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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

Jobbrücke Sport

Zu erwarten ist ein kurz- bis mittelfristiger Effekt sowohl im Sinne einer nachhaltigen Integration der Teilnehmer des Projektes als auch ein langfristiger Effekt, durch die weitere Erschließung von Beschäftigungspotentialen im Bereich der Sportvereine und über deren Grenzen hinaus, zur Aufnahme weiterer Menschen mit (Schwer-) Behinderungen in den, an dieser Stelle neu entstehenden 1. Arbeitsmarkt.

Durch die Schaffung und Akquise von individuell abgestimmten Tätigkeitsfeldern und -inhalten, welche sich sowohl an den Fähigkeiten und Fertigkeiten der (schwer-) behinderten Menschen als auch an den Möglichkeiten/Erfordernissen der Vereine orientieren, werden Voraussetzungen geschaffen, welche eine stabile und langfristige Integration sichern. Durch die Koordination aus einer Hand und den weiteren Ausbau der bereits guten Netzwerke innerhalb der breit gefächerten Sportvereinslandschaft in Halle, sollte es möglich sein, diese erforderliche Individualität sicher zu stellen und gegebenenfalls argumentativ für die notwendige Anpassungsfähigkeit auf beiden Seiten zu werben.

Im Laufe des Projektes steht die Erschließung von Beschäftigungsmöglichkeiten im Bereich des Sports und eines 1. Arbeitsmarktes für die besondere Personengruppe im Fokus. Ziel ist es, 40 schwerbehinderte Menschen in eine versicherungspflichtige Tätigkeit in einem Sportverein der Stadt Halle und daran angrenzenden Bereichen einmünden zu lassen und so ihre Arbeitslosigkeit, im optimalen Fall auch bestehende Hilfebedürftigkeit zu beenden.

Durch die Aufschließung der Vereine stehen diese der Beschäftigung von Menschen mit (Schwer-) Behinderung offen gegenüber und gehen mit gutem Beispiel voran. Positive Erfahrungen können weiter gegeben werden, woraus sich Synergien entwickeln können, welche dazu beitragen, dass weitere Vereine die Möglichkeit der Einstellung eines schwerbehinderten Menschen in Betracht ziehen. Das Thema Inklusion wird somit weiter in die Gesellschaft getragen. Es entsteht eine langfristige Veränderung der Wahrnehmung und Bereitschaft zur Arbeit mit Menschen mit (Schwer-) Behinderung sowie eine weitere Verbreitung unter den Vereinen.

Die Einmündung der Teilnehmer/-innen in das Projekt erfolgt nach der Vormerkung durch das Jobcenter oder die Bundesagentur für Arbeit. Im Rahmen eines Erstgespräches beim Träger erfolgt sowohl die Abklärung der individuellen persönlichen und sozialen Situation, der Fähigkeiten und Fertigkeiten als auch die Ermittlung der Neigungen und Interessenlagen des potentiellen Teilnehmers.

Der Mitarbeiter des SSB e.V. hat die Möglichkeit sich institutionell und persönlich als Integrationsbegleiter vorzustellen und Chancen des Projekts zu erläutern.
Anhand der (sukzessive wachsenden) Kenntnisse der Barriere-Situation und möglicher Arbeitsplatzmodule in den Vereinen, der summarischen Erfassung der Einschränkungen und Potentiale des Teilnehmers verbildlicht der Integrationsbegleiter verbal und zunehmend mit gedrucktem Informationsmaterial die Arbeitswelt des gemeinnützigen Vereinssports. Ziel ist es, beim Teilnehmer Interesse zu wecken und Vertrauen in sich selbst zu gewinnen, dass man dieser Herausforderung gewachsen ist. Motivation wird hier eine entscheidende Komponente darstellen.

Mit den Daten des Erstgesprächs erarbeitet der Integrationsbegleiter einen Entwurf für ein individuelles Integrationskonzept mit Bewerberprofil, Qualifikations- und Förderplan. Der Förderplan berücksichtigt die Fördergrundsätze der fördernden Institutionen im Netzwerk.

Während der Anbahnungsphase für ein Praktikum entwickelt der Integrationsbegleiter mit dem Teilnehmer den Entwurf des individuellen Integrationskonzeptes gemeinsam weiter. Der Integrationsbegleiter nimmt bei Bedarf erste Rücksprache mit den fördernden Institutionen im Netzwerk, um den Entwurf zu prüfen.

Gemeinsam besuchen Integrationsbegleiter und Teilnehmer potentiell in Frage kommende Arbeitgeber. Die Reihenfolge wird gemeinsam vereinbart.
Kommt ein Praktikumsplatz in die engere Wahl, führt der Integrationsbegleiter ein Akquise-Gespräch mit dem potenziellen Arbeitgeber. Er macht den Arbeitgebervertreter mit dem Projektanliegen, dem individuellen Integrationskonzept und der persönlichen und sozialen Situation des Teilnehmers vertraut (Der Datenschutz ist hier zu beachten. Der Teilnehmer entscheidet selbst, welche Daten und Informationen weitergegeben werden dürfen). Ihm werden erste konkrete integrative Kompetenzen vermittelt. Weiterer Zweck des Akquise-Gesprächs ist das Ausloten des Inhalts (Zusammensetzung der Arbeitsplatzmodule) und der Finanzierung eines künftigen Arbeitsplatzes unter Berücksichtigung der Einarbeitungsphase mit erhöhter Förderung und der möglichst langfristigen Nachbeschäftigung.

Der Integrationsbegleiter stellt dem Teilnehmer bei einem Folgegespräch das Ergebnis des Vorgesprächs mit dem Arbeitgebervertreter vor. Kann Konsens hergestellt werden, lernen sich der Teilnehmer und der Arbeitgebervertreter kennen.
Einigen sich die Parteien auf die Durchführung des Praktikums wird mit dem Verein eine dreiseitige Praktikumsvereinbarung getroffen. Bei Bedarf wird der Teilnehmer durch den Praktikumsbetrieb mit Arbeitskleidung ausgestattet.

Der Integrationsbegleiter begleitet den Teilnehmer am 1. und wenn nötig an weiteren Arbeitstagen durch den Arbeitsalltag. Bei Bedarf unterstützt der Integrationsbegleiter den Teilnehmer in seiner Mobilität und bei der Bewältigung von evtl. vorhandenen Barrieren.
Mit Zunahme der Selbstständigkeit nimmt die Engmaschigkeit der Betreuung durch den Integrationsbegleiter sukzessive ab.



Beginn:

01.07.2016


Abschluss:

30.06.2019


Art:

Gefördertes Projekt / Modellprojekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) - gefördert aus Mitteln des Ausgleichsfonds
Programm der Bundesregierung zur "intensivierten Eingliederung und Beratung von schwerbehinderten Menschen"
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMAS



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125741


Informationsstand: 13.01.2020