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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

GUIDE - Gesundheit unterstützen in dauerhafte Erwerbsarbeit

Das Jobcenter Kreis Unna hat mit den Projektpartnern Werkstatt im Kreis Unna gGmbH und der Sozialforschungsstelle TU Dortmund eine Prozesskette für Kund*innen im SGB II-Leistungsbezug mit dauerhaften psychischen und/oder somatischen Erkrankungen konzipiert, die von der ganzheitlichen gesundheitlichen Stabilisierung über eine begleitete Arbeitserprobung bis zur Unterstützung bei der Arbeitsintegration reicht. Die Zielgruppe ist bewusst weit gefasst, um breite Erkenntnisse sammeln zu können.

Das Projekt GUIDE zielt auf die
- (Wieder)Herstellung der Beschäftigungsfähigkeit,
- Annäherung an den Arbeitsmarkt und
- nachhaltige Integration in das Erwerbsleben.
GUIDE ist in verschiedene systemisch aufeinander abgestimmte Phasen (Einstieg, Clearing, Stabilisierung, Arbeitserprobungswerkstatt, Stellensuche, Nachbetreuung) untergliedert, um den Projektteilnehmenden so eine möglichst individuelle und passgenaue Förderung anbieten zu können.

Das in einer externen Immobilie außerhalb der Dienstgebäude des Jobcenters Kreis Unna angesiedelte Team ist mit einem gesundheitsorientierten Fallmanagement (1:25), mit Ergotherapeut*innen, einer/m Psycholog*in, einer/m Finanzberater*in und einer/m Betriebsakquisiteur*in multiprofessionell aufgestellt. Es berät und unterstützt bei der Inanspruchnahme von medizinischen und therapeutischen Dienstleistungen, verzahnt diese und fördert die Nachhaltigkeit. Alle Teilnehmenden werden bereits zu Beginn der Projektaufnahme zu psychologischen und ergotherapeutischen Beratungsgesprächen eingeladen. Gemeinsam wird eine individuelle Copingstrategie erarbeitet, die Resilienz gestärkt und Lebenslageprobleme durch eine Finanzberatung angegangen. Parallele Sport-, Kreativitäts- und Ernährungsangebote erhöhen die Lebenszufriedenheit und Eigenständigkeit, die in einem Plus an Selbstbewusstsein und der Bereitschaft zur Aufnahme einer Beschäftigung münden sollen.

In einer Arbeitserprobungswerkstatt werden die Teilnehmenden mittels simulierter betrieblicher Arbeitsabläufe angeregt, sich unter fachlicher, pädagogischer und ergotherapeutischer Anleitung auszuprobieren. Eingangs erfolgt eine eignungsdiagnostische Kompetenzfeststellung.
Im Verlauf des Werkstattbesuchs wird die individuelle Leistungsfähigkeit der Teilnehmenden konsequent gefördert und gefestigt und eine Integrationsstrategie erarbeitet. Arbeiten und Lernen soll als ganzheitliches Prinzip im Arbeitsalltag unter Einbeziehung von kognitivem, emotionalem und sozialem Lernen gefördert werden.

Anschließend nimmt ein/e Betriebsakquisiteur*in gezielt Kontakt zu geeigneten Betrieben auf, vermittelt und gewährt Arbeitgeberförderungen verschiedener Leistungserbringer und leitet gemeinsam mit den Fallmanager*innen die Integration in den Arbeitsmarkt ein.
Die Projektteilnehmenden werden nach der Integration weiterhin betreut. Ein beschäftigungsbegleitendes Coaching soll die Nachhaltigkeit der Integration sicherstellen.

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt über alle Phasen hinweg durch die Sozialforschungsstelle der TU Dortmund. Die systematische Evaluation soll positive Auswirkungen des Projektes, aber auch mögliche Schwachstellen, aufdecken. Damit soll einerseits die Qualität eines Projektes verbessert und die Möglichkeit des Nachsteuerns eröffnet werden und andererseits erhöht dies die Umsetzbarkeit nach Projektende.



Bezug des Projekts zur internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF):
Die ICF ist kein ausdrücklicher Forschungsgegenstand, wird aber im Vorhaben genutzt, z.B. durch den Einsatz ICF-basierter Instrumente / Skalen zur Beschreibung von Untersuchungsvariablen, Verlaufsdokumentation, Ergebnismessung etc.



Beginn:

10.12.2019


Abschluss:

30.04.2024


Art:

Gefördertes Projekt / Modellprojekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS); Bundesprogramm "Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben - rehapro"



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125921


Informationsstand: 09.04.2020