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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

Maßnahmen zur Förderung der kommunikativen Kompetenz hörgeschädigter Menschen zur Nutzung von Telefon-Vermittlungsdiensten

Der Umgang mit dem Telefon ist für gut hörende Menschen zur Selbstverständlichkeit geworden. Sie haben das Telefonieren bzw. eine entsprechende Telefonkultur seit frühester Jugend gelernt.
Ganz anders stellt sich die Situation von Kindheit an gehörloser Menschen dar.
Zwar ist vielen von ihnen die Einbindung von Gebärdensprachdolmetschern vor Ort bekannt und es werden auch neue Kommunikationsmöglichkeiten per Bildtelefon oder Internetverbindung via Webcam im unmittelbaren gebärdensprachlichen Kontakt untereinander genutzt. Eine gedolmetschte Telefonsituation mit hörenden Gesprächspartnern, wie z. B. Mitarbeitern von Institutionen, Ärzten oder Vorgesetzten, Arbeitskollegen und Kunden, stellt sie jedoch vor völlig andere bisher nicht gewohnte Situationen.
Erschwerend kommt für sie beim Telefondolmetschen hinzu, dass sie während des Gespräches ausschließlich den Gebärdensprachdolmetscher im Blick haben, nicht jedoch die jeweilige hörende Ansprechperson, die im akustischen Kontakt zum Dolmetscher steht.

Während der Tätigkeit der Relay-Dienste ist die Erfahrung gewonnen worden, dass Informationsdefizite gehörloser Nutzer zu einer angemessenen Telefonkultur Komplikationen nach sich ziehen und nicht selten Gesprächsverlaufe so negativ beeinflussen, dass entsprechend gewünschte Ziele von Telefonaten nicht erreicht werden konnten.
Seitens der Dolmetscher besteht hier die Problematik, dass sie aufgrund der Notwendigkeit, die Stringenz des Dolmetschens einhalten zu müssen, kaum in der Lage sind, moderierend bzw. korrigierend einzugreifen.
Hinzu kommt, dass die gehörlose Klientel aufgrund der im Vergleich zur Situation hörender Telefonierender deutlich höheren Kosten sowie begrenzt zur Verfügung stehender Telefondolmetschzeiten den Druck erfährt, Telefonate schnell abwickeln zu wollen. Diese Ausgangssituation sowie der Mangel an Erfahrung zur Erledigung von Telefonaten bzw. Telefonkultur stehen in negativer Wechselwirkung und wirken sich nachteilig im Hinblick auf den gewünschten Gesprächsverlauf aus.
Das Telefonieren mit Hilfe von Gebärdensprach- und Schriftdolmetschen stellt die hörgeschädigte Klientel vor besondere Herausforderungen und erfordert besondere Kommunikationskompetenzen. Informationsdefizite führen dazu, dass der Erfolg von Telefonaten trotz des zur Verfügung stehenden Dolmetschangebotes gefährdet ist.
Es ist deshalb notwendig, Bildungsangebote zu schaffen, die auf gedolmetschte Telefonate vorbereiten und einen erfolgreichen Verlauf der Telefonate begünstigen.

Methoden und Ziele des Projekts:
- die Entwicklung von Curricula für Seminare zur Nutzung der Relay-Dienste,
- Durchführung von Seminaren für hörgeschädigte Nutzer und
- Erstellung von zwei Lehrfilmen auf der Basis der durch die Seminare gewonnenen Erfahrungen sowohl zum Telefon - Gebärdensprachdolmetschen als auch zum - Schriftsprachdolmetschen, die im Internet einer unbegrenzten Zahl der Nutzer zur Verfügung stehen werden.



Beginn:

01.08.2012


Abschluss:

31.01.2015


Art:

Gefördertes Projekt / Modellprojekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125428


Informationsstand: 04.12.2019