Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Bibliographische Angaben zur Publikation

Disability Mainstreaming - Versuch einer Begriffsklärung

Behinderung vom Rand in die Mitte der Gesellschaft rücken



Autor/in:

Grüber, Katrin


Herausgeber/in:

Sozialverband VdK Deutschland e.V.


Quelle:

Sozialrecht und Praxis, 2008, 18. Jahrgang (Heft 6), Seite 347-351, Bonn: Eigenverlag, ISSN: 0939-401


Jahr:

2008



Abstract:


Kathrin Grüber Beitrag geht es um das Disability Mainstreaming, seine Bedeutung und seine Umsetzung für eine gleichberechtigte Gesellschaft im Hinblick auf Behinderte. Der Begriff Disability Mainstreaming heißt, dass das Anliegen von Menschen mit Behinderung zum wichtigen Bestandteil von Prozessen in Politik, Verwaltung, Gesellschaft und Wissenschaft wird. Da Gender oder Disability Mainstreaming dem Ziel der Gleichstellung dienen, wird ein Veränderungsbedarf vor allem bei der Gesellschaft und nicht beim Individuum gesehen.

In Forschung und Wissenschaft fordert das Disability Mainstreaming das Einbinden und die Interessenberücksichtigung von Behinderten in Entscheidungsprozessen zu Forschungsfragen wie beispielsweise in der Medizin. Als weiterführenden Schritt verlangt es das Mitwirken von behinderten Menschen bei der Prioritätensetzung über Forschungsförderung wie zum Beispiel in speziellen Gremien. Auch in der Politik und Gesetzgebung muss umgedacht werden.

So sollen Gesetzesentwürfe auf die Belange behinderter Menschen überprüft werden und groß angelegte Beschäftigungsstrategien für mehr Gleichstellung und Teilhabe sorgen. Für die Technologiepolitik bedeutet das, dass Geräte von Anfang an so konstruiert werden müssen das sie von möglichst vielen Menschen bedient werden können.

Der Perspektivenwechsel verlangt vor allem von nicht behinderten Menschen ein größeres Umdenken und mehr Flexibilität. Daher hält die Autorin Schulungen für Mitarbeiter von Behörden und Ministerien für unumgänglich. Ebenso ist es erforderlich Hindernisse zu erkennen und sie auszuräumen, um das Disability Mainstreaming zu verankern. So können die Entscheidungsprozesse mehr Zeit erfordern und die Lösungen komplizierter werden. Kathrin Grüber empfiehlt ein zweigleisiges Vorgehen nach Miller und Albert.

Einerseits soll die Gleichberechtigung auf bisher nicht betroffene Felder ausgeweitet werden und zur Aufgabe der Allgemeinheit werden, so dass nicht nur eine Stelle, wie etwa die Behindertenvertretung, zuständig ist. Andererseits soll diese Stelle weiterhin bestehen bleiben, damit die Belange von behinderten Menschen dauerhaft sichtbar gemacht werden, um der Gefahr, dass der Implementierungsprozess zum Erliegen kommt, vorzubeugen. Abschließend stellt die Autorin fest, dass das Disability Mainstreaming eine Bereicherung für die Gesellschaft in jeglicher Hinsicht darstellt und weit über Maßnahmen gegen Diskriminierung hinausgeht.


Weitere Informationen:


Schlagworte:
Informationen in der ICF:


Dokumentart:


Zeitschriftenbeitrag




Bezugsmöglichkeit:


Sozialrecht + Praxis - Fachzeitschrift für Sozialpolitiker und Schwerbehindertenvertreter
Homepage: https://www.vdk.de/deutschland/pages/presse/6320/sozialrecht...

Um Literatur zu beziehen, wenden Sie sich bitte an Bibliotheken, die Herausgeber, den Verlag oder an den Buch- und Zeitschriftenhandel.



Referenznummer:

R/ZS0102/6730


Informationsstand: 04.09.2008