Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen - mehr als eine Entzündung des Darmes: Somatische und psychosoziale Problemfelder und ihre Versorgung im Fokus von Patienten-Informationen (PROCED)

Zu den Kriterien einer guten Versorgung von Patienten und Patientinnen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) gehört auch die umfassende Wahrnehmung der sie aktuell betreffenden körperlichen, seelischen und sozialen Probleme.
Die 2009 veröffentlichten, evidenzbasierten und konsentierten CED-Versorgungspfade empfehlen dazu ein systematisches Assessment dieser Probleme und ordnen sie bestimmten Leistungen, Programmen oder Berufsgruppen im Rahmen einer multidisziplinären wohnortnahen Versorgung zu. Dabei sollten die Betroffenen stärker als bisher zur Mitwirkung an der Planung und Organisation ihrer eigenen Versorgung beteiligt und zu einer gemeinsamen Entscheidungsfindung mit den Behandlern angeregt werden.
Damit sind wesentliche Elemente einer komplexen Intervention beschrieben, die in einer zweiarmigen randomisierten kontrollierten Studie (RCT) auf Wirksamkeit und Nutzen geprüft werden sollen.
GKV-Mitglieder mit einer gesicherten CED-Erkrankung bearbeiten einen Assessment-Fragebogen zu ihren somatischen, psychischen und sozialen Problemen. Sie werden auf eine Interventions- (IG) oder Kontrollgruppe (KG) randomisiert. Die (netto) 150 Mitglieder der IG erhalten eine schriftliche Rückmeldung über ihr persönliches Problemprofil zusammen mit adäquaten Versorgungsempfehlungen entsprechend der o.g. Versorgungspfade. Sie werden angeregt, im Gespräch mit ihrem behandelnden Arzt oder ihrer Ärztin Ergebnisse und Empfehlungen zu besprechen. Die 150 Mitglieder der KG erhalten keine solche Rückmeldung.
Nach 12 Monaten werden die Entwicklung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (Katamnesefragebogen) und der Versorgungsverlauf (Kassendaten) beider Gruppen verglichen. Durch den systematischen Einsatz eines Assessmentinstruments und die Rückmeldung der Befunde in Verbindung mit Versorgungsempfehlungen an die Betroffenen will das Projekt die Multifokalität der Erkrankung stärker berücksichtigen. Dabei kommt dem Patienten bzw. der Patientin eine Schlüsselrolle zu - sie entscheiden zuerst selbst und dann zusammen mit ihren ärztlichen und anderen Vertrauenspersonen, ob und wenn ja, welche der Empfehlungen umgesetzt werden können und sollen.
Neben der Wirksamkeit in patientenorientierten Outcomes sollen auch potenziell wirksame Interventionselemente und -folgen untersucht werden. Zudem sollen die Beurteilung des Verfahrens durch die Patientengruppe als Effekte dieser komplexen Intervention, das folgende Versorgungsgeschehen sowie somatische und psychische Gesundheitsparameter (u. a. der subjektive Gesundheitszustand) der Betroffenen erfasst werden.



Bezug des Projekts zur internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF):
Der bio-psycho-soziale Ansatz der ICF bildet einen konzeptionellen Bezugsrahmen für das Projekt.



Beginn:

01.03.2011


Abschluss:

31.08.2013


Art:

Gefördertes Projekt / Wissenschaftliche Arbeit / Studie


Kostenträger:


Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Abstract

Inflammatory Bowel Disease (IBD) - more than inflammation of the bowel: Somatic and psychosocial problems and patient empowerment

Comprehensive health care for IBD-patients should be based on a systematic assessment of pending bodily and psychosocial problems and risks.
The project offers interested patients a selfassessment questionnaire combined with an automated data analysis and individualised written advice. It thus activates and supports patients' self-responsibility in planning and initiating adequate health services. It is the patient who decides - probably with the help of confidents and medical personal - what recommendations are to be transferred to action.
Our RCT tests the effectiveness of this complex intervention by comparing service utilisation and health outcomes after 12 months of follow-up. Sampling roster is the membership of one statutory health insurance. The comparison group remains under usual care at the discretion of both patients and providers.
The programme - if successful - will be offered to all German statutory health insurance schemes and the major self-help organisation DCCV free of charge. The questionnaire, analysis software and fully automated reply system will be accessible via internet with the possibility to print out any recommendation.


Referenznummer:

R/FO125230


Informationsstand: 10.12.2013