Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Die Situation von Frauen und Männern mit Behinderung


Sammelwerk / Reihe:

Gender-Datenreport: Erster Datenreport zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der Bundesrepublik Deutschland


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ); Cornelißen, Waltraud


Quelle:

Berlin: Eigenverlag, Online-Ressource, 2005, Seite 524-608


Jahr:

2005



Link(s):


Link zu dem gesamten Datenreport (PDF | 3,3 MB)
Link zu Kapitel 9: 'Die Situation von Frauen und Männern mit Behinderung' des Datenreports (HTML)
Link zu Kapitel 9: 'Die Situation von Frauen und Männern mit Behinderung' des Datenreports (PDF | 340 KB)


Abstract:


Zum ersten Mal in der Bundesrepublik Deutschland werden in einem Datenreport zur Gleichstellung von Frauen und Männern Fakten zur sozialen Lage und Lebensführung von Frauen und Männern zusammengetragen, miteinander verglichen, ausgewertet und interpretiert.

Der Datenreport zeigt, dass sich in vielen Bereichen Lebenssituationen und Teilhabechancen von Frauen und Männern in den letzten Jahren weiter einander angenähert haben.

Kapitel 9 des Datenreports stellt die Situation von Frauen und Männern mit Behinderung dar, hier das Wichtigste in Kürze:

- Die Situation behinderter Menschen wurde in den letzten Jahren durch gesetzliche Veränderungen (zum Beispiel SGB IX, BGG und andere), an deren Ausgestaltung politisch engagierte behinderte Frauen und Männer mitwirkten, verbessert.

- Geschlecht und Alter behalten dennoch eine zentrale Bedeutung für die Charakterisierung der Lebenslage behinderter Menschen. Mehrfachdiskriminierung behinderter Frauen ist in vielen Lebensbereichen nachweisbar (Anerkennung der Schwerbehinderung, Bewertung von Berufs- und Familienarbeit, ökonomische Situation, Pflege und anderes).

- Benachteiligungen behinderter Frauen und Mädchen kumulieren im Lebensverlauf.

- Während integrative Betreuung von Vorschulkindern zur Regelversorgung geworden ist, besteht im Bereich der Schulbildung großer Nachholbedarf für integrative Angebote.

- Deutlich mehr Jungen als Mädchen besuchen eine Sonderschule, 80 Prozent der Schüler bzw. Schülerinnen verlassen die Schule ohne Abschluss. Unter den wenigen, die 2003 höhere Bildungsabschlüsse erreicht haben, sind junge Frauen überrepräsentiert.

- Bezogen auf alle Altersgruppen behinderter Männer und Frauen ergeben sich bessere Bildungs- und Berufsabschlüsse für behinderte Männer, behinderte Frauen aus Ostdeutschland verfügen über bessere Abschlüsse als westdeutsche Frauen mit Behinderungen. Dies ist ein Effekt ungleicher Bildungschancen aus vergangenen Jahrzehnten.

- Im erwerbsfähigen Alter sind sowohl schwer als auch leicht behinderte Männer häufiger erwerbstätig als Frauen in der gleichen Situation. Die Erwerbsbeteiligung behinderter Frauen und Männer ist trotz verschiedenster arbeitsmarktpolitischer Instrumente geringer als bei nicht behinderten Personen. Es fehlt die Nachhaltigkeit der Maßnahmen. Besonders hoch ist die Arbeitslosenquote von Männern mit Behinderung in Ostdeutschland.

- In der beruflichen Eingliederung sind behinderte Frauen unterrepräsentiert. Diesbezüglich gibt es keine Unterschiede zwischen den westdeutschen und ostdeutschen Ländern.

- Die ungleiche Beschäftigungssituation behinderter Frauen und Männer spiegelt sich nachhaltig wider in der ökonomischen Situation (Einkommen bzw. Rente).

- Die Belange behinderter Mütter werden nach wie vor kaum beachtet, in offiziellen Statistiken gibt es keine Aussagen dazu. Das SGB IX schafft jedoch die rechtlichen Grundlagen für eine bessere Beachtung weiblicher Lebensentwürfe.

- Festgestellt werden muss, dass nur ein kleiner Teil behinderter Frauen und Männer politisch aktiv wird, Frauen noch seltener als Männer.

[Aus: Information des Herausgebers]


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Mehr zum Thema:


Sammelwerk 'Gender-Datenreport: Erster Datenreport zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der Bundesrepublik Deutschland'




Dokumentart:


Graue Literatur / Online-Publikation




Bezugsmöglichkeit:


Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)
Publikationsversand der Bundesregierung
Homepage: https://www.bundesregierung.de/breg-de/service/publikationen

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/NV1405X01


Informationsstand: 05.10.2010