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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

Krankheitsmanagement (Disease Management - DMP) für die Rehabilitation

Hintergrund:

Krankheitsmanagment (DMP) als integriertes Managememtsystem wurde im wesentlichen in den USA für chronische Erkrankungen zeitgleich zu Managed Care Ende der 80er Jahre entwickelt. Unterschiede zu Managed Care liegen vor allem darin, daß es primär nicht auf das Leistungsgeschehen, den Primärarzt und ökonomische Anreize ausgerichtet ist, sondern das Individuum und sein Krankheitsgeschehen, seine Ätiologie, die anerkannt effektiven medizinischen und allgemein therapeutischen Maßnahmen und das damit verbundene Ergebnis in den Vordergrund stellt. Angelegt auf chronische Krankheitsbilder und langfristige Zeiträume, ist die Anwendung im Rehabilitationswesen naheliegend und vielversprechend.

Fragestellung und Ziele:
Das Projekt 'Krankheitsmanagement für die Rehabilitation' macht sich die ergebnisorientierte Aufarbeitung von Krankengeschichten zur Aufgabe. In deren Mittelpunkt steht der Sektorausschnitt Rehabilitation mit dem Ziel, das Verhältnis von Ergebnis zu Kosten bei einer spezifischen Erkrankung zu verbessern. Die Dokumentation von Gesundheitsaufklärung, Früherkennung, leitliniengesteuerten Therapieplänen, Nachbehandlung, Compliance und Ergebnis sind essentielle Bestandteile dieses Projekts. Hiermit wird der Gesamtprozess dokumentarisch überspannt, vergleichend bewertet und die Ausarbeitung von Standards über Leitlinien erhält verpflichtenden Charakter für alle Leistungserbringer. Das Projekt wird sich bei der Auswahl des zu untersuchenden Krankheitsbildes auf Störungen der psychomentalen Leistungsfähigkeit, der Vigilanz und auf Schlafstörungen beschränken, deren Ursachen in bislang unerkannten nächtlichen internistischer Erkrankungen lagen.

Methoden:

1. Katamnestische Datenaggregation. Leitvariablen aus mehreren Einzelprojekten des NRW-Verbunds oder vorhandene Datenpools aus den Abteilungen des Instituts für Rehaforschung (5 Rehaklinikender LVA Westfalen) zu Präventions- und nachgehenden Schulungsmaßnahmen werden extrahiert und aufbereitet.
2. Prospektive Datenaquisitation für die Bewertung von Präventions-, Diagnose-, Therapie- und Nachsorge-Leistungen, sowie zur Ermittlung von Leistungsfähigkeit, krankheitsspezifischer Symptomatik und Schlafstörungen. Sie werden vor, während und nach der Rehamaßnahme prospektiv an 1000 Patienten mindestens eine Woche vor, wöchentlich während des Rehaverfahrens und im Abstand von 3 und 12 Mon. danach untersucht. Instrumente sind der Schlaffragebogen nach Siegrist et al. (1987), der IRES und der Pitsburger-Schlaf-Qualitätsindex.
3. Evaluierte Leitlinienentwicklung über Konsensfindungsprozesse werden auf methodische Vorerfahrungen aufbauend, am Beispeil von Atemwegserkrankungen und nächtlichen Atmungsstörungen vorgenommen.

Erwartete Ergebnisse:

Das Projekt soll für den Teilsektor Rehabilitation am Beispiel von Ergebnisvariablen wie Leistungsminderung und Schlafstörungen Fehlsteuerungen ermitteln. Unnötige Maßnahmen sollen erkannt und eliminiert werden. Die konsensusgeführte Ausarbeitung von Standards für verschiedene Leistungserbringer der Therapie und Langzeitbetreuung über patienten- und systemorientierte Outcome-Optimierung soll rückgekoppelt weiterentwickelt werden.

Forschungsverbund NRW



Beginn:

01.01.1998


Abschluss:

31.12.2001


Art:

Verbundprojekt / Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FOFVB6Q3


Informationsstand: 09.04.2020