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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

Startklar... für Job, Leben und Zukunft

Der Bezirk des Jobcenters Dithmarschen liegt an der südlichen Westküste des Landes Schleswig-Holstein und wird begrenzt durch die Nordsee im Westen, die Elbe im Süden, die Eider im Norden und den Nord-Ost-See-Kanal im Osten. Im Bezirk leben 134.000 Einwohner. 

Die Betriebsstruktur in Dithmarschen ist geprägt von wenig Industrie (nur 18,1% der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten arbeiten im verarbeitenden Gewerbe - Schwerpunkt chemische Industrie - in Deutschland 22,4%). Ein relativ hoher Anteil des Baugewerbes an der Beschäftigung (in Dithmarschen 9,1%, in Deutschland 5,7%) und viel Landwirtschaft (2,9%, in Deutschland 0,8%) führen mit dem typisch saisonabhängigen Hotel- und Gaststättengewerbe (3,4%, in Deutschland 3,1%) zu einer überproportionalen Saisonabhängigkeit. Der Saisonfaktor liegt bei 136,5 (BRD 113,0).

Die Betriebsgrößen weisen viele Kleinst-, Klein- und Mittelbetriebe auf (61,0% der Beschäftigten arbeiten in Betrieben mit bis zu 49 Beschäftigten, in Deutschland 40,5%), die in Dithmarschen auch bei konjunktureller Belebung nur zögerlich zusätzliche Arbeitnehmer einstellen. Auf der anderen Seite macht diese Struktur den regionalen Arbeitsmarkt bei größeren überregionalen Krisen nicht so anfällig.
Die Dithmarschen Betriebe konnten in den letzten Jahrzehnten hinsichtlich ihrer Arbeitskräftegewinnung eher "aus den Vollen" schöpfen. Die unterdurchschnittlichen Beschäftigungsquoten der Jungen, Älteren und Frauen weisen darauf hin.

Das Thema Personalrekrutierung und Personalentwicklung ist bei vielen Unternehmen (aufgrund ihrer Betriebsgröße) eher ein beiläufiger Prozess. Fachkräfte fehlen schon in vielen wirtschaftlichen Bereichen. Die Wahrnehmung dafür ist aber noch immer nicht überall angekommen. Die Herausforderung der kommenden Jahre wird daher sein, den immer größeren Umfang an Menschen in verfestigter Langzeitarbeitslosigkeit, gerade mit gesundheitlichen Einschränkungen, mit individuellen Projekten zu begegnen, die geeignet sind, trotz der vorliegenden Einschränkungen in den Arbeitsmarkt einmünden zu können.

Die Anzahl der schwerbehinderten Leistungsberechtigten ist im Jobcenter auf insgesamt 419 Arbeitslose und Arbeitssuchende gestiegen. Davon beträgt der Anteil der Älteren 25% und der Anteil der Frauen 43%.
280 schwerbehinderte Leistungsberechtigte sind langzeitarbeitslos. In das Projekt sollen über die gesamte Laufzeit bis 80 langzeitarbeitslose schwerbehinderte Kundinnen und Kunden aus dem Rechtskreis SGB II unter Berücksichtigung möglicher Abbrüche einmünden.
                                                                                                                 
Wenn zu der Schwerbehinderung auch noch Langzeitarbeitslosigkeit hinzukommt, dann ist trotz Fachkräftemangel bei den Arbeitgebern kaum die Bereitschaft vorhanden, diese Personen einzustellen. Dies gilt insbesondere für ältere Schwerbehinderte.
Es wird erwartet, dass die Marktfähigkeit der Teilnehmer gesteigert wird und sich somit die Chancen auf Einmündung in den Arbeitsmarkt erhöhen.    

Ziel des Projektes ist es, mit den arbeitsmarktfernen und schwerbehinderten Teilnehmerinnen und Teilnehmern - unter Berücksichtigung und Einbeziehung aller persönlichen Stärken, beruflichen Fähigkeiten sowie Kompetenzen - eine soziale und berufliche Perspektive aufzubauen, die einen dauerhaften Zugang und somit einen Wiedereinstieg in das Berufsleben auf dem ersten Arbeitsmarkt und letztlich die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht.

Im Mittelpunkt des Projektes stehen die Schaffung und Stabilisierung von Arbeitsverhältnissen. Dabei ist es erforderlich, dass die Arbeitgeber verstärkt sensibilisiert werden. Durch den Einsatz von Coaches wird die Erreichung der Ziele unterstützt, die Einbindung der direkt relevanten Netzwerkpartner sorgt für die Verbreitung des Projektes bei den Unternehmen in Dithmarschen.

Mit der Durchführung des Projektes "Startklar… für Job, Leben und Zukunft" ist die Stiftung Mensch beauftragt worden. Es ist wie folgt modular aufgebaut:

- Aktivierungsphase (dazu gehört u. a. eine Potenzialanalyse)
- Erprobung in diversen Berufsfeldern
- Arbeitstraining
- Kurz- bzw. Langpraktika bei Arbeitgebern
- Übergang in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
- Stabilisierung der Beschäftigung
- Coaching während der gesamten Projektlaufzeit

Die individuelle Projektteilnahme beträgt bis zu 18 Monate.



Beginn:

01.06.2016


Abschluss:

31.05.2019


Art:

Gefördertes Projekt / Modellprojekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) - gefördert aus Mitteln des Ausgleichsfonds
Programm der Bundesregierung zur "intensivierten Eingliederung und Beratung von schwerbehinderten Menschen"
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMAS



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125732


Informationsstand: 13.01.2020