Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

in Projekten blättern

Angaben zum Forschungsprojekt

Versorgungssituation, Sturzhäufigkeit und gesundheitsbezogene Lebensqualität bei Schlaganfallpatienten im Langzeitverlauf nach stationärer neurologischer Rehabilitation

Wie stellt sich bei Schlaganfallpatienten die Versorgungssituation und die gesundheitsbezogene Lebensqualität im Langzeitverlauf nach Entlassung aus der stationären neurologischen Rehabilitation dar? Gibt es Zusammenhänge zwischen Sturzhäufigkeit und Lebensqualität? Gibt es Zusammenhänge zwischen Zustand bei Entlassung, weiterer Versorgung im Verlauf, Mortalität und Heimeinweisung? Gibt es Zusammenhänge zwischen weiterer medizinischer Versorgung und Lebensqualität?

Methodik:

In die prospektive Kohortenstudie wurden 260 Schlaganfall-Patienten eingeschlossen, die sich 2006 in der neurologischen Rehabilitation der Phasen B (Frührehabilitation) und C (weiterführende Rehabilitation) befanden. Untersuchungszeitpunkte waren bisher die erste Woche nach Aufnahme in die Rehabilitationsklinik (T1), die Entlassungswoche (T2) sowie ein Jahr (T3) und 2,5 Jahre (T4) nach Entlassung (Telefoninterviews). Als Drop-out-Kriterien wurden definiert: Tod, Akutverlegung, operative Weiterversorgung, stationäre Verweildauer unter 14 Tagen und fehlendes Einverständnis zur Studienteilnahme bzw. fehlende Einwilligungsfähigkeit. Alle Patienten, die keine Drop-out-Kriterien erfüllten, wurden ein Jahr und 2,5 Jahre nach Entlassung telefonisch kontaktiert. Inhalte der Telefoninterviews waren die Versorgungsform, die gesundheitsbezogene Lebensqualität sowie die Sturzhäufigkeit und daraus resultierende Sturzfolgen. Der Interviewer war ein rehaspezifisch fortgebildeter, in den Fragestellungen geschulter Krankenpfleger mit langjähriger Berufserfahrung.

Erste Ergebnisse:

Ein Jahr nach Entlassung konnten 230 Telefoninterviews durchgeführt werden (23 Patienten erfüllten ein Drop-out-Kriterium, sieben weitere Patienten konnten nicht erreicht werden).
Die Versorgungssituation war gekennzeichnet durch eine überwiegend häuslich-ambulante Versorgung (84%). 5 Prozent der Befragten wurden im Pflegeheim versorgt, 11 Prozent waren verstorben. Die Daten für 2,5 Jahre nach Entlassung werden zur Zeit aufbereitet.

Die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Patienten ein Jahr nach stationärer Rehabilitation erwies sich im Vergleich zur deutschen Bevölkerung in allen Dimensionen deutlich häufiger "mäßig" oder "extrem" belastet. Dies gilt besonders hinsichtlich der Probleme bei allgemeinen Tätigkeiten (67% vs. 19%) sowie Angst und Niedergeschlagenheit (50% vs. 4%).

Mit zehn Prozent gab ein vergleichsweise geringer Anteil der Patienten an, in den vier Wochen vor dem Telefoninterview gestürzt zu sein. Möglicherweise wird nicht mehr jedes Sturzereignis erinnert. Die gestürzten Patienten litten signifikant mehr unter Schmerzen als die nicht gestürzten (p = 0,035) und hatten tendenziell mehr Mobilisationsprobleme (p = 0,102).

Die Einjahresergebnisse wurden auf der 7. Internationale Konferenz Pflege und Pflegewissenschaft am 24.-25. September 2009 in Ulm präsentiert.

Ausblick:

Im Jahr 2011 soll das gesamte Kollektiv im Abstand von fünf Jahren nach Entlassung nochmals zur Wohn- und Versorgungssituation sowie zur Lebensqualität nachbefragt werden.



Beginn:

01.01.2005


Abschluss:

30.06.2012


Art:

Eigenprojekt / Studie



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125255


Informationsstand: 05.05.2011