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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

STAR - Schule trifft Arbeitswelt: zur Integration schwer behinderter Jugendlicher

Junge Menschen, egal mit welcher Behinderung, möchten dort arbeiten, wo alle arbeiten: auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf benötigen nachhaltige, individuell "maßgeschneiderte" Unterstützung für den Berufseinstieg - gerade dann, wenn der Weg nicht in die Werkstatt für behinderte Menschen führen soll, sondern in ganz reguläre betriebliche Ausbildung und Beschäftigung.

Seit Jahren steigen die Zahlen der Besucher von Werkstätten für behinderte Menschen stark an. Zudem steigen auch die Zahlen der Kinder, die Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung oder dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung besuchen. Nach Abschluss ihrer Schulausbildung wechseln die jungen Menschen in aller Regel in eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM).

Fachlich ist daher seit langem unbestritten, dass bereits vor dem Ende der Schullaufbahn mit einer speziellen Berufsvorbereitung für diesen Personenkreis begonnen werden muss. Gute Ergebnisse sind unter dem Stichwort Berufswegekonferenz erzielt worden. Erfolge hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe insbesondere mit zwei Equal-Projekten zwischen 2002 und 2005 erreicht. Es hat sich gezeigt, dass durchaus eine höhere Zahl von Förderschulabgängerinnen und -abgängern der Förderschwerpunkte körperliche und motorische Entwicklung sowie Hören und Kommunikation Chancen außerhalb der WfbM haben kann.

Diese Ergebnisse sind im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW Anfang 2008 vorgestellt worden. In anschließenden Verhandlungen ist ein Projekt entwickelt worden, mit dem die bisherigen Erfolge auf das gesamte Land verbreitert werden sollen. Mit dem landesweiten gemeinsamen Vorhaben der Landschaftsverbände (insbesondere als Integrationsämter) und der Landesregierung (insbesondere Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales) sollen in Abstimmung mit dem Ministerium für Schule und Weiterbildung (MSW) und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit die Unterstützungsstrukturen im Bereich des Übergangs von der Schule in den Beruf für Schüler und Schülerinnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf nachhaltig gestärkt werden. Dabei soll vorrangig die Weiterentwicklung der Verfahren der Berufswegentscheidung und der Vernetzung der Akteure vor Ort im Zentrum der Projektarbeiten stehen.

Im Einzelnen geht es darum,
- die Verbesserung der Berufsorientierung im Übergang Schule - Beruf mit dem Ziel, die Integration in Ausbildung und Arbeit außerhalb von Werkstätten für behinderte Menschen für Förderschüler/innen mit besonderem Unterstützungsbedarf zu erhöhen,
- eine verstärkte und verbesserte Kooperation und Vernetzung der Akteure und ihrer Ressourcen (landesweit und regional) auf allen Ebenen (strukturell und individuell) im Hinblick auf Verbindlichkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit zu bewirken,
- die Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Erfordernisse im Sinne des Gender Mainstreaming ebenso wie die Berücksichtigung der Bedarfe von Schüler/-innen mit Migrationshintergrund als Querschnittsziele des Projekts zu beachten.

Ziel ist es, mehr Schülerinnen und Schüler mit den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung, Hören und Kommunikation, Körperliche und motorische Entwicklung, Sehen und Sprache in betriebliche Beschäftigung und Ausbildung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu bringen. Für schwer behinderte Jugendliche und ihre Eltern erscheint der Weg von der Schule in den Beruf oft unübersichtlich. Um die berufliche Integration zu verbessern, setzt STAR darauf, den individuell bestmöglichen Übergang von der Schule in den Beruf frühzeitig 2 Jahre vor Schulabschluss zu organisieren. Gleichzeitig sollen die Kooperations- und Vernetzungsstrukturen der beteiligten Akteure im Eingliederungsprozess weiterentwickelt und wo notwendig verbessert werden.

Die Laufzeit des Projektes soll 3,5 Jahre betragen. Die Kosten der ersten 20-monatigen Projektphase belaufen sich auf ca. 0,9 Mio. Euro je Landesteil. Davon trägt das Land jeweils die Hälfte aus EU-Mitteln, die Landschaftsverbände steuern die andere Hälfte aus Mitteln der Ausgleichsabgabe bei.

Begonnen wird im westfälischen Landesteil in den Modellregionen Siegen/Olpe und Bochum/Herne, in der zweiten Phase werden die Erfahrungen auf ganz Westfalen-Lippe (bzw. NRW) übertragen.



Beginn:

01.12.2009


Abschluss:

30.06.2015


Art:

Gefördertes Projekt / Modellprojekt


Kostenträger:


Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes
(finanziert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und aus Ausgleichsabgabemitteln des Inklusionsamts des Landschaftsverbands Rheinland und des Inklusionsamts Westfalen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe)



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125194


Informationsstand: 14.04.2020