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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

AzfG - Auszeit für Gesundheit

In den beteiligten Jobcentern Marburg-Biedenkopf, Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg werden Neu- und Bestandskunden zu ihrer Arbeitsfähigkeit nach dem Work-Ability-Index (WAI) befragt. Die Erhebung der Erwerbsfähigkeit der SGB II Antragsstellenden wird mit diesem anerkannten Instrument erstmals systematisiert. Für Projektteilnehmende ist die Erhebung Zugangsvoraussetzung. Bei entsprechender Indikation nehmen insgesamt 2.400 Personen der drei Jobcenter am Projekt teil und schließen eine "Vereinbarung für Gesundheit".

Der Fokus der Förderung und Beratungsarbeit ist phasenabhängig. In der sechs monatigen Intensivphase werden Freiräume für gesundheitliche Belange geschaffen. Anfänglich liegt der Fokus damit auf der Gesundheitsberatung und Verbesserung der Erwerbsfähigkeit. Im "Zentrum für Gesundheit, Prävention und Teilhabe" bieten Gesundheitslotsen Beratung, motivieren zur Teilnahme an angebotener niederschwelliger Gesundheitsförderung, schaffen Zugänge zu den richtigen Ansprechpartnern und initiieren notwendige Diagnosen.

In Phase 2 gewinnt die Vermittlung in Arbeit wieder an Bedeutung. In der maximal 12-monatigen Stabilisierungsphase wirken Vertreter der Jobcenter, der Arbeitsagenturen, Handwerkskammern, Rententräger und Beratungsstellen koordiniert zusammen und organisieren neben der Weiterführung der Gesundheitstrainings eine bewerberorientierte Vermittlung in Arbeit. Im Idealfall schließt sich die Arbeitsaufnahme an (Sicherungsphase - maximal 6 Monate). Während dieser Zeit können Teilnehmende beschäftigungsbegleitend Beratung und Coaching weiterhin nutzen. Die maximale Teilnahmedauer beträgt damit 24 Monate pro Teilnehmendem.

Ein an den Work-Ability-Index angepasstes Gesundheitsbudget, eine regionale Mobilitätskarte und die Förderung sozialer Kontakte verbessern die Rahmenbedingungen der Teilnehmenden zur Erreichung der förderpolitischen Ziele "Prävention vor Reha - Reha vor Rente". Während der Projektlaufzeit werden Kriterien für ein Gütesiegel "Zeit für Gesundheit" für Arbeitsmarkt-Maßnahmen der Jobcenter und Agenturen entwickelt. Die Nutzung des Siegels bei Ausschreibungen neuer Arbeitsmarkt-Maßnahmen und die Schulung der Gesundheitslotsen in Methoden langfristiger Verhaltensänderung (u.a. Zürcher Ressourcen Modell) schaffen hohe Standards und sichern bei erneutem Leistungsbezug der Kunden bereits erzielte Fortschritte.



Beginn:

15.02.2020


Abschluss:

31.01.2025


Art:

Gefördertes Projekt / Modellprojekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS); Bundesprogramm "Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben - rehapro"



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125908


Informationsstand: 20.03.2020