deutschland fehlen repräsentative Daten zur Inanspruchnahme. Insgesamt besteht ein großes Forschungsdefizit im Hinblick auf die Determinanten geschlechtsspezifischer Versorgungsunterschiede und deren Konsequenzen.

Ziele und Fragestellungen:

Ziel der Studie war die Erfassung von geschlechtsspezifischen Unterschieden bei der Überweisung zu und Inanspruchnahme von kardiologischen Rehabilitationsleistungen, im kurz- und mittelfristigen Rehabilitationserfolg, sowie in der Zufriedenheit und Compliance von Männern und Frauen. Ein besonderer Schwerpunkt sollte dabei auf der Analyse der Determinanten und Folgen geschlechtsspezifisch ungleicher Versorgung liegen. Studiendesign
Es wurde eine prospektive Längsschnittstudie über drei Messzeitpunkte durchgeführt (T1: im Akutkrankenhaus, T2: 8-10 Wochen nach Herzinfarkt, T3: 1 Jahr nach Herzinfarkt). PatientInnen nach akutem Herzinfarkt und ihre behandelnden Ärzte wurden schriftlich mittels Fragebogen befragt. In 67 Akutkrankenhäusern aus NRW konnten im Erhebungszeitraum 698 PatientInnen mit Herzinfarkt rekrutiert werden.

Ergebnisse:

Über 80 % der Männer und Frauen nahmen an einer kardiologischen Rehabilitation teil. Weder in den Teilnahmeraten noch bezüglich der Inanspruchnahme einzelner therapeutischer Angebote fanden sich nach Kontrolle des Alters geschlechtsspezifische Unterschiede. Differenzen zwischen Männern und Frauen zeigten sich dagegen im Ausgangszustand und in den subjektiven Rehabilitationszielen. Im kurz- und langfristigen Verlauf (Risikofaktoren, körperliche Beeinträchtigungen, psychisches Befinden) zeigten sich nur gering ausgeprägte geschlechtsspezifische Unterschiede.

Forschungsverbund NRW



Beginn:

01.10.1998


Abschluss:

30.09.2001


Art:

Verbundprojekt / Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Abstract

Gender specific differences in cardiac rehabilitation

In Germany and other countries a possibly lower program attendance in cardiac rehabilitation of women compared to men has been critically discussed for many years. Up to now however there are only limited data related to gender-specific utilization rates and program attendance. In a longitudinal study with three points in measurement 496 men and 172 women after an acute myocardial infarction and their physicians were asked to complete questionnaires referring to different aspects of the medical and psychosocial situation as well as to provision of acute cardiac care and rehabilitation services. The results show that currently in Germany no gender differences exist in the use of provision of cardiac rehabilitation. Whether this apparently 'fair' distribution in relation to gender can be seen as an adequate supply however is questionable in the context of different needs - especially with respect to the different psychosocial conditions of women and men.


Referenznummer:

R/FOFVB6PW6


Informationsstand: 23.10.2019