Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Der Social Return on Investment beruflicher Reha im BFW Nürnberg

Hintergrund und Stand der Literatur, Zweck der Untersuchung:

Berufsförderungswerke verfolgen ausdrücklich den Ansatz, berufliche Qualifizierung auf einen längeren Zeitraum anzulegen und durch ein bedarfsgerechtes Konzept von medizinischen, psychologischen, sozialpädagogischen und integrationsbegleitenden Hilfen zu unterstützen. Es liegt auf der Hand, dass solche Maßnahmen den Kostenträger zunächst mehr belasten als kurzfristigere Qualifizierungen ohne Begleitkosten für Infrastruktur und Fachdienste. Nun ist aber allein anhand der Kostensätze nicht zu entscheiden, welche Maßnahmeform die Bessere ist. Es braucht vielmehr Transparenz über die Wirkungen, die bei den verschiedenen Anspruchsgruppen (Stakeholdern) entstehen: Beim Kostenträger, bei der öffentlichen Hand allgemein, bei den Rehabilitanden. Dies sind einerseits monetäre Wirkungen (bspw. Einkommen, Steuern und Sozialversicherungsbeiträge aus späterer Erwerbstätigkeit) und andererseits nichtmonetäre Wirkungen (bspw. Teilhabe am Arbeitsleben, Selbstwirksamkeitserfahrungen, soziales Klima). Nur so kann man über tatsächliche (Netto-) Kosten sprechen und nur so lassen sich Maßnahmeformen vergleichen: über ihre Wirksamkeit.

Methodik und Studiendesign:

Die Studie stellt diese Transparenz mit Hilfe der Methode des Social Return on Investment her. Der hier verwendete Ansatz wurde in einer Kooperation der xit GmbH forschen. planen. beraten in Nürnberg mit der Arbeitsstelle SROI/NPO-Controlling der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt entwickelt und nach zahlreichen Studien in der Eingliederungshilfe (Schwerpunkt WfbM) erstmalig auf die berufliche Rehabilitation im BFW, am Beispiel des BFW Nürnbergs, angewendet.
Den Transferzahlungen von der öffentlichen Hand an Träger und Leistungsnehmer stehen Rückflüsse gegenüber, die durch die unternehmerische Tätigkeit des Trägers und die berufliche Integration der Rehabilitanden nach Abschluss der Maßnahme entstehen. Anhand von Buchhaltungsdaten aus dem Berufsförderungswerk Nürnberg sowie anonymisierten Rentenkonten von verschiedenen Rehabilitandenkohorten des BFWs wurden langfristige gesellschaftliche Kosten und Erträge von Rehamaßnahmen ermittelt.

Ergebnisse:

Die SROI-Studie zeigt anhand verlässlicher, empirischer Daten, dass sich die vergleichsweise kostenintensiven zweijährigen Qualifizierungsmaßnahmen sowohl für die öffentliche Hand als auch für die Rehabilitanden in der Summe wirtschaftlich lohnen.



Beginn:

01.10.2010


Abschluss:

29.02.2012


Art:

Eigenprojekt / Wissenschaftliche Arbeit / Studie



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125478


Informationsstand: 16.11.2015