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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

Erstellung einer Arbeitshilfe zur beruflichen Rehabilitation von Personen mit fortschreitender Sehbehinderung

Hintergrund:

Die Beschäftigung mit den speziellen Problemen der Arbeitsgestaltung von progressiv Sehbehinderten rückte erst in den letzten Jahren in den Vordergrund. Lesehilfen u. ä. werden schon sehr lange angeboten und eingesetzt, jedoch sind derartige Hilfen auf bestimmte (berufliche) Arbeitsfelder beschränkt.

Bisherige Erfahrungen zeigen, daß die berufliche Integration und Rehabilitation von progressiv Sehbehinderten u. a. deswegen gar nicht versucht wird, weil zu wenig positive Beispiele bekannt sind. Mit positiven Beispielen läßt sich demonstrieren, daß die berufliche Integration von Sehbehinderten möglich ist. Beispiele animieren aber auch andere Betroffene, diese Lösungen als Vorbild für sich zu nutzen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Nutzung neuer Hilfsmittel (EDV).

Ziel:

Ziel des Projektes war die umfassende Analyse der Probleme der beruflichen Rehabilitation Sehbehinderter und darauf aufbauend die Erarbeitung von Gestaltungsmaßnahmen, damit der Rehaprozeß für die Betroffenen optimiert und damit auch wirtschaftlicher gestaltet werden kann.

Den Betroffenen selbst und den professionellen Beratungseinrichtungen sollen Hinweise vermittelt werden, wie die berufliche Entwicklung bzw. Anpassung für progressiv Sehbehinderte verbessert werden kann.

Das Spezifische an Retinitis pigmentosa ist die Progredienz des Gesichtsfeldverlustes bzw. Sehverlustes nach Art und Grad über mehrere Jahre und Jahrzehnte. Dieses ist bei Maßnahmen zur beruflichen Rehabilitation unbedingt zu bedenken.
Die Lösung der Probleme der beruflichen Rehabilitation als Hilfe zur beruflichen Weiterentwicklung von progressiv Sehbehinderten ist - insbesondere bezogen auf den Formenkreis der Retinitis pigmentosa - eine kontinuierliche Aufgabe. Es bedarf immer wieder kleiner Lösungen, die aber von großen Lösungen (z. B. Umschulung) überlagert sein können.

Vorgehen und Ergebnis:

Als Ergebnis des Vorhabens wird ein Ratgeber vorgelegt, der auf Erfahrungen von Sehbehinderten beruht. Mit 29 Betroffenen wurde ein leitfadengestütztes Interview geführt. Der Ratgeber zeigt, wie sie ihre beruflichen Schwierigkeiten, ihre berufliche Rehabilitation im Kontext des progressiven Netzhautabsterbens gelöst haben. Die Berufs- und Lebensgeschichten zeigen aber auch den professionellen Beratern, mit welchen Problemen und Schwierigkeiten die Betroffenen konfrontiert sind. Dies ist wichtig zu wissen, um bei der Beratung des Einzelnen, bei seinen konkreten Schwierigkeiten, zielgerichtet und problembezogen ansetzen zu können.

Der Schwerpunkt dieses Reharatgebers liegt auf den Berufserfahrungen der Betroffenen. Diese sind nicht nach ihrem gesamten Berufsverlauf wiedergegeben, sondern nach 'Problemphasen', die die Betroffenen im Laufe ihres beruflichen Werdeganges durchlaufen. Dieser zentrale Teil des Ratgebers ist dreistufig aufgebaut: nach einer kurzen Analyse des jeweiligen Problems folgt ein typisches Beispiel aus den Interviews, woran sich Ratschläge für die am Rehaprozeß Beteiligten anschließen.



Beginn:

01.04.1989


Abschluss:

30.09.1993


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung - BMA (jetzt: BMAS)



Weitere Informationen


Abstract

Development of a work aid for the vocational rehabilitation of people with progressive visual impairments

The concern with the special problems of the work organisation of people with progressive visual disabilities has only come into the foreground in recent years. Reading aids, among others, have already been offered and used for a long time, however aids for particular (vocational) work fields are limited.

The experience till now shows that the vocational integration and rehabilitation of progressive visual impairments has, among others, not even been attempted because too few positive examples are known. It can be demonstrated with positive examples that the vocational integration of the visually impaired is possible. Examples also inspire others affected to use solutions as examples for themselves. An important part is played by the use of new aids like computers.

Aim of this project was the complete analysis of the problems of vocational rehabilitation of the visually impaired and from this to develop organisational measures so that the rehab process can be optimised for those affected and can thus also be organised more economically.

Those themselves affected and the professional advisory institutions should be given tips on how the vocational development or adaption for the progressively visually impaired can be improved.

The characteristic of retinitis pigmentosa is the progressiveness of the visual field or sight loss according to the type and degree over several years and decades. This must be taken into account in the measures for vocational rehabilitation. The solution of the problem of vocational rehabilitation as an aid to vocational further development of the progressively visually impaired is - specially when concerned with the group of retinitis pigmentosa - a continuous job. It requires time and again smaller solutions which can be overlaid by larger solutions (eg retraining).

As a result of the project an advisory guide is presented based on the experiences of the visually impaired. A guideline supported interview was carried out with 29 of those affected. The advisory guide shows how they solved their vocational problems, their vocational rehabilitation in the context of the progressive retinal loss. The vocational and life stories also show the professional advisors which problems and difficulties confront those affected. This is important to know so that in the individual advise one is able to use a targeted and problem related approach to the concrete difficulties.

The emphasis of this rehab advisory guide is on the vocational experience of those affected. These are not described according to their complete vocational course but also according to 'problem phases' experienced during the course of their vocational career by those affected. This central part of the advisory guide is built up in three steps: After a short analysis of the respective problems follows a typical example from the interviews which includes advice for those involved in the rehab process.


Referenznummer:

R/FO0928


Informationsstand: 05.08.1994