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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

AuVschwung - Aktivierung und Vermittlung schwerbehinderter Menschen und nachhaltige gesellschaftliche Inklusion

AuVschwung steht für Aktivierung und Vermittlung schwerbehinderter Menschen und nachhaltige gesellschaftliche Inklusion. Durch einen durchweg individuellen Prozess werden für die Teilnehmer berufliche Perspektiven entwickelt. Die Fachkompetenz und Potentiale von schwerbehinderten Menschen müssen stärker in den Fokus rücken und für die Unternehmen aufgeschlossen, sowie relevante Netzwerke ausgebaut werden. Noch gibt es zu viele Arbeitgeber, die bisher keine schwerbehinderten Menschen ausbilden oder beschäftigen.

Mit dem nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention hat die Bundesregierung einen Prozess auf den Weg gebracht, mit dem der Leitgedanke Inklusion systematisch vorangebracht werden soll. Hierzu gehört auch die Inklusionsinitiative für Ausbildung und Beschäftigung, mit der die Inklusion von Menschen mit Behinderung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vorangebracht werden soll. Es ist wichtig, Arbeitgeber und Belegschaften verstärkt davon zu überzeugen, dass die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung ein Gewinn für das ganze Unternehmen ist.

Das Modellprojekt AuVschwung ruht auf 3 Säulen: den Teilnehmenden, den Unternehmen und den Netzwerkpartnern.

Ablauf für die Teilnehmer:
AKTIVIERUNG-ENTWICKLUNG-ERPROBUNG-VERMITTLUNG
Die Joblotsen werden mit den Teilnehmenden eine durchgängig individuelle Berufsweg- bzw. Integrationsplanung aufstellen. Diese beinhaltet Profiling, Eignungsdiagnostik, Coaching, Qualifizierung, Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatzsuche sowie Stabilisierung nach erfolgreicher Integration. Im Mittelpunkt des Modellvorhabens steht der schwerbehinderte Mensch mit seinen persönlichen Fähig- und Fertigkeiten, Kenntnissen, Erfahrungen und Neigungen. Für SIE oder IHN suchen wir den geeigneten Arbeitsplatz. Die klare Ausrichtung auf die Teilnehmenden steht im Zentrum des Konzeptes. Die Entwicklung eines realistischen, klar definierten persönlichen Ziels und die hieraus folgenden Aktivitäten bilden die Voraussetzung für eine erfolgreiche Vermittlung.

Chancen für die Unternehmen:
Die Unternehmen erfahren eine gezielte Beratung zu den vielfältigen Informations- und Förderangeboten sowie eine konkrete und individuelle Begleitung bei der Erprobung und Einstellung von schwerbehinderten Menschen durch einen Unternehmenslotsen bis hin zur dauerhaften Stabilisierung im Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis. Mindestens 50 Unternehmen in Leipzig und der Region sollen als dauerhafte Partner für die Erprobung und Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen gewonnen werden.

Zusammenarbeit der Netzwerkpartner:
Das regionale Netzwerk soll auf- bzw. ausgebaut werden, um die vielfältigen Informations- und Förderangebote besser zu verknüpfen und mehr Arbeitgeber noch gezielter einzubinden. Die Gesamtvernetzung soll im Rahmen des Projektes aufgebaut werden. Die Agentur für Arbeit Leipzig will gemeinsam mit seinen Projektpartnern Jobcenter Leipzig und Berufsbildungswerk Leipzig für Hör- und Sprachgeschädigte gGmbH/BBW-Leipzig-Gruppe besonders folgende Akteure des Teilhabesystems für eine dauerhafte Zusammenarbeit gewinnen und konkret einbinden: Integrationsamt, Integrationsfachdienst, Reha-Träger, Schwerbehindertenbeauftragte der Stadt Leipzig, Handwerkskammer zu Leipzig, Schwerbehindertenverbände, Industrie- und Handelskammer, Deutscher Gewerkschaftsbund Leipzig, Integrationsunternehmen, Arbeitnehmerorganisationen sowie Bildungsträger.

Zur Bündelung aller Aktivitäten wird eine Servicestelle eingerichtet. Sie ist in erster Linie persönliche Anlaufstelle für die Teilnehmenden, aber auch erste Kontaktstelle für die Unternehmen und Netzwerkpartner. Die Service-Stelle mit einem Spezialteam Inklusion wird sowohl bewerberorientiert als auch arbeitgeberorientiert die Bedarfe beider Seiten analysieren und passgenau zusammenbringen, und die jeweils tangierten Netzwerkpartner im Hinblick auf einen inklusiven Arbeitsmarkt rechtzeitig ins Boot holen. Hier laufen alle Fäden zusammen.

Ziele:

1. für die Teilnehmenden:
- Einrichtung einer Service-Stelle als zentraler Anlaufpunkt,
- Durchführung einheitlich abgestimmter Kompetenzfeststellungs- und Kompetenzentwicklungsverfahren,
- Individuelle Aktivierung, Begleitung und Förderung bis zur individuell bestmöglich erreichbaren betrieblichen Qualifizierung, Beschäftigung und/oder Ausbildung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, wenn möglich unter flankierendem Einsatz der arbeitsmarktpolitischen Regelinstrumente,
- Sicherung der Nachhaltigkeit einer erfolgreichen Integration,
- Stärkung von Motivation und Selbstbewußtsein der schwerbehinderten Menschen durch individuelles Training (u. a. Gesundheitsförderung, Mobilitätstraining),
- Optimierung der Regelinstrumente bzw. Überbrückung möglicher Lücken im System der Regelinstrumente,
- Entwicklung eines verbindlichen Systems der Berufswegeplanung in der Zusammenarbeit der relevanten Akteure.

2. für die Unternehmen:
Auf die Wirtschaft bezogen ist es das Ziel, auch über die Laufzeit des Modellprojektes hinaus, die Unternehmen dauerhaft von dem Potential schwerbehinderter Menschen als qualifizierte Mitarbeitende zu überzeugen. Die Nutzung vorhandener Strukturen (wie Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Leipzig, IFD, Integrationsamt), Unterstützungssysteme und Förderleistungen sind bekannter und effektiv nutzbar zu machen.
Die Ziele im Einzelnen sind:
- Einrichtung einer Service-Stelle als zentraler Anlaufpunkt,
- Rekrutierung von Fachkräften für den Arbeitsmarkt,
- Identifizierung und Verbesserung der Schnittstellen,
- Synergieeffekte nutzen > mit dem Ergebnis: jeder Akteur ist umfassend informiert, verantwortlich und am Gelingen interessiert; Informationsverluste werden verhindert; kurze Wege, schnelle Reaktionszeit bei Problemen möglich.

3. für die Netzwerkpartner:
- Einrichtung einer Service-Stelle als zentraler Anlaufpunkt,
- kompetenter Ansprechpartner in der Region für alle schwerbehinderten Menschen, Bedarfsträger sowie Unternehmen mit Fachkräftebedarf oder freien Ausbildungsstellen,
- Entwicklung von alternativen und regional vernetzten Handlungsstrategien für die Vermittlung und Integration von schwerbehinderten Menschen,
- Erhöhung der Vermittlungsquote von schwerbehinderten Menschen in Arbeit oder Ausbildung,
- Verstärkte und verbesserte Kooperation und Vernetzung der Akteure und ihrer Ressourcen auf allen Ebenen im Hinblick auf Verbindlichkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit,
- Know-How-Transfer unter Einbeziehung von Beispielen guter Praxis,
- Weiterentwicklung der institutionellen Prozesse und Organisationsabläufe zwischen Service-Stelle und Agentur für Arbeit Leipzig, Jobcenter Leipzig, Betrieben und Integrationsfachdiensten usw.; gemeinsame Qualitätssicherung und -entwicklung; Abgrenzung der jeweiligen Aufgabenverteilungen, Arbeitsbereiche und Zuständigkeiten,
- Qualifizierung des Personals im Hinblick auf fachliche Fragen wie auch zu Fragen der Kooperation und Organisationsentwicklung.

Übergreifendes Gesamtziel soll die Übertragbarkeit der erarbeiteten Aktivierungs- und Vermittlungsstrategien auf die handelnden Akteure, auch über das Modellprojekt hinaus, sein. Der Aufbau bzw. die Weiterentwicklung der Netzwerkstrukturen soll dauerhaft Grundlage für zukünftige Integrationserfolge und einen inklusiven Arbeitsmarkt sein.



Beginn:

01.06.2016


Abschluss:

31.05.2019


Art:

Gefördertes Projekt / Modellprojekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) - gefördert aus Mitteln des Ausgleichsfonds
Programm der Bundesregierung zur "intensivierten Eingliederung und Beratung von schwerbehinderten Menschen"
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMAS



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125762


Informationsstand: 14.04.2020