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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Spastische Lähmungen


Sammelwerk / Reihe:

Berufliche Eingliederung Behinderter


Autor/in:

k. A.


Herausgeber/in:

Bundesanstalt für Arbeit (BA)


Quelle:

Nürnberg: Eigenverlag, 1987


Jahr:

1987



Abstract:


Spastische Lähmungen:

Spastische Lähmungen (cerebrale Bewegungsstörungen wie Spastik, Athetose, Ataxie) zählen zu den häufigsten auftretenden Körperbehinderungen. Zu der Behinderung des Stütz- und Bewegungsapparates im Sinne der spastischen Lähmung (je nach Ausprägung mehr oder weniger unkoordinierte Bewegungsabläufe, seltene Bewegungsschwäche) und ihren Folgen können im Einzelfall Störungen der geistigen Entwicklung, der Sprache und der Wahrnehmung, in seltenen Fällen auch des Verhaltens kommen. Diese Störungen müssen nicht zusammen auftreten und sind in der Regel sehr unterschiedlich ausgeprägt. Grad der körperlichen Behinderung und Ausmaß geistiger Einschränkungen gehen keinesfalls parallel. Es bedarf schon im Säuglingsalter genauer Untersuchungen, um Art und Ausmaß der Behinderung zu erkennen und zu behandeln. Hierfür gibt es besondere Einrichtungen, deren Fachdienste spezielle Behandlungsmethoden (zum Beispiel krankengymnastische Übungsbehandlung nach Bobath oder Voita, Logopädie, Heilpädagogik etc.) beherrschen. Operative orthopädische Korrektureingriffe können in seltenen Fällen notwendig werden. Zur weiteren Förderung können später beschäftigungs- und arbeitstherapeutische Maßnahmen im Einzelfall erforderlich sein.

Arbeitsmedizinische Aspekte:

Je nach Art und Schwere der Behinderung kommen Spezial- oder auch allgemeine Schulen in Frage, wobei höhere Schulabschlüsse erreicht werden können. Damit steht auch ein beträchtlicher Teil der Betroffenen später dem allgemeinen Arbeitsmarkt zur Verfügung. Andere werden den Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes nicht gerecht, so dass Werkstätten für Behinderte oder Tagesförderstätten in Frage kommen könnten. Eine besonders genaue Untersuchung des Leistungsprofils ist notwendig, die alle möglichen Formen der Behinderung abgreifen muss, wobei die Schulbildung nicht vernachlässigt werden darf. Besonders hilfreich kann der Kontakt des Betriebes zu den Ärzten und eventuell zu den vorbehandelnden Einrichtungen und Therapeuten sein. Nur im Falle einer leichten Behinderung wird sich die betriebsärztliche Dienststelle selbst ein Bild machen können.

- Fachleute der Arbeitsämter, Hauptfürsorgestellen und Rentenversicherungsträger sorgen über finanzielle Hilfen hinaus für die technische Arbeitsgestaltung.

- Die Anrechnung auf mehrere Schwerbehindertenplätze ist möglich.

- Mit Hilfe der Erfahrungen der Spezialschulen und beruflichen Trainingseinrichtungen für die individuell angepassten Tätigkeiten und Arbeitsgestaltung, aber auch unter Berücksichtigung der möglicherweise anderweitig erworbenen Qualifikationen kann man sich ein genaues Leistungsbild machen und auch die möglichen Arbeitsanforderungen herausfinden.

Technische Hilfen und organisatorische Hinweise:

Eine Vielzahl individueller rehabilitationstechnischer Hilfen ist für diesen Personenkreis entwickelt worden, so zum Beispiel Hilfen zur Kommunikation wie Spezialtelefon, Spezial-Schreibmaschine, Kopfschreiber (als Ergänzung der Spezial-Schreibmaschine), Lesehilfen etc.; sie werden vielfach aus den vorqualifizierenden Institutionen mitgebracht. Ebenso sind Hilfen zur Unterstützung und Verbesserung der Gehfähigkeit vorhanden. Soweit notwendig, sind Rollstuhlfahrer mit Spezialrollstühlen versorgt. Andere technische Arbeitshilfen dienen der Verbesserung der Beweglichkeit und dem Ausgleich eventuell vorhandener Seh- und Hörbehinderungen. Bei Büroarbeitsplätzen können ergonomisch gestaltete Büromöbel weitere Erleichterungen schaffen.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Mehr zum Thema:


Aktuelles Handbuch der BA: Teilhabe durch berufliche Rehabilitation




Dokumentart:


Graue Literatur




Bezugsmöglichkeit:


Bundesagentur für Arbeit (BA)
Homepage: https://www.arbeitsagentur.de/veroeffentlichungen/veroeffent...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

VT0030


Informationsstand: 18.03.2004