Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Regionale Fachkräftesicherung durch Inklusion

Zielgruppe:

Arbeitssuchende und von Arbeitslosigkeit bedrohte schwerbehinderte Menschen und ihnen Gleichgestellte aus den Rechtskreisen SGB II und III mit Wohnsitz in den Kreisen Borken oder Coesfeld.

Zielsetzung, Angebotsstruktur und Inhalt:

Zielsetzung dieses Projektes ist es, schwerbehinderte Menschen und ihnen Gleichgestellte als Fachkräftepotential in das Bewusstsein der Unternehmen zu bringen und gemeinsam mit den Unternehmen die Beschäftigungssituation für schwerbehinderte Menschen in den Kreisen Borken und Coesfeld nachhaltig zu verbessern.

Das Projekt sieht im Kreis Borken 60 TN-Plätze und im Kreis Coesfeld 30 TN-Plätze mit laufendem Einstieg vor. Die Plätze würden jeweils paritätisch von den Jobcentern und der Agentur für Arbeit zur Verfügung gestellt.

Ein Beratungsteam des Trägerverbunds KH Borken, HBS und BBS, das sich anteilig aus sozialpädagogischen Fachkräften, Anleiter/Innen / werkpädagogischen Fachkräften, teilnehmerbezogener und betriebsbezogener Integrationsbegleitung sowie psychologischer Fachkraft zusammensetzt, inkludiert im Rahmen einer a. individuellen und b. regional, betrieblich ausgerichteten Strategie den schwerbehinderten Menschen in einem Zeitrahmen von i.d.R. 6 bis maximal 12 Monaten auf den lokalen Arbeitsmarkt. Dabei wird auf der Basis jahrzehntelanger Arbeit des Trägerverbundes in der Berufsintegrationsförderung und in einem stabilen Netzwerk eine Eingliederungsquote für die Gruppe der unter 50 Jährigen von 30% prognostiziert, bei den über 50 Jährigen wird eine Eingliederungsquote von mindestens 20% angestrebt.

a. Zentrale Durchführungselemente der individuellen Inklusionsstrategie sind:

Phase Eins: Clearingphase
(maximal 1 Monat) mit Bedarfsfeststellung/Aktivierung durch ggf. aufsuchende Arbeit und einem Profiling.

Phase Zwei: Eingliederungsvorbereitung (I)
- Arbeitserprobung zur Validierung des sozialen, kognitiven und psychomotorischen Kompetenzprofils,
- Aktualisierung der Bewerbungsunterlagen, Aktivierung der Selbstvermarktungsstrategien analog Selbstvermarktungscoaching (SVC),
- Akquise des (Nischen)Arbeitsplatzes mit Erstellung eines Anforderungsprofils des Betriebes und des in Frage kommenden Arbeitsplatzes,
- Abgleich der Profile und Entwicklung einer Anpassungsstrategie mit Betrieb und schwerbehindertem Menschen bei auftretenden Anforderungsdiskrepanzen, wobei die Anpassungsleistungen im Sinne von Inklusion sowohl Aufgabe des Betriebes als auch des schwerbehinderten Menschen als potentiellem Arbeitnehmenden sind.

Phase Drei: Eingliederungsvorbereitung (II)
- Umsetzung der Anpassungsschritte mit den Schwerpunkten: Kompetenzerweiterung des zukünftigen Mitarbeitenden ggf. werkstattgestützt,
- praktische Unterstützung/ Einarbeitungshilfen am Arbeitsplatz im Betrieb,
- Hilfestellungen für Betriebe bei der Anpassung von Arbeitsstrukturen und Arbeitsplätzen und bei der Beantragung von Zuschüssen, um Minderleistungen zu kompensieren,
- Coaching und Beratung für den Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden und besondere Unterstützung für Arbeitnehmenden bei möglichen psychosozialen Problemstellungen.

Bei erfolgreicher Eingliederung erfolgt im Anschluss bedarfsabhängig eine Nachbetreuung der TN im Umfang von bis zu 6 Monaten, mit einer wöchentlichen Kontaktdichte.

b. Schwerpunkthemen der regional, betrieblich ausgerichteten Inklusionsstrategie sind:

- Sensibilisierung der Betriebe für die Belange behinderter Menschen und dadurch Verbesserung der Integrationschancen,
- Analyse der betrieblichen Voraussetzungen für die Integration behinderter Menschen,
- Information über Behinderungsformen, - Chancen und Risiken - ,
- Entwicklung behindertengerechter betriebsspezifischer Eingliederungsstrategien,
- Unterstützung bei der Schaffung und Verbesserung behindertengerechter Arbeitsplätze,
- Coaching der Ausbilder und Verantwortlichen in den Betrieben im Umgang mit behinderten Menschen.



Beginn:

01.08.2015


Abschluss:

31.07.2018


Art:

Gefördertes Projekt / Modellprojekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) - gefördert aus Mitteln des Ausgleichsfonds
Programm der Bundesregierung zur "intensivierten Eingliederung und Beratung von schwerbehinderten Menschen"
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMAS



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125664


Informationsstand: 03.04.2020