Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Ambulante Rehabilitation in der Hausarztpraxis

Die Medizinische Rehabilitation umfasst nach dem Sozialgesetzbuch IX die Prävention, Behandlung, Kompensation und Teilhabesicherung bei chronischen Krankheiten. Die effektive Beeinflussung von Erkrankungen wie beispielsweise Adipositas und Diabetes oder Depressionen und Angststörungen verlangen eine Behandlung über die Jahre hin, was nur durch niedergelassene Vertragsärzte zu erbringen ist. Kurzzeitige stationäre Rehabilitationsmaßnahmen können hier nur punktuell unterstützend wirken.

Soweit es sich um psychische Störungen handelt, wird die Mehrzahl durch Hausärzte versorgt. Niedergelassenen Ärzten kommt auch eine besondere Rolle zu bei der Erkennung, Verlaufsbeurteilung und Langzeittherapie chronischer Erkrankungen, der Feststellung der Arbeitsunfähigkeit, der Beschreibung noch verbliebener Leistungs- und Einsatzmöglichkeiten der Einweisung in eine Rehaklinik und der Vor- und Nachbehandlung eines Patienten im Kontext einer stationären Rehabilitation.

Im Rahmen dieses Forschungsprogramms wurde durch versorgungsepidemiologische Beobachtungsstudien untersucht, welche Rolle Langzeiterkrankungen in Praxen von Hausärzten und Psychiatern spielen, wie sie behandelt werden und insbesondere, welche Rolle sozialpsychiatrischen und psychotherapeutischen Aspekten zukommt.

Anhand von Daten aus der Rehabilitationsklinik Seehof wurde die Problematik der Vor- und Nachbehandlung bei einer stationären Rehabilitation untersucht. Im Rahmen eines Projekts in Zusammenarbeit mit der Deutschen Rentenversicherung Bund zum betrieblichen Eingliederungsmanagement wurde speziell der Rehabedarf bei Patienten niedergelassener Ärzte und deren Mitwirkung beim betrieblichen Eingliederungsmanagement untersucht.

In einer aktuellen Studie werden in Praxen niedergelassener Ärzte Patienten untersucht mit der Frage, wie hoch der Anteil von Patienten mit psychischen Langzeiterkrankungen und dadurch bedingten Teilhabestörungen, d. h. "Reha-Fälle" ist.

Nach randomisierter Aufteilung in zwei Gruppen wird bei einer Hälfte der Reha-Fälle dann ein rehamedizinisches Konsil mit dem Hausarzt durchgeführt mit der Frage nach bisherigen und weiterhin denkbaren Rehainterventionen. Untersucht werden die Art gegebener Rehaoptionen und deren Wirkungen unter den Bedingungen der hausärztlichen Praxis.



Bezug des Projekts zur internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF):
Der bio-psycho-soziale Ansatz der ICF bildet einen konzeptionellen Bezugsrahmen für das Projekt.



Beginn:

01.01.2008


Abschluss:

31.12.2014


Art:

Gefördertes Projekt / Wissenschaftliche Arbeit / Studie


Kostenträger:


Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Abstract

Rehabilitation by primary care physicians

Medical rehabilitation deals with the prevention, treatment, and compensation of chronic illnesses and with resulting participation problems. Long term disorders like diabetes, or depression require care over years, what can only be done by primary care physicians. They also take care of most mental disorders. They diagnose and treat chronic illnesses, assess the ability to work, and are important collaborators before and after patients have been in inpatient rehabilitation´ In this research program earlier studies have investigated the role of chronic mental disorders in general practice, their treatment, the cooperation with inpatient rehabilitation, or occupational integration management.

In the present study patients are seen in general practice. It is investigated how many patients suffer from chronic mental illness and problems in participation. For half of these patients a research physician then gives medical advise to the treating physician on options for rehabilitation. The spectrum of rehabilitation options and their effects under conditions of primary care are studied.


Referenznummer:

R/FO125288


Informationsstand: 01.07.2011