Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Netzwerk Beruf - Intensivierte Eingliederung schwerbehinderter Menschen durch Netzwerkbildung, Sensibilisierung und Beratung regionaler Betriebe und individuelle Beratung, Coaching und Vermittlung für Menschen mit Schwerbehinderung und besonderen Vermittlungshemmnissen

Ausgangslage
Ziel des Projektes Netzwerk Beruf (neuer Titel ist Netzwerk 1a) ist die Schaffung eines SGB-übergreifenden Konzeptes zur beruflichen Eingliederung schwerbehinderter Menschen im Bezirk der Arbeitsagentur Bergisch Gladbach und in den Einzugsgebieten der Jobcenter Bergisch-Gladbach, Leverkusen und Oberberg.
Die Region Rheinisch-Bergischer Kreis/Oberberg/Leverkusen benötigt einen nachhaltigen Zuwachs an gesundheitsgerechten Beschäftigungsverhältnissen für schwerbehinderte Arbeitnehmer und adäquaten Ausbildungsplätzen für junge Menschen mit Handicap:

- Der Anteil schwerbehinderter Menschen an der Gesamtbevölkerung steigt infolge der demografischen Alterung.
- Die Zahl der arbeitslosen Männer und Frauen mit Schwerbehinderung hat im Agenturbezirk Bergisch Gladbach in den letzten Jahren stetig zugenommen. Von 2014 bis 2015 stieg der Anteil um 10,1 %.

Trotz Fachkräftemangel ziehen viele Betriebe und Institutionen bislang nicht in Betracht, die gute fachliche Kompetenz und die hohe Motivation schwerbehinderter Arbeitnehmer und Auszubildender als Personalressource zu nutzen. Ein wesentlicher Auftrag des Projektes ist es, Unternehmer und Personalverantwortliche über die betriebliche Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Besetzung von Arbeitsplätzen mit schwerbehinderten Mitarbeitern zu informieren, um bestehende Vorbehalte abzubauen.

Zielgruppen: Stellensuchende Schwerbehinderte
Zielgruppe 1: Jugendliche im Übergang von (Förder-) Schulen und Beruf und junge erwerbslose Schwerbehinderte ohne Ausbildung
Zielgruppe 2: Arbeitslose mit Schwerbehinderung - insbesondere ältere Arbeitslose

Regionale Arbeitgeber
Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen aus den Branchen Handwerk, Dienstleistung und Produktion sollen für die Auseinandersetzung mit der Thematik "Beschäftigung schwerbehinderter Arbeitnehmer" geöffnet werden.

Handlungsfelder
Handlungsfeld 1: Sensibilisierung und Öffentlichkeitsarbeit
a) Bekanntmachung des Projektes Netzwerk 1a durch Präsentationen und Vorträge in Gremien der Wirtschaftsförderung, bei Unternehmerstammtischen, Wirtschaftsjunioren, IHK, Handwerkskammer und -Innung, Sparkassen und Raiffeisenbanken und bei Kooperationspartner/innen wie Kommunen, Inklusionsbeauftragten, Schwerbehindertenverbänden und Selbsthilfegruppen, Ärzten/innen und Therapeuten/innen, Beratungsstellen und weiteren potentiellen Partner/innen.

b) Informationsangebote für regionale Unternehmen in Form von In-house-Veranstaltungen für örtliche Betriebe. Mögliche Teilnehmerkreise: Geschäftsführung, Leitungskräfte, Personalverantwortliche, Arbeitnehmer- und Schwerbehindertenvertreter. Mögliche Themen: Gesundheitsmanagement, Arbeitsplatzanpassungen, Förderungen bei der Einrichtung von Schwerbehindertenarbeitsplätzen.

c) Individuelle Beratung der Unternehmen im Hinblick auf potenzielle Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Menschen mit Schwerbehinderung in den jeweiligen Betriebsstätten.

Handlungsfeld 2: Beratung und Vermittlung
Die Beratungs- und Vermittlungsangebote im Rahmen des Netzwerk 1a an die durch die Agentur für Arbeit und die Jobcenter zugewiesenen schwerbehinderten Arbeitsuchenden umfassen:

Anamnese und Aktivierung
Im Rahmen strukturierter Beratungsgespräche wird die Ausgangslage ermittelt. Dabei werden berufliche, persönliche und gesundheitliche Voraussetzungen und berufliche Interessen des Arbeitssuchenden erfasst und ein beruflicher Integrationsplan entwickelt.
Maßnahmen innerhalb der beruflichen Integrationsplanung:
- Dokumentation des persönlichen Eignungsprofils
- Kompetenzfeststellung/Profilananlyse (optional)
- Gestaltung aussagefähiger Bewerbungsunterlagen/eines Bewerberexposés zur Vorlage bei Arbeitgebern und zur Veröffentlichung im Bewerberportal www.netzwerk1a.de
- Coaching als Vorbereitung für persönliche Vorstellungstermine
- Hinzuziehung externer und interner Beratungs- und Hilfsangebote zur lebensbereichübergreifenden Stabilisierung (optional)

Coaching und Vermittlung
Der Integrationsbegleiter geht aktiv auf infrage kommende Unternehmen zu und klärt bei entsprechendem Personalbedarf die konkreten Arbeitsplatzbedingungen. Das Anforderungsprofil des Betriebes und das Eignungsprofil des Bewerbers gleicht der Integrationsbegleiter miteinander ab. Bei weitgehender Übereinstimmung stellt er einen ersten persönlichen Kontakt zwischen Arbeitgeber und schwerbehindertem Bewerber her. Während der Erstkontakte sowie der Praktikums- und Einarbeitungsphase werden sowohl der Betrieb als auch der zu vermittelnde Schwerbehinderte intensiv begleitet und individuell unterstützt. Fragestellungen auf beiden Seiten, die sich erst im Betriebsalltag ergeben, können so auf direktem Weg geklärt werden.

Berufliche Stabilisierung
Der Integrationsbegleiter des Netzwerk Beruf (neuer Titel Netzwerk 1a) berät und unterstützt Arbeitgeber und Arbeitnehmer beim Übergang in ein festes Arbeitsverhältnis und steht bis zum Ende der Probezeit als Ansprechpartner zur Verfügung. Insbesondere, wenn es darum geht, weiterführende Förder-, Hilfs- und Beratungsangebote zu installieren.
Durch regelmäßige Angebote zum Erfahrungsaustausch, gezielte Informationsweitergabe, Darstellung von Best-Practice-Beispielen und öffentliche Anerkennung unternehmerischen Engagements für schwerbehinderte Menschen werden für potentielle Arbeitgeber Impulse gesetzt, sich mit der Möglichkeit auseinanderzusetzen, zusätzliche Arbeitsplätze für schwerbehinderte Mitarbeiter anzubieten.

Beirat
Das Netzwerk 1a wird durch einen Projektbeirat begleitet. Dieser setzt sich zusammen aus Unternehmensvertretern, Arbeitsmarktakteuren, Vertretern aus Wirtschaftsgremien und Institutionen, die sich mit den Belangen von Schwerbehinderten befassen. Aufgabe des Beirates ist die fortlaufende beratende Supervision des Projektes. Bestandteil des Beirates ist eine fachliche Steuerungsgruppe für den regelmäßigen Austausch zur praktischen Umsetzung der Projektinhalte.

Web-Präsenz
Die Internetseite www.netzwerk1a.de beinhaltet:
- Informationen zum Thema Beschäftigung von schwerbehinderten Mitarbeitern (Betrieblicher Alltag, Rechtliche Grundlagen, Fördermittel etc.)
- Informationen zum Projekt Netzwerk 1a
- Möglichkeit zur Präsentation von Praktikums- und Arbeitsplatzangeboten für Schwerbehinderte
- Möglichkeit zur Präsentation von Kurzprofilen Stellensuchender
- Arbeitgeberforum zum Austausch über Erfahrungen mit der Beschäftigung von schwerbehinderten Mitarbeitern
- Newsletter mit Veranstaltungshinweisen und aktuellen Informationen

Qualitätssiegel "Inklusionsfreundliches Unternehmen"
In Zusammenarbeit mit dem Beirat wird jährlich das Qualitätssiegel "Inklusionsfreundliches Unternehmen" für solche Unternehmen verliehen, die sich in besonderer Weise für die Eingliederung schwerbehinderter Menschen eingesetzt haben. Die Umsetzung der Inklusion im betrieblichen Alltag wird als Best Practice dokumentiert und auf der Internetpräsenz sowie in der regionalen Presse veröffentlicht.



Beginn:

15.11.2015


Abschluss:

30.11.2018


Art:

Gefördertes Projekt / Modellprojekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) - gefördert aus Mitteln des Ausgleichsfonds
Programm der Bundesregierung zur "intensivierten Eingliederung und Beratung von schwerbehinderten Menschen"
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMAS



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125718


Informationsstand: 13.01.2020