Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

ABC - Jobs für Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS)

Mit der erfolgreich beendeten Berufsausbildung hatten die jungen Menschen mit ASS den ersten Schritt in Richtung Arbeitsleben gemeistert. Für viele Absolventinnen und Absolventen mit Autismus-Spektrum-Störung blieb jedoch die Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz trotz Unterstützung von Eltern und den Kostenträgern schwierig. Hier setzte das ABC-Projekt an und bot eine Vielzahl, individuell auf die Erfordernisse der Projektteilnehmenden zugeschnittene, Vermittlungshilfen an.

Die zentralen Ziele des Projektes waren die nachhaltige betriebliche Eingliederung von Jugendlichen mit ASS in den ersten Arbeitsmarkt, die Überbrückung der Lücke in der Versorgung der Projektteilnehmenden durch Coach-Begleitung ab abgeschlossener Berufsausbildung bis zum Abschluss eines Arbeitsvertrages, die aktive Unterstützung und Schulung von Vertreter/-innen von Arbeitgebern, Kostenträgern und fachkundigen Institutionen sowie die Schaffung eines Informationsnetzwerkes, das über den Projektzeitraum hinaus wirkt.

Zielgruppe des ABC-Projektes waren junge Menschen mit ASS, die in der Berufsbildungswerk im Oberlinhaus gGmbH eine Berufsausbildung absolviert hatten beziehungsweise sich im dritten Ausbildungsjahr befanden. Insgesamt 17 Absolventen mit ASS erhielten die Möglichkeit, am Projekt teilzunehmen und mit Unterstützung des Projektteams ihre Integrationschancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Die Mehrzahl der Projektteilnehmenden war zwischen 19 und 20 Jahren alt, kam wohnortansässig aus dem Land Brandenburg und hatte einen Berufsabschluss als Fachkraft für Medien- und Informationsdienste oder Bürokraft. Die Palette der Berufe war aber breit gefächert und reichte vom Tischler, Hauswirtschaftshelfer, Bürokaufmann und Beikoch bis hin zum Fertigmacher im Buchbinderhandwerk.

Das Projektkonzept gliederte sich in zwei Projektfelder. Das Projektfeld I beinhaltete Aktionen zur Integration von Menschen mit ASS in den ersten Arbeitsmarkt, die in drei Phasen realisiert wurden, Vorbereitungs- und Bewerbungsphase sowie die Phase der Erwerbstätigkeit. Schwerpunkte im Projektfeld II waren Informationsaustausch und Qualifizierung aller an der Integration beteiligten Akteure.

Während der Projektlaufzeit wurde eine dreiteilige Workshopreihe zu autismusspezifischen Themen - "Interaktion", "Kommunikation" und "Interessen-repetitive Verhaltensmuster" - durchgeführt. Im Rahmen der Recherche von Arbeitsplätzen für die Projektteilnehmenden wurde erkennbar, dass die Arbeitsagenturen einen erheblichen Bedarf an Hintergrundwissen zum Thema Autismus haben, um diesen Personenkreis gezielt vermitteln zu können. Die Informationsangebote des Projektes wurden dementsprechend auch von den Arbeitsvermittlerinnen/-vermittlern und Vertreter/-innen der Integrationsfachdienste stark nachgefragt.

Aus den Erfahrungen der Projektarbeit wurde ein Handbuch entwickelt, das für arbeitsbegleitende Dienste einen Handlungsleitfaden für die Integration von Menschen mit ASS darstellt. Gleichzeitig ist dieses Handbuch auch für die Arbeit der Mentoren in den Unternehmen ein praktisches Werkzeug im Umgang mit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit ASS.

Als wichtiges Projektergebnis festzuhalten war, dass vor einem individuellen Jobcoaching und Mentoring, ein informiertes, breit aufgestelltes Netzwerk und nicht zuletzt die Stärkung der eigenen Fähigkeiten der Arbeitssuchenden ausschlaggebende Faktoren beim Übergang von der Berufsausbildung in das Arbeitsleben sind.



Beginn:

02.05.2011


Abschluss:

30.04.2013


Art:

Gefördertes Projekt / Modellprojekt


Kostenträger:


Europäische Kommission
Behörde DG Justice
Unit D3 Rights of persons with disabilities



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125521


Informationsstand: 02.01.2018