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Lexikon zur beruflichen Teilhabe

Erläuterungen und Definitionen zu mehr als 450 Begriffen. Von A wie Ausgleichsabgabe bis Z wie Zuschüsse.

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Angaben zum Forschungsprojekt

Verbesserung von visuellen Informationen im öffentlichen Raum

Dem erarbeiteten Handbuch (ein Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit) liegen die Ergebnisse des Forschungsprojekts 'Orientierungshilfen für Sehbehinderte im öffentlichen Bereich durch Verbesserung der visuellen Kontraste' (Forschungsverbund Kontrastoptimierung) zugrunde.

Eine fachgerechte und gezielte Anordnung von Kontrast, Helligkeit, Farbe und Form dient der besseren Orientierung von Sehgeschädigten in der bebauten und technischen Umwelt. Verbesserungen dieser Art kommen auch allen Normalsichtigen zugute, und zwar nicht nur durch eine Erhöhung der Aufmerksamkeit und der Leistungsfähigkeit, sondern auch durch eine Entschärfung von Gefahrenpunkten und der damit verbundenen Senkung von Unfallbelastungen.

Das Handbuch berücksichtigt folgende Aspekte:
- Das Auge entfaltet bei Tageslicht und bei äquivalenter Beleuchtung seine volle Leistungsfähigkeit, weil die Zapfen arbeiten und die Makula die größte Sehschärfe ermöglicht.
- Die Leistungsfähigkeit des Auges ist bei Dunkelheit stark herabgesetzt, weil die Makula als Ort des schärfsten Sehens ausfällt und weil die Sehschärfe zur Peripherie der Netzhaut hin sehr schnell abnimmt.
- Der Ausfall des Farbsehens bei Dunkelheit bedeutet, daß an die Stelle von Farbsignalen deren Helligkeitssignale treten.
- Die Orientierung an Gefahrenpunkten oder kritischen Wegepunkten oder in Situationen, die eine schnelle Entscheidung erfordern, soll durch vollständige und blendfreie Beleuchtung, die eine höhere Sehschärfe und Farberkennung ermöglicht, und durch Wahl kontrastreicher Farben oder Materialien erleichtert werden.
- Nicht nur sehbehinderte Menschen, sondern alle Bürger benötigen optisch klare und leicht verständliche visuelle Informationen, die aktuelle Entscheidungen ermöglichen, aber auch weiträumige Vorstrukturierungen einer Gesamtsituation (z. B. Verlauf der gesamten Treppenanlage oder Aufbau eines Haltestellenbereichs) ermöglichen.

Da bei Dunkelheit die höchste Auflösungsfähigkeit der Makula entfällt, müssen Gegenstände und Zeichen bei Dunkelheit durch Formgebung und Abmessungen wahrnehmbar gemacht werden.

Im Handbuch werden verschiedene Varianten von Anforderungen an visuelle Informationen ausgearbeitet. Der Praktiker und Planer erhält dadurch die Möglichkeit, situationsgerecht planen und ausführen zu können. Anforderungen aus der Architektur, dem Umweltschutz, dem Denkmalschutz sowie aus der Stadt- und Verkehrsplanung erhalten durch die Empfehlungen aus dem vorliegenden Handbuch möglicherweise zusätzliche Unterstützung. Die technische Umsetzung in die Praxis ist abhängig von den örtlichen und individuellen Möglichkeiten und Bedingungen. Bei Integration der vorliegenden Empfehlungen in die tägliche Arbeit kann eine Kommune viel an Funktionalität und an Lebensqualität für alle Bürger dazugewinnen.

Umsetzung in die Praxis seit 1996
Fort- und Weiterbildung von Akteure; Architekten, Selbsthilfeorganisationen, Kommunen



Bezug des Projekts zur internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF):
Der bio-psycho-soziale Ansatz der ICF bildet einen konzeptionellen Bezugsrahmen für das Projekt.



Beginn:

01.01.2011


Abschluss:

31.12.2012


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Gesundheit (BMG)



Weitere Informationen


Abstract

Orientation aids for visually handicapped in public areas by improvement of visual contrasts. Barrier free and everyone knows, where to go. To keep away dangers, to give orientation and more convenience by contrasts.

The manual is based on the results of the research project 'Orientation aids for visually handicapped in public areas by improvement of visual contrasts'. The German Federal Ministry of Health gave the budgets for both, the research project and the manual.

Improvements of contrast, lightness, colour and pattern of optical signs are recommended for more suitable visual information. Recommendations for the practise are given regarding:
- the best fit of contrast depending on the situation
- the adaption of the lightness according to the environment
- the best combination of colours
- the best readable pattern of signs including the size

A priority system ranking three requirements has been developed to differentiate between hazard, decision and guidance functions.

A lot of practical examples are given in detail.

The two brochures explains guidelines how to meet the requirements of visually impaired individuals.


Referenznummer:

R/FO1683


Informationsstand: 31.01.2020