Lexikon zur beruflichen Teilhabe

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Angaben zum Forschungsprojekt

Reha-Integrativ. Integrative stationäre Behandlung von Versicherten mit besonderen beruflichen Problemlagen

Das Projekt Reha-Integrativ erprobt eine 2-wöchige, intensivierte, teilhabeorientierte, multimodale Behandlung mit dem Schwerpunkt Psychotherapie für Versicherte, die noch nicht oder keine Aussicht auf eine zeitnahe ambulante Psychotherapie haben. Diese Versicherten - insbesondere wenn sie besonderen beruflichen Problemlagen oder hemmenden Kontextfaktoren ausgesetzt sind z.B. Anpassungsstörungen oder Fälle nach § 145 SGB 3 - kommen mit ihrem Rehabilitationsbedarf erst sehr verspätet und bei bereits eintretender Chronifizierung auf die Deutsche Rentenversicherung zu. Ihre Rehabilitationsanträge werden unter Umständen aufgrund der möglicherweise fehlenden Stabilität, welche für eine erfolgreiche psychosomatische Rehabilitationsleistung notwendig ist, abgelehnt. Das Ergebnis ist im jeden Fall eine andauernde und oder wiederholende Arbeitsunfähigkeit und eine langfristig Einschränkung der beruflichen Teilhabe. Die Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover wird daher ein Therapieprogramm entwickeln, welches ein höheren Einzelgesprächsanteil und einen modifizierten Behandlungsablauf beinhaltet, der sich von einer regulären 5-wöchigen psychosomatischen Rehabilitation unterscheidet.

Die Ziele des Projekts sind:
a) die Versicherten in der 2-wöchigen Intensivbehandlung für eine zeitnahe Rückkehr an den Arbeitsplatz zu stabilisieren;
b) die Versicherten für eine reguläre psychosomatische Rehabilitation vorzubereiten und diese nahtlos durchzuführen, wenn eine solche angezeigt sein sollte und
c) in jedem Fall die Arbeitsunfähigkeitszeiten aufgrund von psychischen Belastungen in Anzahl und Länge zu verkürzen.

Die Fallzahl des Projekts sind ca. 315 Versicherte über eine Interventionsdauer von 35 Monaten. Das Projekt wird im Rehazentrum Oberharz, Clausthal-Zellerfeld unter der Leitung von Dr. Bernhard Koch umgesetzt. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet. Es werden die Reintegrationsquoten und Beitragszeiten der teilnehmenden und nicht teilnehmenden Personen ausgewertet. Mit einer Auswahl der Teilnehmenden werden Interviews zu den Erfahrungen und Wirkungen der Intervention im Anschluss geführt. Eine Projektsteuerungsgruppe bestehend aus therapeutischem und ärztlichem verwaltenden Personal stellt sicher, dass die Zusteuerungskriterien und der Verlauf der Intervention den tatsächlichen Bedarfen der Teilnehmenden kontinuierlich angepasst werden.

Das Projekt wird von PD Dr. Axel Kobelt-Pönicke und Dr. Bernhard Koch unter der Mitarbeit von Frau Alexandra Kaminski und Dr. Felix Behling geleitet.



Bezug des Projekts zur internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF):
Der bio-psycho-soziale Ansatz der ICF bildet einen konzeptionellen Bezugsrahmen für das Projekt. Die ICF ist kein ausdrücklicher Forschungsgegenstand, wird aber im Vorhaben genutzt, z.B. durch den Einsatz ICF-basierter Instrumente / Skalen zur Beschreibung von Untersuchungsvariablen, Verlaufsdokumentation, Ergebnismessung etc.



Beginn:

01.10.2019


Abschluss:

30.09.2024


Art:

Gefördertes Projekt / Wissenschaftliche Arbeit / Modellprojekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS); Bundesprogramm "Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben - rehapro"



Weitere Informationen


Abstract

Reha-Integrativ. Integrative treatment of inpatients with special occupational needs

The project tests a two-week, intensified, inclusive, multimodal treatment with the main focus on psychotherapy for insured persons, who are not yet attending or have no scheduled outpatient psychotherapy. These insured persons are never or only delayed applying for a regular psychosomatic rehabilitation, particularly if they face conflicts at work or contextual barriers such as adjustment disorders. In some cases, the impairment has started to be chronic and their applications for rehabilitation are rejected for a lack of a stability necessary for a successful treatment. The results in any case are prolonged periods of sickness and limited occupational participation. The Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover develops a new therapy that comprises more individual psychotherapy and a treatment plan different from a regular, five week psychosomatic rehabilitation.

The project's goals are:
a) to release patients as immediate fit for work after the two weeks, if possible;
b) to prepare patients, if indicated, for a regular, five week long psychosomatic rehabilitation, which is offered immediately afterwards;
c) to reduce times and durations of absences because of mental illness for all participating groups.

The number of participants is about 315 people during an intervention period of 35 months and the project is conducted in the rehabilitation centre Oberharz, Clausthal-Zellerfeld. The project aims and outcomes will be evaluated. The reintegration rate and contribution periods of participants and non-participants will be analysed. A number of participants will be invited for in-depth interviews to discuss the perceptions and benefits of the intervention. A steering group formed by therapeutic and medical administration persons will regularly evaluate the admission criteria and course of intervention so that adjustments are reflecting the patients' needs.
The project is led by Dr Axel Kobelt-Pönicke and Dr Bernhard Koch with the support of Alexandra Kaminski and Dr Felix Behling.


Referenznummer:

R/FO125874


Informationsstand: 24.09.2019