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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

EDV-Arbeitsplätze für Menschen mit körperlichen Behinderungen

Der steigende Anteil Schwerstkörper- und Mehrfachbehinderter stellt Werkstätten für Behinderte vor das Problem, geeignete Betätigungsfelder zu finden, die dem Leistungsvermögen dieser Gruppe entsprechen. Klassische Arbeitsbereiche innerhalb der Werkstätten wie z. B. Holz- und Metallbearbeitung, Montage, Verpackung oder Versand erfordern manuelle Fähigkeiten, die bei Schwerstkörper- und Mehrfachbehinderten kaum vorhanden sind. Dagegen sind die kognitiven Fähigkeiten in vielen Fällen gar nicht oder kaum beeinträchtigt, so dass auch hier ein Bedarf für neue Arbeitsbereiche besteht.

EDV-Arbeitsplätze können bei geeigneten Tätigkeitsfeldern und entsprechender Arbeitsplatzgestaltung eine Lösung dieses Problems darstellen. In vielen Fällen kann der Computer Arbeitsmittel und technische Hilfe zugleich sein. Vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten auf Software-Basis stellen alternative Eingabe- und Ausgabemöglichkeiten zur Verfügung, die kostengünstig und zugleich mobil, also auch auf andere Computer übertragbar, sind. Zusätzlich wird diese Palette durch hardwareseitige Erweiterungen ergänzt, um auch bei Behinderungen mit starken Einschränkungen der Motorik oder bei sensorischen Behinderungen Zugangsmöglichkeit zum Computer zu schaffen. Damit stehen Menschen mit Behinderungen prinzipiell alle Tätigkeitsfelder offen, die auf der Arbeit mit Computern beruhen. Fehlende oder eingeschränkte Motorik oder Mobilität verliert daher an EDV-Arbeitsplätzen ihre leistungsbestimmende Funktion.

Das Forschungsprojekt 'EDV-Arbeitsplätze für Menschen mit körperlichen Behinderungen' bestand aus zwei Projektphasen. Die Vorbereitungsphase diente primär der Aufarbeitung des State-of-the-Art. Der dazugehörende Zwischenbericht widmet sich den Aspekten der Anpassung von Computerarbeitsplätzen an die Bedürfnisse behinderter Menschen (Datenübertragungstechnologie, Mensch-Maschine-Schnittstellengestaltung, Software-Gestaltung). Der zweite Projektabschnitt beschäftigte sich mit konkreten Umsetzungsmöglichkeiten zur Schaffung von EDV-Arbeitsplätzen und deren exemplarischer Beschreibung (Auswahl und Ausbildung geeigneter Mitarbeiter, Auswahl geeigneter Betätigungsfelder, Auswahl an Hard- und Software, Umsetzungsempfehlungen). In zwei Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) wurden EDV-Arbeitsplätze eingerichtet und entsprechende Dienstleistungen im Portfolio dieser Werkstätten aufgenommen.

Das Projekt war darüber hinaus Initiator für weitere Projekte des Instituts, insbesondere für die Projekte 'Verbesserung der beruflichen Integrationschancen durch systematische Qualifizierung in WfbM (CAPADAPT)', 'Entwicklung eines Gefährdungsanalyse-Instrumentariums zur Beurteilung von EDV-Arbeitsplätzen für Beschäftigte mit und ohne Behinderungen' und 'E-Business in Werkstätten für behinderte Menschen in Rheinland-Pfalz'.



Beginn:

01.06.1994


Abschluss:

31.08.1998


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Landesamt für Jugend und Soziales des Landes Rheinland-Pfalz



Weitere Informationen


Abstract

EDP-Workplaces for People with Physical Disabilities

As a consequence of the wide spread of computers in all vocational fields new areas of employment for people with disabilities do arise. The main reason for this development is the decrease of physical actions needed to control computers especially if alternative input technologies are used. Missing physical abilities don't determine any longer vocational capabilities.
Central questions:
- accessible design of soft- and hardware
- selection of appropriate technical aids
- ergonomic job design
- personality developing job design (scheme, environment, content)
- new vocational fields of work
- training of users and those who take care/supervise.
Pilot implementations in the next phase.


Referenznummer:

R/FO1043


Informationsstand: 14.04.2020