Inhalt

Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

Detailansicht

Angaben zum Forschungsprojekt

Forschungsverbund Rehabilitationswissenschaften Sachsen-Anhalt/Mecklenburg-Vorpommern: Schnittstellenprobleme in der medizinischen Rehabilitation - Entwicklung und Erprobung praxisorientierter Lösungsansätze

Der Forschungsverbund stellt auch in der zweiten, seit Januar 2002 laufenden Förderphase die Schnittstellenthematik in den Vordergrund und erweitert die Betrachtung unter Einbeziehung der beruflichen Rehabilitation. Das SGB IX mit seinen wichtigen Regelungen, um bisherige negative Auswirkungen von Schnittstellen auf Entscheidungsprozesse, auf die Betroffenen, auf die Versorgungsqualität aufzuheben, bildet dabei einen zentralen Bezugspunkt.

In der ersten Förderphase unternahm der Verbund zahlreiche Aktivitäten zur Schnittstellenthematik, insbesondere:
- die Einrichtung eines ständigen Arbeitskreises 'Rehasystem-Schnittstellen',
- die Beteiligung an Treffen der verbundübergreifenden Arbeitsgruppe 'Schnittstellen/Nachsorge',
- die Durchführung mehrerer themenrelevanter Verbundworkshops, u. a. zum SGB IX,
- die Veranstaltung eines 'Schnittstellen'-Workshops im Rahmen einer wissenschaftlichen Jahrestagung,
- die Veröffentlichung eines Orientierungspapers über Schnittstellenkonzepte.

Der Forschungsverbund umfasst in der zweiten Förderphase, die formell am 01.01.2002 begann wird, sechs Forschungsprojekte, die Geschäftsstelle, das Methoden-Querschnittprojekt und ein Rehabilitationswissenschaftliches Kolleg. Vier Forschungsprojekte sind an Instituten und Kliniken der Universität Halle-Wittenberg angesiedelt, ein Projekt residiert an der Medizinischen Fakultät der Universität Magdeburg, ein weiteres wird von einer Rehabilitationsklinik durchgeführt:

Universität Halle-Wittenberg

Projekt A1
Projektleitung Prof. Dr. J. Behrens:
Frühberentete ohne Rehabilitation - Prospektive und retrospektive Analyse zu Erwerbsverläufen vor der gesundheitlich begründeten Frühberentung sowie Motiven und Gründen der Nicht-Inanspruchnahme von medizinischen Maßnahmen zur Rehabilitation

Projekt B1
Projektleitung Prof. Dr. E. Fikentscher:
Risikofaktorenspezifische Interventionsprogramme bei Rehabilitanden mit chronischen Rückenschmerzen

Projekt B4
Projektleitung Prof. Dr. Chr. Schlenker-Schulte:
Cochlear Implant (CI): Kontextfaktoren als Prädiktoren für eine erfolgreiche Rehabilitation Jugendlicher und Erwachsener nach Cochlea Implantation

Projekt C3
Projektleitung Priv.-Doz. Dr. P. Brieger:
Berufliche Rehabilitation und Integration Psychisch Kranker
- Eine kontrollierte Studie zum Rehabilitationserfolg in zwei Einrichtungen mit gemeindenahem Konzept

Universität Magdeburg

Projekt A4
Projektleitung Prof. Dr. C. W. Wallesch:
Prädiktoren der Rehabilitationsprognose nach Schlaganfall und Schädel-Hirntrauma in der Postakutphase

Rehaklinik am Nikolausholz

Projekt C1
Projektleitung OA Dr. A. von Egmond-Fröhlich:
Studie zur Bestimmung der Effekte eines strukturierten ambulanten Weiterbehandlungsprogramms nach stationärer medizinischer Rehabilitation bei Kindern und Jugendlichen mit Adipositas

Die LVA Sachsen-Anhalt wirkt an dem Projekt A4 aktiv als Antragsteller mit. Insgesamt beteiligen sich 10 Einrichtungen der medizinischen und beruflichen Rehabilitation aus den Bundesländern Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern an den Projekten der zweiten Förderphase.

Die Geschäftsstelle des Verbunds nimmt auch künftig zahlreiche organisatorische und administrative Aufgaben wahr, wie z. B. die verbundinterne Information und Koordination, das verbundinterne Controlling, die Organisation der Verbundworkshops und der Mitgliedertreffen, die Mitwirkung bei der Außendarstellung und Öffentlichkeitsarbeit des Verbunds. Ihr obliegt weiterhin die Mitbetreuung des Arbeitskreises 'Rehasystem-Schnittstellen'. Mit dem Methodenprojekt und dem Rehabilitationswissenschaftlichen Kolleg arbeitet sie eng zusammen.

Das Methodenprojekt hat die Aufgabe der Beratung der Verbundprojekte, der methodischen Weiterqualifizierung im Verbund und der methodischen Qualitätssicherung.
Über die bisherige quantitative Methodenberatung und
-aktivitäten hinaus wird in der zweiten Förderphase außerdem die qualitative Methodik, dem Bedarf einiger Verbundprojekte entsprechend, einbezogen.

Das auf zwei Jahre geförderte Rehawissenschaftliche Kolleg dient primär der Förderung des graduierten wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet medizinischer, beruflicher und sozialer Rehabilitationswissenschaft und -forschung. Es umfasst zum einen das rehawissenschaftliche Studienprogramm, das die Hochschullehrer des Forschungsverbunds sowie themenabhängig auch externe Experten als Dozenten einbezieht. Es umfasst zum anderen die Promotionsstipendien und das Stipendiaten-Betreuungsprogramm, an dem auch andere Doktoranden mit Reha-Thematik partizipieren können.

Die Verbundstruktur - bestehend aus Verbundvorstand, Geschäftsstelle, Verbundbeirat, Methodenzentrum, Mitgliederversammlung etc. - wird im Grundsatz weitergeführt.

Fortgesetzt wird auch die Kooperation mit dem Förderverein 'Regionale Rehabilitationsforschung in Mecklenburg-
Vorpommern und Sachsen-Anhalt e. V.', dessen Hauptziel es ist, die Forschung auf dem Gebiet der medizinischen und beruflichen Rehabilitation zu fördern und den Umsetzungsprozess der wissenschaftlichen Erkenntnisse in die rehabilitative Praxis zu unterstützen.

Der Forschungsverbund wird seit Januar 2003 durch den Stiftungslehrstuhl 'Rehabilitationsmedizin' an der Medizinischen Fakultät der Universität Halle-Wittenberg verstärkt. Der auf die ersten zehn Jahre gemeinsam von der LVA Sachsen-Anhalt und dem Verband Deutscher Rentenversicherungsträger finanzierte Lehrstuhl wird im Anschluss an die Förderphase aus Landesmitteln weitergeführt werden. Bei der Errichtung des Stiftungslehrstuhls - im Kontext mit der Verbundförderung und dem Förderverein Regionale Rehabilitationsforschung - handelt es sich um eine zentrale Maßnahme mit dem Ziel, langfristig die Grundlage für vernetzte rehabilitationswissenschaftliche Forschung in der Region zu sichern.

Projekte der 1. Förderphase waren:
Projekt A1
Projektleitung Prof. Dr. B. P. Robra, Universität Magdeburg:
Reha-Survey am Beispiel Sachsen-Anhalts - Eine Bestandsaufnahme

Projekt A3
Projektleitung Prof. Dr. W. Matschke, Universität Greifswald:
Wirtschaftlichkeitsparameter beim Auf- und Ausbau von Einrichtungen ambulanter Rehabilitation für die gesetzliche Rentenversicherung

Projekt B3
Projektleitung Prof. Dr. H. Slesina, Universität Halle-Wittemberg:
Qualitätssicherung bei medizinischer Rehabilitation zum Erhalt des Erwerbslebens

Projekt C1
Projektleitung Prof. Dr. E. Fikentscher, Universität Halle-Wittemberg:
Optimierung der Rehabilitationszuweisung beim chronischen Rückenschmerz

Projekt C2
Projektleitung Prof. Dr. C. W. Wallesch, Universität Magdeburg:
Effizienz und Effektivität in der in der stationären und teilstationären Rehabilitation von ZNS-Erkrankungen - eine Pilotuntersuchung

Projekt C4
Projektleitung Dr. A. Kühn, Universität Halle-Wittemberg:
Zur Analyse der Motivation von Antragsteller auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation: Die Erfassung motivationaler Bedingungen für die aktive Mitarbeit während stationärer Rehabilitation



Beginn:

01.01.1998


Abschluss:

31.12.2004


Art:

Forschung / Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FOFVB7


Informationsstand: 09.04.2020