Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

Aufbau eines web-basierten Zentrums Reha-Nachsorge (ZeReNa) in Deutschland: www.nachderreha.de

Hintergrund:

Erfolgreiche Rehabilitation braucht Nachsorge (Köpke 2007)! …diese Feststellung findet aktuell uneingeschränkte Zustimmung bei allen am Reha-Prozess Beteiligten. In Entsprechung hierzu hat die Thematik seit den 90-er Jahren an Relevanz gewonnen und die Anzahl verfügbarer Nachsorgeangebote ist stetig gestiegen (DRV Bund 2011). Allerdings ist das Versorgungsangebot der zurzeit existierenden Reha-Nachsorgemaßnahmen relativ unübersichtlich; sowohl was die Indikationen und Inhalte als auch deren (bundesweite) Verfügbarkeit und Kostenregelung betrifft. Bislang fehlt eine systematische Sammlung, Bewertung und Synopse; nicht zuletzt um zur effizienten und patientenorientierten Versorgung beizutragen. Vor diesem Hintergrund wird am IfSM der Universität Lübeck derzeit das Web-basierte Zentrum Reha-Nachsorge (ZeReNa) aufgebaut:

Ziel:

Die Internetplattform stellt themen- und indikationsspezifische Informationen zu Reha-Nachsorgeangeboten zur Verfügung und unterstützt die bedarfsorientierte Auswahl postrehabilitativer Nachsorgeangebote. Es soll zur bundesweiten Vernetzung sowie zur Transparenz und Dissemination themenrelevanter Forschung beitragen und den Austausch sowie die Expertise unter den Nachsorgeanbietern fördern.
Im Einzelnen werden folgende Ziele verfolgt: 1) Information, 2) Service sowie 3) wissenschaftlicher Support/ Transparenz sowie die Überwindung von Schnittstellen.

Methodik:

Grundlage für den Aufbau des Zentrums Reha-Nachsorge ist eine systematische Übersichtsarbeit, die im Einzelnen folgende Arbeitsschritte beinhaltet:

Suche:

Um die Wahrscheinlichkeit für eine Vollerhebung der bundesweit verfügbaren Versorgungsangebote zur Reha-Nachsorge zu maximieren werden:
a) Systematische Recherchen (ab dem Jahr 2000) in den bibliographischen Datenbanken MEDLINE/ EMBASE/ PSYNDEX (via OVID), CCTR93/ CDSR93/ SOMED/ AR96 (via DIMDI), PUBMED und REHADAT durchgeführt.
b) Bundesweit alle rehabilitationsmedizinischen Kliniken (n=803) und Kostenträger (n=165) konsultiert (Expertenkonsultation) sowie
c) die Referenzlisten relevanter Publikationen und themenbezogener Monographien gesichtet (Handsuche).

Auswahl:

Eine Differenzierung von relevanten/ irrelevanten Reha-Nachsorgeangeboten ist - bei der Vielzahl der heterogenen Maßnahmen und Konzepte, die unter dem Begriff der Nachsorge subsummiert werden - ohne vorangegangene Begriffsbestimmung nicht möglich. Im Konsensus-Verfahren wurde deshalb in Kooperation mit dem Projektbeirat eine Definition verabschiedet. Die hieraus resultierenden Ein- bzw. Ausschlusskriterien liegen dem zweistufigen Selektionsprozess zu Grunde.

Bewertung:

Während die Begriffsbestimmung die formalen Mindestanforderungen an Reha-Nachsorgeprogramme beinhaltet, ermöglichen die im Delphi-Verfahren erarbeiteten Qualitätskriterien sowie methodische Bewertungen (Level of Evidence und Bewertung der Validität sofern Evaluationsstudien vorliegen) die Erstellung eines nachsorgespezifischen Qualitätsprofils. Dies soll der Vergleichbarkeit der Programme untereinander dienen und insbesondere deren Relevanz, Wissenschaftlichkeit und Praktikabilität abbilden.

Synthese:

Die Ergebnisse der Übersichtsarbeit werden auf der Homepage http://www.nachderReha.de allen Interessierten (z. B. Rehabilitanden, Kliniker, Leistungsanbieter, Kostenträger) zugänglich gemacht; die Einbindung einer Datenbank ermöglicht dabei zielgruppenspezifische Abfragen und die Generierung bedarfsorientierter Suchergebnisse. Schwellenfreie, ausreichende Patienteninformation bildet die Grundlage für Empowerment und Partizipation. Dementsprechend soll für Rehabilitanden und deren Angehörige ein separater patientenorientierter und barrierefreier Zugriff eingerichtet werden.



Bezug des Projekts zur internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF):
Der bio-psycho-soziale Ansatz der ICF bildet einen konzeptionellen Bezugsrahmen für das Projekt.



Beginn:

01.12.2010


Abschluss:

31.12.2013


Art:

Gefördertes Projekt / Wissenschaftliche Arbeit


Kostenträger:


Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Abstract

Center for Post-Rehabilitation Support: www.nachderReha.de

Scientific background:
Successful medical rehabilitation needs aftercare (Koepke 2007)!
Nowadays all involved persons and stakeholders agree to this statement. Consequently post-rehabilitation support and aftercare became more and more important in medical rehabilitation, research and practice since the 1990s. However, actually there is a profound heterogeneity among the services offered with respect to indication, content, national availability and settlement of costs as well. Further, there is a lack of systematic and comprehensive data collection. In this context we currently build up a web-based Center for Post-Rehabilitation Support named ZeReNa.

Aim:
The web-based Center for Post-Rehabilitation Support (http://www.nachderreha.de) offers individuals who have completed a medical rehabilitation a systematic overview about rehabilitation-aftercare. Goal is to enable individuals to continue their rehabilitation efforts on the basis of scientific evidence. The web-based support center is focusing on three main topics: 1) information, 2) service and 3) scientific support, transparency and the overcome of gateways.

Methods:
First step in building the web-based support center was a systematic review (screening) about national post-rehabilitation programs and aftercare. A systematic search for appropriate programs was carried out using different kinds of electronic databases like MEDLINE/ EMBASE/ PSYNDEX via OVID; CCTR93/ CDSR93/ SOMED/ AR96 via DIMDI; PUBMED and REHADAT. We further completed a hand-search in related publications, congress abstracts and reference sections of other relevant papers (‘footnote chasing'). Finally, all known rehabilitation facilities, research groups, health insurance companies and other paying authorities as well as providers of healthcare services were consulted.
The decision to include or exclude a publication (process of selection) was based on definitions which were a priori developed by the multidisciplinary project advisory committee. The next step then was to assess the methodological quality of evaluations (Level of Evidence, Validity), feasibility of programs and theme-specific criteria of quality by using checklists established through Delphi-Method . This was done to produce a comprehensive and comparable quality profile for each of the programs. To increase the scientific quality the selection of publication, data extraction and quality assessment was conducted by two independent researchers. The results of the review will be released on the web-based support center with help of a database. This allows presenting the information according to the needs of various target groups. To inform patients and their relatives in an adequate manner we established separate accesses for professionals and rehabilitants.


Referenznummer:

R/FO125342


Informationsstand: 20.08.2019