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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

Verbesserung der Sprechfähigkeit durch Anwendung der Sprach-Farbbild-Transformation (SFT) bei schwerhörigen und gehörlosen Jugendlichen

Ziel:

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Möglichkeiten der Sprach-Farbbild-Transformation (SFT) für die Sprechförderung schwerhöriger und gehörloser Jugendlicher, die vor einer Berufsausbildung stehen, zu nutzen, um Artikulation und Prosodie zu verbessern und den Wortschatz zu erweitern.

Zielgruppe:

Zielgruppe des Forschungsvorhabens sind gehörlose und schwerhörige Jugendliche bzw. junge Erwachsene. Obwohl es sich hier um zwei unterschiedliche Behinderungsformen handelt, spricht die Zielsetzung beide Behindertengruppen an.

Dabei wurde von der Überlegung ausgegangen, daß der Einsatz der SFT bei Jugendlichen eine didaktische Konzeption erfordert, die die Erfordernisse und Vorzüge der SFT, die allgemeinen Besonderheiten dieses Alters und die individuellen Bedingungen der Probanden berücksichtigt.

Zielebenen:

So können zwei Zielebenen unterschieden werden:

1. Durch die Möglichkeit des visuellen Feedbacks sollen die sprecherischen Fähigkeiten verbessert werden.

2. Ein für die Erwachsenenbildung geeignetes Lernkonzept soll entwickelt werden, wobei der Hörgeschädigte berufsorientierte Fachtermini in Form und Inhalt erwerben soll. Es soll angestrebt werden, dem Schüler durch die inhaltliche Vermittlung von Wortbedeutungen eine gewisse Kompetenz von Fachsprache zu geben und darüber hinaus durch das Thematisieren der beruflichen Zukunft den Jugendlichen für den Sprechunterricht zu motivieren. Dieses Konzept soll in mehrfacherweise auf den Berufseinstieg vorbereiten.

Es wurde beachtet, daß das Wortmaterial und die Syntax von Berufssprache eine Reihe von Besonderheiten gegenüber der Allgemeinsprache aufweist.

So ergibt sich für die Zielstellung die Notwendigkeit, an Hand von komplexem Wortmaterial, welches den Wünschen der Probanden und den Anforderungen des Berufslebens Rechnung tragen soll, die Sprechfähigkeiten zu erhöhen.

Die entwicklungsbedingte Situation von Jugendlichen findet in dem zunehmenden Verlangen nach Selbständigkeit und in dem Ablösen von kindlicher Umgebung, von kindlichen Verhaltensweisen und von den Erziehenden ihren Ausdruck. An diese Situation angepaßt ist für das Forschungsvorhaben ein didaktisches Modell entwickelt worden, welches sich - wie erwähnt - an der Erwachsenenpädagogik orientiert. Die Förderung von Selbständigkeit und Selbstverantwortung sind diesbezüglich die zentralen Anliegen.

Methoden:

Zur Auswertung des Forschungsvorhabens sollen mittels der Klangvektoranalyse die Veränderungen der Lautbildung quantifizierbar gemacht werden im Vergleich zu erarbeiteten Referenzdaten von unauffälligen bzw. normalen erwachsenen Sprechern. Es wird davon ausgegangen, daß es sowohl Änderungen zum Normalsprecher hin als auch vom Normalsprecher weg gibt, d. h. es gibt 'Verbesserungen' und 'Verschlechterungen'. Diese auf physikalischer Messung beruhenden Ergebnisse haben nur bedingt mit einer besseren Verständlichkeit zu tun. So soll hier eine Leseprobe und ein Interviewtest einbezogen werden, der die Verständlichkeit der sprecherischen Fähigkeiten subjektiv bestimmen soll.

Die Frage, wie weit es den Probanden gelingt, den erarbeiteten Fachwortschatz zu verinnerlichen, soll durch den Fachterminitest geprüft werden. Darüber hinaus soll festgestellt werden, inwieweit sich selbstverantwortliches Handeln und Selbständigkeit im Rahmen dieses Vorhabens erzielen lassen. Grundsätzlich sollen die Teilnehmer einmal wöchentlich Sprechunterricht bekommen und an einer im Hause aufgestellten Anlage selbständig arbeiten. Stellt sich heraus, daß diese Konzeption eine Überforderung für den Teilnehmer darstellt aber die Sprechförderung mittels SFT-Feedback grundsätzlich erfolgversprechend ist, so kann der Proband eine 'Intensivtherapie' erhalten, die enger angeleitet wird durch 3-malige Kontakte in der Woche und die nur über einen begrenzten Zeitraum stattfindet. Alternativ wird ihm die Möglichkeit eingeräumt, zu Hause mit Bezugspersonen zu arbeiten, die in die Therapie einbezogen wurden, ähnlich der Sprechlernkonzeption mit SFT vom Audiologischen Zentrum in Düsseldorf.

Hinweis: Die Informationen zum Projekt sind archiviert und werden nicht mehr aktualisiert.



Beginn:

01.01.1989


Abschluss:

31.12.1991


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA)
jetziger Name: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)



Weitere Informationen


Abstract

Improvement of the speech abilities by application of speech-colour picture-transformation (SFT) in hearing impaired and deaf teenagers

Aim of this research project is to use the possibilities of speech-colour picture-transformation (SFT) for the speech support of hearing impaired and deaf teenagers who are at the onset of vocational training in order to improve articulation and prosody and broaden their vocabulary.

Target group of this research project are deaf and hard of hearing teenagers or young adults. Although this concerns two different types of disabilities, the aims relate to both groups of disabilities.

This has been developed under the consideration that the use of SFT in teenagers demands a didactic concept which takes into account the demands and priorities of the SFT, the general characteristics of this age and the individual conditions of the test subjects.

Thus two separate levels of aims can be differentiated:
1. The speech abilities will be improved by the possibility of visual feedback.

2. A suitable teaching concept for adult further training will be developed where the hearing impaired will be able to acquire vocationally oriented specialist terms in form and concept. An aim is to give the pupil a certain competence in the specialist language by acquiring the meaning of words through the content and in addition to this to motivate the teenagers in speech classes by the thematisation of the vocational future. This concept should prepare them for the vocational start in several different ways.

It was noticed that the word material and the syntax of vocational speech shows a range of specialities compared with normal speech.

Thus to achieve the aims it is neccesary to improve the speech abilities because of the complex material which should take into account the wishes of the subjects and the demands of working life.

The development dependent situation of teenagers finds expression in the increasing desire for independence and the removal from the childhood environment, from childish behaviour patterns and from the teachers. A didactic model has been developed for this research project adapted to this situation, which as already mentioned - is oriented to adult paedagogics. The demands for independence and self-responsibility are the central concerns here.

For the evaluation of this research project the changes in the formation of sounds should be made quantifiable by means of sound vector analysis compared with reference data acquired from normal adult speakers. It is deduced from this that there are changes towards normal speech as well as away from normal speech, i.e. there are 'improvements' and 'deteriorations'. These results which are related to physical measurements are limited in their influence on a better understanding. Thus a test reading and an interview test should be included here so that the ability to be understood in speaking abilities can be subjectively determined.

The question how far the test subjects are able to internalise the acquired specialist vocabulary should be tested by means of the specialist term test. In addition to this it should be established how far self-responsible action and independence can be aimed for in the context of this project. Basically the participants receive speech training once a week and work independently on equipment set up in the building. Should it be established that the participants are overtasked with this concept, but the speech demands by means of SFT feedback basically look promising, the subject can receive an 'intensive therapy' which is closely instructed by means of 3 contacts per week and takes place over a limited period of time. Alternatively he is also given the option to work at home with contact people who can be included in the therapy, similar to the speech learning concept with SFT from the Audiology Centre in Duesseldorf, Germany.


Referenznummer:

R/FO0921


Informationsstand: 04.12.2019