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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

Evaluation der SIP-Maßnahmen der BGW bei berufsbedingten Erkrankungen der LWS

Um eine Berufsaufgabe aufgrund einer bandscheibenbedingten Erkrankung der Lendenwirbelsäule (LWS) durch schweres Heben und Tragen (BK 2108) zu verhindern, wird für Versicherte der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) das 3-wöchige stationäre "Rückenkolleg' angeboten. Der Erhalt bzw. die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit und damit Sicherung der Erwerbsfähigkeit ist eine wesentliche Zielstellung dieser interdisziplinären, berufsbezogenen Rehabilitationsmaßnahme.

Das Curriculum des Rückenkollegs umfasst neben physikalischer Therapie und Physiotherapie eine sportmedizinische Trainingstherapie, die Unterweisung in berufsspezifischen, wirbelsäulenentlastenden Bewegungs- und Arbeitstechniken und ein intensives Muskelaufbautraining. Auf diese Weise soll die Gesamtbelastbarkeit im Alltag und Beruf verbessert werden. Ergänzt wird das Angebot durch psychologische Betreuung beim Umgang mit Schmerzen und Stress.

Um die Umsetzung des Erlernten in den Arbeitsalltag zu erleichtern, können Teilnehmer nach dem Rückenkolleg eine Arbeitsplatzbegleitung (APB) in Anspruch nehmen. In Absprache mit dem Arbeitgeber wird der Betroffene über insgesamt zwei Arbeitsschichten von einem speziell geschulten Therapeuten/Trainer persönlich in seinem Arbeitsalltag begleitet. Der Arbeitsplatzbegleiter analysiert neben den arbeitstechnischen Bedingungen und arbeitsorganisatorischen Abläufen auch personenbezogene Aspekte. Zugleich kann er in speziellen Situationen Tipps für die Anwendung rückenschonender Arbeitstechniken oder den Einsatz von Hilfsmitteln geben und bei Bedarf auch eine Grundauswahl von kleinen Pflegehilfsmitteln direkt vor Ort zur Verfügung stellen. Am Ende des zweiten Tages der APB erfolgt ein gemeinsames Abschlussgespräch. Darin werden die Ergebnisse der APB gemeinsam ausgewertet und Lösungsvorschläge mit konkreten Umsetzungs- und Handlungsempfehlungen zur Etablierung rückengerechter Arbeitsbedingungen aus der Sicht aller Beteiligten diskutiert.

Die geplante Untersuchung hat Ziele:
1) Im Rahmen einer Eingruppen-Prä-Post-Messung sollen sowohl die kurz- und mittel- als auch die langfristigen Effekte des Rückenkollegs ermittelt werden.
2) Die Wirksamkeit der Arbeitsplatzbegleitung soll durch eine Prä- Post-Messung mit Kontrollgruppe evaluiert werden.



Bezug des Projekts zur internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF):
Der bio-psycho-soziale Ansatz der ICF bildet einen konzeptionellen Bezugsrahmen für das Projekt.



Beginn:

01.10.2012


Abschluss:

31.12.2015


Art:

Eigenprojekt / Evaluation



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125432


Informationsstand: 05.02.2020