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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

Teilhabe im Transitionsprozess

Zehn Jahre nach Ratifizierung der UN-BRK ist festzustellen, dass der Übergang von der Schule in den Beruf für Heranwachsende mit geistiger Beeinträchtigung (GB) und komplexen Kommunikationsbedürfnissen (engl. Complex Communication Needs, abgek. CCN) noch immer einer Einbahnstraße gleicht. Über den bis heute von Lehrkräften kaum kritisch hinterfragten tradierten Übergang von der Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung in den "Sonderarbeitsmarkt" der Werkstatt hinaus, gibt es für Heranwachsende mit einer geistigen Beeinträchtigung und CCN nur wenige bis keine weiteren Wahlmöglichkeiten (Muche 2013). Dies dokumentiert eindrücklich der verschwindend geringe Anteil der Unternehmen, welche Menschen mit geistiger Beeinträchtigung ausbilden. Im Jahr 2015 lag dieser Anteil lediglich bei 0,9 % (Metzler et al. 2017). Bezugnehmend auf die vorliegende eindeutige Datenlage folgert das "Deutsche Institut für Menschenrechte", dass Deutschland seiner Gewährleistungspflicht nicht nachkomme, einen inklusiven Arbeitsmarkt zu etablieren (Palleit, 2016).

Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel des TiT-Projektes, den beschriebenen Automatismus zu unterbrechen, indem Schülerinnen und Schüler mit ID and CNN in die Lage versetzt werden, eine informierte, reflektierte und selbstbestimmte Berufswahl auf der Grundlage einer qualitativ hochwertigen vorberuflichen Ausbildung zu treffen. Um dieses Ziel konkret zu erreichen, entwickelt und verbessert das TiT-Team eine innovative Methoden- und Verfahrenssammlung mit dem Namen OlBoT - Oldenburger Box of Tools. Neu an der OlBoT ist die Entwicklung von Kommunikationshilfen für eine partizipative berufliche Zukunftsplanung, sodass auch Schülerinnen und Schüler mit geistiger Beeinträchtigung und CCN ihre Entscheidungen mitteilen können. Neben dem Schwerpunkt, effiziente didaktisch-methodische Zugänge für eine partizipative Zukunftsplanung zu konzeptualisieren, verfolgt das Projekt mit der Verzahnung von Innovations- und Implementationsforschung eine innovative Implementationsstrategie, basierend u.a. auf dem Ansatz der Aktionsforschung (Action Research), um eine nachhaltige Umsetzung der Verfahren in der Praxis zu gewährleisten. Die Implementation wird in diesem Kontext als Teil eines evaluierten Konzepts gesehen, das die grundlegenden Denkweisen und Einstellungen der Lehrkräfte in Bezug auf den Übergang verändern soll, gemäß dem von Fullan (2007) formulierten Konzept des "Real Change".

TiT ist das Nachfolgeprojekt des BMAS-Projektes (Bundesministeriums für Arbeit und Soziales) "Teilhabe an Arbeit und Beruf bedarf der Kommunikation" (Laufzeit vom 01.04.2014 bis zum 31.03.2015). In dem Vorläuferprojekt wurden die Methoden, Verfahren und Kommunikationshilfen für das Übergangskonzept entwickelt, die im TiT Projekt überarbeitet, evaluiert und implementiert werden sollen (Erdélyi, Mönck u. Thümmel, 2015). Die Laufzeit beträgt drei Jahre, vom 01.02.2019 bis zum 31.01.2022.

Quellenverzeichnis

Erdélyi, A., Mönck, M. & Thümmel, I. (2015). Die Oldenburger Box of Tools für den Übergang von der Schule in den Beruf. In: G., Antener, A., Blechschmidt, & K., Ling, K., UK wird erwachsen. Initiativen in der Unterstützten Kommunikation (S.60-76). Karlsruhe: Von Loeper.

Fullan, M. (2007). The new meaning of educational change (4th ed.). New York: Teachers College Press.

Metzler, C. & Werner, D. (2017). Die Erwerbssituation von Menschen mit Behinderung. Institut der deutschen Wirtschaft (IW), 44 / 4, 21-38.

(14) (PDF) "Teilhabe im Transitionsprozess -TiT". Available from: https://www.researchgate.net/publication/338684361_Teilhabe_im_Transitionsprozes... [accessed Jul 07 2020].



Bezug des Projekts zur internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF):
Der bio-psycho-soziale Ansatz der ICF bildet einen konzeptionellen Bezugsrahmen für das Projekt. Die ICF ist kein ausdrücklicher Forschungsgegenstand, wird aber im Vorhaben genutzt, z.B. durch den Einsatz ICF-basierter Instrumente / Skalen zur Beschreibung von Untersuchungsvariablen, Verlaufsdokumentation, Ergebnismessung etc.



Beginn:

01.02.2019


Abschluss:

31.01.2022


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales - Ausgleichsfonds für überregionale Vorhaben zur Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben (§ 161 SGB IX)



Weitere Informationen


Abstract

Take Part in the Transition Process

The transition from school to work is one of the major challenges for adolescents with intellectual disabilities (ID) and Complex Communication Needs (CCN). In Germany operates a traditional transition from special school (school specialized in ID) to the special labor market of sheltered workshops (or. Werkstätten für behinderte Menschen). According to a study made by the Rhineland Landscape Association, in the school attendance year 2009/2010, from 564 scholars with ID, only nine (1.6%) found a job in the standard labor market, while 488 switched directly to a sheltered workshop for people with ID (Schartmann 2012, 23). This automatism means for adolescents with ID and CCN to have few or no further choices in determining their own professional future, so that the German Institute for Human Rights expresses its concern that Germany is not fulfilling its obligation to establish an inclusive labor market (Palleit 2016). Having this as background, the aim of the TiT project is to stop the automatism described above, by enabling scholars to make self-determined and informed career choices based on high-quality pre-vocational education and training. In order to concrete reach this goal, the TiT Team develops and improves an innovative tool called OlBoT - Oldenburger Box of Tools. Moreover, the TiT Team is caring about the development of an alternative and strategical method to assure a long-term-implementation of innovative tools. Implementation is indeed thought as part of an evaluated concept, intended to change teachers' fundamental ways of thinking and attitudes regarding transition, according to the concept of "Real Change' formulated by Fullan (2007). The project will run for three years, from 01.02.2019 to 31.01.2022.

References:

Erdélyi, A., Mönck, M. & Thümmel, I. (2015). Die Oldenburger Box of Tools für den Übergang von der Schule in den Beruf. In: G., Antener, A., Blechschmidt, & K., Ling, K., UK wird erwachsen. Initiativen in der Unterstützten Kommunikation (S.60-76). Karlsruhe: Von Loeper.

Fullan, M. (2007). The new meaning of educational change (4th ed.). New York: Teachers College Press.

Metzler, C. & Werner, D. (2017). Die Erwerbssituation von Menschen mit Behinderung. Institut der deutschen Wirtschaft (IW), 44 / 4, 21-38. Muche, C. (2013). Übergange und Behinderung. In W., Schröer, B., Stauber, A., Walther, L., Böhnisch, & K. Lenz (Hrsg.), Handbuch Übergänge (S. 158-175). Weinheim: Beltz Juventa.

(14) (PDF) ' TiT -Take Part in the Transition Process' (or. Ger. 'TiT -Teilhabe im Transitionsprozess'). Available from: https://www.researchgate.net/publication/338684414_TiT_-Take_Part_in_the_Transit... [accessed Jul 07 2020].


Referenznummer:

R/FO125954


Informationsstand: 09.07.2020