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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

Talentwerkstatt: Stärken erkennen - Chancen nutzen

Der Innovationsgehalt des Angebots soll auf zwei Ebenen dargestellt werden. Zum einen durch Beschreibung des Unterschieds zur bestehenden Beratungs- und Vermittlungspraxis, zum anderen durch die bereits angesprochenen neuen Impulse des Kernangebots.

Kunden mit Schwerbehinderung können bisher bereits allgemeine Kurse bei Bildungsträgern, z. B. zur Aktivierung, Orientierung und für Bewerbungstraining im Rahmen mehrtägiger Module, nutzen. Diese sind allerdings nicht speziell auf ihre gesundheitlichen Bedürfnisse zugeschnitten, so dass je nach Art und Schwere der gesundheitlichen Beeinträchtigung eine Teilnahme auch ausgeschlossen sein kann. Im Falle schwerwiegenderer Vermittlungshemmnisse, wie die hier avisierte Zielgruppe sie mitbringt, reicht die Interventionstiefe durch diese kurzzeitigen Unterstützungsmaßnahmen oft nicht aus, um nachhaltige Erfolge und eine Integration in den Arbeitsmarkt zu erzielen.

Dies wird durch das neue Konzept "Talentwerkstatt" aufgegriffen, indem es speziell für die Menschen mit Schwerbehinderung gefasst wurde und deren gesundheitliche Situation berücksichtigt. Dazu wurden Barrierefreiheit, eine ansteigende Stundenzahl der erforderlichen Anwesenheit pro Arbeitstag, Angebote zur Gesundheitsorientierung und der strukturierte, ganzheitliche Aufbau von Aktivierung, Orientierung/Erprobung und Integration über eine Zeit von 3 bis 5 Monate und ggf. anschließender Nachbetreuung bei Beschäftigungsaufnahme in das Konzept einbezogen. Zusätzlich unterstützt wird die individuelle Arbeit durch die im Unterschied zu bestehenden Maßnahmen besonders geringe Gruppengröße von 12 Teilnehmern. Dies ermöglicht Teilnehmern und Bildungsträgern erstmals eine nachhaltige gemeinsame Arbeit an den Vermittlungshemmnissen, die sich individuell nach den Stärken und Bedürfnissen der Teilnehmer richtet und so bisher weder vom Umfang noch von der Qualität und Tiefe her angeboten wurde.

Der starke Empowermentanteil des Angebots wird seitens der Antragsteller ebenfalls als innovativ angesehen, da er schon über das bestehende Maß einiger weniger Angebote, besonders über die im SGB II und im Rahmen des Bundesprogramms "Perspektive 50plus" erprobten neuen Wege hinausgeht. Es wird insoweit auf Punkt 6.2 verwiesen. Im Rechtskreis SGB III wird dieses Element bisher noch gar nicht umgesetzt.

Des Weiteren ist die Einbindung des Jobscouts direkt in die Maßnahme innovativ - das Instrument wurde ebenfalls im Rahmen der "Perspektive 50plus" positiv erprobt, nun aber erstmals nicht als alleinstehendes Angebot konzipiert, sondern in den Maßnahmekontext von Aktivierung, Orientierung und Erprobung mit implementiert. Dadurch sollen zusätzliche Synergieeffekte in Bezug auf die Qualität der Arbeit des Jobscouts erzielt werden, indem eine engere Betreuung des Teilnehmers und ein strukturierter Austausch mit dem Bildungsträger erfolgt. Denn somit erhält der Jobscout vertiefte, unmittelbare und differenziertere Informationen über die Kenntnisse und Fähigkeiten sowie die Bedürfnisse des Teilnehmers.



Beginn:

15.11.2015


Abschluss:

14.11.2018


Art:

Gefördertes Projekt / Modellprojekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) - gefördert aus Mitteln des Ausgleichsfonds
Programm der Bundesregierung zur "intensivierten Eingliederung und Beratung von schwerbehinderten Menschen"
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMAS



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125715


Informationsstand: 03.04.2020