Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

PEIPAS - Projekt zur Erweiterung der IMBA-Profile auf die Anforderungen Sehgeschädigter

Das arbeitsdiagnostische Instrument "Integration von Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt" (IMBA) gewinnt im Assessment zur beruflichen Rehabilitation sowie in der Arbeit der Integrationsfachdienste (IFD) als Instrument zur Einschätzung der Teilhabe zunehmend an Bedeutung. In dem Projekt werden Ergänzungen bezüglich der arbeitsplatz- und behinderungsspezifischen Anforderungen von Menschen mit Sehschädigung entwickelt.

IMBA ist durch seinen großen Merkmalsumfang grundsätzlich auch zur Fähigkeitsdokumentation blinder und sehbehinderter Arbeitssuchender bzw. deren Anforderung am Arbeitsplatz einsetzbar. Allerdings reichen die bestehenden Merkmale in den Profilen nicht aus, um eine umfassend qualitätsgesicherte Aussage für sehgeschädigte Arbeitssuchende daraus ableiten zu können. So werden z. B. in IMBA elementare Merkmale zum Kriterium "Sehen" erfasst, diese beziehen aber nicht etwaige Kompensationsmöglichkeiten durch Hilfsmittel bzw. mögliche Kompensations- oder Bewältigungstrainings der sehgeschädigten Arbeitssuchenden mit ein.

Durch die Ergänzungen soll die Anwendung des Profilvergleichs-Instrument IMBA zur vollständigen Analyse des Förderbedarfes und der Arbeitsplatzausstattung sehgeschädigter Arbeitssuchender ermöglicht werden. Die behinderungsrelevante Erweiterung der IMBA- Merkmale und -Profile soll den vielfältigen Aspekten von Sehschädigungen Rechnung tragen, die sowohl in den Anforderungsprofilen als auch den Fähigkeitsprofilen berücksichtigt werden müssen, um valide Aussagen über evtl. Förderbedarf und Arbeitsplatzgestaltung treffen und dokumentieren zu können.

Die spezifischen Faktoren, die für die berufliche Teilhabe von Menschen mit Sehschädigung entscheidend sind, werden in enger Abstimmung mit Praktikern aus Integrationsfachdiensten (IFD) identifiziert. Dazu gehören unter anderem die Orientierungsfähigkeit, das Navigationsvermögen am Arbeitsplatz, die behinderungsgerechte Ausstattung und Konfiguration des Arbeitsplatzes bzw. die Methodenkompetenz bezüglich der Bedienung dieser Hilfsmittel. Die gefundenen Merkmale müssen dann profilvergleichstauglich operationalisiert werden. Danach ist die Erstellung von Materialien wie Merkmalsdefinitionen und Beurteilungshilfen erforderlich, ebenso wie die Einbindung in die entsprechende Software - hier ist die Profilvergleichssoftware MARIE besonders geeignet, da sie die Einbindung zusätzlicher Merkmale bereits vorsieht (www.marie-software.de).

Die entwickelten Ergänzungen werden in der letzten Projektphase auf Praxistauglichkeit und Validität im Praxisalltag des IFD im Berufsförderungswerk Düren getestet.
Hier soll eine IMBA-konforme Anpassung von internen Diagnose-, Test- und Dokumentationsinstrumenten erfolgen, die im Rahmen des Reha-Assessments und der Integrationsarbeit verwendet werden. Zudem wird gewährleistet, dass die behinderungsrelevanten Merkmale transparent dokumentiert werden und einer ständigen Optimierung durch die Evaluation von IMBA unterlegen.

Zusätzlich werden die ergänzten Merkmale konform zu der ICF der WHO klassifiziert. Hiermit soll eine nachhaltige Anwendung von IMBA als Assessment Instrument zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung gewährleistet werden.



Beginn:

01.09.2010


Abschluss:

31.08.2011


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125169


Informationsstand: 26.01.2016