Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Psychische Beeinträchtigung und Erwerbsarbeit. Eine qualitative Studie zu Frauen und Männern mittleren Alters in der öffentlichen Verwaltung

In den letzten Jahren sind psychische Probleme von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer öfter Ursache für Arbeitsunfähigkeiten. Dies gilt insbesondere für den öffentlichen Dienst. Steigende Zahlen der Erwerbsminderungsrenten von Frauen und Männern aufgrund psychischer Krankheit sind festzustellen und der Anteil derjenigen, die einen Schwerbehindertenstatus im Zusammenhang mit einer psychischen Krankheit erhalten, hat sich ebenfalls erhöht. Diese Entwicklung weist darauf hin, dass psychische Beeinträchtigungen und Behinderungen im Arbeitsalltag ein immer wichtiger werdendes Thema sind.
Künftig wird sich diese Tendenz vermutlich zuspitzen, da aufgrund des allgemeinen Älterwerdens der Mitglieder unserer Gesellschaft auch der Anteil der erkrankten oder behinderten Menschen wächst. Eine spezifische Generation mittleren Alters ist besonders interessant: Die Generation der geburtenstarken Jahrgänge (um 1964 geboren), auch als Babyboomer bezeichnet. Diese Gruppe bewegt sich in den nächsten Jahren auf das Ruhestandsalter zu, so dass es aus gesamtgesellschaftlicher aber auch aus individueller Sicht relevant ist, sich mit der Frage ihrer beruflichen Teilhabe zu befassen.

Ziel:

Das Forschungsprojekt befasst sich mit der konkreten Situation am Arbeitsplatz von psychisch beeinträchtigten Frauen und Männern mittleren Alters und allen hier Beteiligten. Die Kernfrage lautet: Wie gelingt die dauerhafte berufliche Teilhabe psychisch beeinträchtigter Frauen und Männer mittleren Alters? Es soll ein Gesamtbild in den Verwaltungen ermittelt werden, in das die Ansichten der psychisch beeinträchtigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, der Arbeitgeberseite und der Schwerbehindertenvertretungen einfließen. Exemplarisch wird die Analyse auf Kommunalverwaltungen des Ruhrgebiets eingegrenzt.

Hier soll u. a. herausgefunden werden,
- welche Unterstützungssysteme angewendet werden und wie sie von den Beteiligten bewertet werden,
- welche Angebote sich die betroffenen Frauen und Männer darüber hinaus wünschen,
- wie Arbeitgeber die Beschäftigungsperspektiven dieser Gruppe einschätzen und was sie zu leisten bereit sind,
- welche Erfahrungen die Schwerbehindertenvertreter/innen in den Unterstützungsprozessen in Bezug auf diese Zielgruppe machen und welche Bedeutung die Vertrauenspersonen hier haben.

Das Ziel der Studie ist es, Förderfaktoren und Barrieren zu identifizieren, um Ansatzpunkte für verbesserte Perspektiven für alle Beteiligten zu erhalten und Möglichkeiten der langfristigen beruflichen Teilhabe der hier im Vordergrund stehenden Personengruppe aufzuzeigen.

Methode:

1. Schriftliche Vorbefragung von Schwerbehindertenvertreter/innen in Kommunalverwaltungen des Ruhrgebiets
2. Vertiefende Gespräche (Leitfadeninterviews) mit den Schwerbehindertenvertretungen, mit der Arbeitgeberseite und mit psychisch beeinträchtigten Frauen und Männern in einzelnen Verwaltungen.



Bezug des Projekts zur internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF):
Der bio-psycho-soziale Ansatz der ICF bildet einen konzeptionellen Bezugsrahmen für das Projekt.



Beginn:

01.01.2009


Abschluss:

31.12.2015


Art:

Dissertation / Wissenschaftliche Arbeit / Studie



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125532


Informationsstand: 11.11.2013