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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

DeafExist

Ziel:

Ziel von DeafExist ist die Entwicklung und Durchführung eines Existenzgründerkollegs für Menschen mit Hörbehinderung. Während es für Menschen ohne Behinderung zahlreiche Angebote gibt, die sie bei der Erstellung von Businessplänen, der Evaluation ihrer Gründungsideen und dem Coaching rund um gründungsrelevante Themen unterstützen, bleiben Menschen mit Hörbehinderung diese Angebote bislang aufgrund sprachlicher und kultureller Barrieren meist verwehrt.
Das DeafExist-Team, bestehend aus Hörbehinderten und Hörenden ist interdisziplinär aufgestellt, gründungserfahren und bietet hörbehinderten Gründern - durch ein speziell an ihre Bedürfnisse angepasstes Angebot - die Chance, sich unternehmerisch selbständig zu machen.

Chancen und Herausforderungen:

Bislang begegnen hörbehinderte Gründer aufgrund sprachlicher und gesellschaftlicher Barrieren besonderen Herausforderungen. So führt eine niedrige Schriftsprachkompetenz zu Problemen bei der Formulierung des Businessplans, die erschwerte lautsprachliche Kommunikation versperrt den Zugang zu Förderern, Unterstützungsangeboten und Netzwerken der Gründer- und Geschäftswelt und die geringe Anzahl hörbehinderter Unternehmer verhindert den Kontakt zu selbständigen Rolemodels.
Dabei bietet die unternehmerische Selbständigkeit für Hörbehinderte spannende Chancen. So haben Gehörlose einen besonderen Einblick in ihre Community, der zum einen die Identifizierung spezifischer Bedarfe gestattet und zum anderen einen besonderen Zugang zu diesem Markt erlaubt.
Um dieses Potential zu entfalten, müssen Hörbehinderte mit einem sprachlich, kulturell und didaktisch angepassten Angebot zur erfolgreichen und nachhaltigen Teilhabe an der Gründerkultur befähigt werden.

Maßnahmen:

DeafExist soll modellhaft an vier Standorten in Köln/Aachen, Hamburg, Berlin und München angeboten werden. Dort sollen potentielle Gründer mobilisiert, trainiert, gecoacht und bei der erfolgreichen Erstellung ihres Businessplans unterstützt werden. Zunächst kooperiert DeafExist mit Multiplikatoren aus verschiedenen Einrichtungen, Institutionen und Verbänden, in denen sich hörbehinderte organisieren, um möglichst viele Interessenten für das Gründerkolleg zu mobilisieren.
Vor Ort wird von Beginn an eng mit den Beratern verschiedener Wirtschaftsförderinstitutionen wie IHK, HWK, Gründerzentren und Businessplanwettbewerben zusammengearbeitet. So können diese Berater mit ihren Erfahrungen in der Betreuung von Gründern an der erfolgreichen Konzeptionierung des DeafExist Gründerkollegs mitwirken und ihr eigenes Wissen um die besonderen Bedürfnissen von hörbehinderten Gründern ergänzen und nachhaltig einsetzen.
Das Gründertraining ist modular aufgebaut und enthält neben grundlegenden, den Bedürfnissen der Zielgruppe angepassten Wissens- und Trainingsmodulen zur Unternehmensgründung, spezielle Module, in denen es auch um die Rolle der Behinderung bei der Unternehmensgründung geht. Dabei setzt DeafExist auf Expertenwissen, z. B. von Rechtsanwälten, Steuerberatern, Finanzberatern und auch erfolgreichen Gründern selber. Deren Wissen zu Themen wie Marketing, Recht oder Finanzierung soll zielgruppengerecht gesammelt, aufbereitet und online zur Verfügung gestellt werden.
Zudem werden Techniken zur Sensibilisierung, dem Umgang mit der eigenen Behinderung, barrierefreie Kommunikationskultur und -technik, Selbstwirksamkeit und Community-Networking vermittelt.
Ein weiteres Anliegen von DeafExist ist die Vernetzung aller Teilnehmer. Zum einen der Experten, Multiplikatoren, Berater und des DeafExist-Teams selber durch den Aufbau eines Expertennetzwerks, als Ansprechpartner für hörbehinderte Gründer auch über die Projektförderung hinaus zum anderen der teilnehmenden Gründer untereinander, zur Schaffung einer aktiven Community hörbehinderter Gründer.

Insgesamt bietet DeafExist Menschen mit einer Hörbehinderung durch diese Maßnahmen:

1. die Chance auf eine verbesserte Teilhabe am Arbeitsleben
2. die Chance als gleichberechtigt wahrgenommen zu werden
3. die Chance, Kontakte in die Hörbehinderten-Community positiv bei der Unternehmensgründung zu nutzen (Deaf Gain)
4. die Chance, selbst in einer Führungsposition zu sein und andere Menschen mit einer Hörbehinderung einzustellen
5. die Chance auf freie Berufswahl einen selbstbewussten Umgang mit der Behinderung



Beginn:

01.05.2014


Abschluss:

01.04.2018


Art:

Gefördertes Projekt / Wissenschaftliche Arbeit


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125588


Informationsstand: 27.01.2020